Eigentum & Einordnung
Gegründet: 2002
Eigentum
netzpolitik.org ist eine gemeinnützige Nachrichtenseite für digitale Rechte, die 2002 von Markus Beckedahl gegründet wurde und bis 2022 geleitet wurde.
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Sie wird fast vollständig durch Spenden der Leser finanziert (ihr Budget wurde mit rund einer Million Euro verabschiedet), wobei sie bewusst Werbung und Paywalls vermeidet, um ihre Unabhängigkeit zu wahren; sie braucht keine Partei- oder staatliche Finanzierung.
Zugehörigkeit & Haltung
Redaktionell befürwortet sie digitale bürgerliche Freiheiten, Privatsphäre und Transparenz, eine Haltung, die sich als progressiv/mittenlinks darstellt, aber sie wird von Lesern finanziert und von Verbänden geführt, ohne dass sie von Parteien, Unternehmen oder Staaten betrieben werden.
Redaktionelle Tendenz
- Unsere Einschätzung
- Eher progressiv
- Aus der Berichterstattung gemessen
- Eher progressivbasierend auf 54
73/100
Faktentreue
64/100
Objektivität
56
Artikel
54
Berichte
Faktentreue: Wie genau die Artikel dieses Mediums die Fakten wiedergeben, gemessen an Primärquellen und dem Konsens der anderen Medien. Gezählt werden nur Artikel, die ihre Quellen nennen.
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Aktuelle Berichterstattung

Verhaltensscanner in Berlin: Harte Kritik an der KI-Überwachung
In Berlin beginnt die Installation von Videokameras am Kottbusser Tor, die erste dauerhafte Videoüberwachung eines öffentlichen Raums in der Stadt. Die Kamerateams werden algorithmisch analysiert, um Bewegungsmuster zu erkennen. Kritik kommt von Politik, Wissenschaft und Anwohner*innen, die befürchten, dass die Überwachung nicht effektiv gegen Gewalt oder Betäubungsmittelschmuggel wirkt und stattdessen Kriminalität in Wohngebiete verlagert. Die Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann (Grüne) warnt vor der hohen Kostenbelastung und betont den Mangel an finanziellen Mitteln für soziale Projekte.

Vor der Wahl in Sachsen-Anhalt: Ein Kaffee mit Herrn Siegmund? So lief die MDR-Wahlarena
Vier Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt nahmen führende Kandidaten verschiedener Parteien an einer von MDR ausgestrahlten Fernsehdebatte mit dem Titel "Fakt ist! Wahlarena" teil, in der sie sich mit Fragen der Öffentlichkeit zu Themen wie Bildung, Gasversorgung, Migration, Krieg und Frieden befassten. Die Diskussion konzentrierte sich stark auf Bedenken hinsichtlich Demokratie, gesellschaftlicher Spaltung und der zukünftigen Rolle der AfD, was in Meinungsumfragen zu einer Unterstützung von über 40 Prozent führt. Ein Zuschauer fragte, warum die CDU eine "Firewall" gegen die AfD aufrechterhalten würde, wenn sie sich mit ihren Wählern engagieren wollten. Der CDU-Präsident Sven Schulze erklärte, er habe keine Absicht, mit der AfD zusammenzuarbeiten, betonte aber seine Bereitschaft, mit ihren Unterstützern zu sprechen. Der AfD-Kandidat Ulrich Siegmund beschrieb ein Gefühl des Optimismus unter seinen Unterstützern, während die Linkskandidatin Eva von Angern warnte vor dem Vorschlag der AfD, die Schulpflicht an der Universität zu ersetzen, ein weiteres wichtiges Thema, das besonders für die Opfer von Mobbing war.

KW 34: Die Woche, in der wir auf die Rückkehr des Urlaubs-Kanzlers warten
Der Artikel befasst sich mit den politischen und sozialen Herausforderungen, denen Deutschland im Sommer 2023 gegenübersteht. Er hebt die Kontroverse um Bundeskanzler Friedrich Merz hervor, der sich einen längeren Urlaub nahm, während das Land mit schweren Hitzewellen konfrontiert war, die zu mindestens 14.000 Todesfällen führten. Der Autor kritisiert die Führung von Merz und stellt fest, dass seine Zustimmungswerte ein Allzeittief erreicht haben. Der Artikel behandelt auch laufende politische Reformen, einschließlich Änderungen der Geheimdienste, Polizeigesetze, Überwachungsmaßnahmen und die potenziellen Auswirkungen der bevorstehenden Regionalwahlen. Der Artikel legt nahe, dass diese Entwicklungen in den kommenden Monaten zu erheblichen politischen Veränderungen und Protesten führen könnten.

Intransparente Rechenzentren: „Ein Armutszeugnis für die Bundesregierung“
Das deutsche Wirtschaftsministerium hat kürzlich das National Data Center Registry veröffentlicht, das erstmals detaillierte Einblicke in den Energieverbrauch und die Effizienz einzelner Rechenzentren ermöglicht. Dieser Schritt zielt darauf ab, die Transparenz in Bezug auf die Umweltauswirkungen dieser Einrichtungen, die oft große Mengen an Strom verbrauchen, zu erhöhen. Technologieriesen wie Google und Amazon lehnen diese Transparenz jedoch mit Blick auf Bedenken hinsichtlich Geschäftsgeheimnisse und Sicherheitsrisiken ab. Julian Bothe von AlgorithmWatch betont, wie wichtig es ist, solche Daten öffentlich zugänglich zu machen, um informierte Entscheidungen durch Verbraucher zu ermöglichen und den Wettbewerb zwischen effizienteren Anbietern zu fördern.

Mit Urheberrecht gegen offene Daten: Bayern verliert gegen Open-Data-Aktivisten
Der Artikel befasst sich mit einem Rechtsstreit zwischen dem Land Bayern und dem Open-Data-Aktivisten Markus Drenger über die Nutzung öffentlich zugänglicher Geodaten. Im Jahr 2021 hat Drenger Geodaten heruntergeladen und geteilt, die vom Bundesamt für Luftverkehr (FAT) veröffentlicht wurden, darunter Informationen über Sperrzonen für Radar- und Navigationsausrüstung. Das Bayerische Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (LDBV) beschuldigte ihn später der Verletzung von Datenbankrechten, was zu einem Gerichtsverfahren führte. Während Drenger seinen Fall vor dem Münchner Landgericht gewonnen hat, bleiben wichtige Fragen darüber, was "offene" Daten nach dem Gesetz darstellt und ob solche Daten frei verwendet werden können, ohne Angst vor rechtlichen Folgen. Der Streit zeigt Spannungen zwischen Open-Data-Prinzipien und insbesondere geistigen Eigentumsgesetzen in Bezug auf den Schutz öffentlich zugänglicher Datensätze.

Heimliches Filmen: Kann man Überwachungsbrillen verbieten?
Der Artikel befasst sich mit der Kontroverse um die Ray-Ban AI-Brille von Meta, die aufgrund ihrer Fähigkeit, Audio und Video diskret aufzunehmen, Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre und des potenziellen Missbrauchs aufkommen ließ. Diese Brille, die für sehbehinderte Benutzer entwickelt wurden, verfügen über eine kleine Kamera und ein Mikrofon, die Daten in einem Zwei-Meter-Radius erfassen und live online streamen können. Kritiker argumentieren, dass die Geräte eine verdeckte Überwachung ermöglichen könnten, insbesondere gegen Frauen, die berichten, dass sie ohne Zustimmung in öffentlichen Räumen wie Stränden oder Straßen gefilmt wurden. Das Thema hat eine Debatte darüber ausgelöst, ob eine solche Technologie nach dem deutschen Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz (TDDDG) verboten werden sollte, das den Verkauf von Geräten verbietet, die ihre Überwachungsfähigkeiten verschleiern. Rechtsexperten wie der Datenschutzbeauftragte Thomas Fuchs aus Hamburg schlagen vor, dass die Brille, da sie ihre Funktion maskieren, gegen bestehende Geset, da sie die Alltagsgesetze verlettern könnten. In der Zwischenzeit steigen Ansprüche von "Hass auf digitalen, wie Hass und Selbstverfolgung, die von Online-Einflüssen, die von digitalen, die sich oftmütter versuchen, ihre Überwachung zu beeinflussen".

Frankreich: Verfassungsrat kippt Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige
Der französische Verfassungsrat hat einen Gesetzesvorschlag, der Minderjährigen unter 15 Jahren die Nutzung von Social-Media-Plattformen wie TikTok, Instagram und Snapchat verbietet, aufgehoben. Der Rat argumentierte, dass die Gesetzgebung keine klaren Bedingungen für die Überprüfung des Alters der Nutzer vor der Gewährung des Zugriffs geschaffen habe und keinen Rahmen für die Einhaltung der Vorschriften ließ. Der Verfassungsrat erkannte zwar die verfassungsmäßige Pflicht zum Schutz des Wohlbefindens von Kindern an, warnte jedoch davor, dass das umfassende Verbot auf Online-Kommunikationsdienste angewendet werden könnte, bei denen keine Risiken für die Gesundheit und Sicherheit von Minderjährigen nachgewiesen worden seien. Die französische Nationalversammlung und der Senat hatten das Gesetz im Juli mit breiter Unterstützung verabschiedet und die Umsetzung bis zum 1. September angestrebt. Präsident Emmanuel Macron hatte die Maßnahme zuvor unterstützt. Die Europäische Kommission hatte jedoch Frankreichs Pläne kritisiert und vor divergierenden nationalen Vorschriften gewarnt.

KI in der Migrationsverwaltung: „Es geht um Entscheidungen über Menschenleben“
Die deutsche Bundesregierung hat ein Gesetz vorgeschlagen, das den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in der Migrationsverwaltung erlaubt, um Asyl- und Aufenthaltsverfahren schneller, effizienter und sicherer zu gestalten. Der Gesetzentwurf erlaubt es den Behörden, personenbezogene Daten zu verwenden, um KI-Systeme zu trainieren oder zu testen, automatisierte Prozessüberwachung zu implementieren, um potenzielle Diskriminierungsmuster zu erkennen, und Informationen automatisch mit dem Internet zu überprüfen, wenn Zweifel an den Ansprüchen der Antragsteller bestehen. Während die überarbeitete Version geringfügige Verbesserungen enthält, wie zum Beispiel das Verbot der Verwendung von biometrischen Daten für automatisierte Kontrollen durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und lokale Einwanderungsbehörden, argumentieren Kritiker, dass diese Maßnahmen die Bedenken hinsichtlich der Diskriminierung nicht angemessen angehen. Die Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman äußerte sich während der Regierungsberatungen besorgt, dass das Gesetz das Risiko diskriminierender Algorithmen nicht ausreichend angeht und fordert Transparenzberichte.

Argentinien: Überwachung mit der Kettensäge
Die Regierung des argentinischen Präsidenten Javier Milei hat die Überwachungsfähigkeiten durch institutionelle Reformen und neue Technologien erweitert, so ein Bericht von Amnesty International mit dem Titel "Sensing the Surveillance State". Die Reformen haben die Befugnisse der Geheimdienste und der Polizei erweitert, einschließlich erweiterter Definitionen von Bedrohungen, erhöhter Geheimhaltung, leichterer Zugang zu Informationen zwischen den Behörden und der Schaffung einer neuen Cyber-Geheimdienstautorität. Diese Änderungen haben die Fähigkeit des Staates verbessert, große Datenmengen zu sammeln und zu verarbeiten. Darüber hinaus hat die Bundespolizei neue Ermittlungsstrukturen geschaffen, wie die Überwachung sozialer Medien ohne gerichtliche Anordnungen und die Implementierung von "Cyber-Patrouillen". Eine Einheit, die sich auf künstliche Intelligenz in der Sicherheit konzentriert, wurde mit Verantwortlichkeiten in Datenanalyse, digitaler Überwachung, Gesichtserkennung und Verbrechensvorhersage, aber ohne klare Überwachungsmechanismen geschaffen. Argentinien hat auch technologische Infrastrukturlizenzenzen erworben, darunter große Software wie Maltego und Clearview, sowie KI-Drohne, die mit automatischen Kameras und -Systemen ausgestattet sind.

Eigenes KI-Modell für China von Apple mit Hilfe von Alibaba
Laut einem Bericht von Reuters entwickelt Apple mit Unterstützung von Alibaba ein eigenes KI-Modell für den chinesischen Markt. Das Unternehmen hat die offizielle Genehmigung der Cyberspace Administration in Peking erhalten und die technische Implementierung ist im Gange. Im Gegensatz zu westlichen Märkten, in denen Apple zuvor auf die Gemini-Technologie von Google angewiesen war, um seine Modelle zu trainieren, kann Apple in China aufgrund regulatorischer Einschränkungen keine US-amerikanischen Partner nutzen. Stattdessen plant Apple, sein großes Sprachmodell mit Alibaba-Methoden zu trainieren, während er die Kontrolle über das Endprodukt behält. Dieser Ansatz ermöglicht es Apple, sich auf konkurrierende chinesische Modelle wie Qwen, Ernie oder DeepSeek zu verlassen, obwohl Alternativen für bestimmte Funktionen wie Schreibwerkzeuge oder Siri-Antworten verwendet werden können. Apple beabsichtigt, diese KI-Werkzeuge in den kommenden Monaten als Teil eines iOS-Updates zu veröffentlichen, um sowohl die regulatorischen Anforderungen als auch den Datenschutzreputz zu bewältigen.

Polizei und Verfassungsschutz: Was bei einer Machtübernahme durch Rechtsextreme droht
Die Artikel analysieren die Gefahren, die mit einer möglichen Machtübernahme durch die AfD in Sachsen-Anhalt verbunden sein könnten. Laut neuesten Umfragen steigt die Unterstützung der AfD leicht, was Bedenken hervorruft, dass sie die nächste Landesregierung bilden könnte. Der Verfassungsschutz des Landes hat den AfD-Landesverband als "sicher rechtsextremistisch" eingestuft. Die Analyse diskutiert, wie eine Regierung unter der AfD die Polizei und den Verfassungsschutz beeinflussen könnte, insbesondere durch den Austausch von Beamten. Experten warnen vor dem Risiko, dass dies zu einem autoritären Überwachungsstaat führen könnte. Zwar gibt es Mechanismen, um Beamte zu schützen, doch die Auswechselbarkeit von Schlüsselpositionen macht die Situation kritisch.

Kritik an Künstlichem Bild: Warum gibt es Aufregung um ein KI-Bild von Julia Klöckner?
Der Artikel behandelt die Kontroverse um ein durch künstliche Intelligenz (KI) erzeugtes synthetisches Bild der deutschen Politikerin Julia Klöckner. Klöckner, ein Mitglied der Christlich-Demokratischen Union (CDU), postete das KI-generierte Bild auf Instagram, um das Ende der Sommerferien in ihrem Heimatland Rheinland-Pfalz zu markieren. Das Bild zeigt eine blonde Frau, umgeben von Kindern, Sonne, Herzen und anderen festlichen Elementen. Obwohl es als KI-generiert bezeichnet wurde, löste der Beitrag erhebliche Gegenreaktionen aus. Kritiker argumentieren, dass solche Bilder das Risiko haben, Stereotypen auszunutzen und die Rechte der dargestellten echten Personen zu verletzen. Die Kontroverse verschärfte sich, nachdem der Künstler Oliver Schäfer das Bild in den sozialen Medien kritisierte, was dazu führte, dass sein Kommentar gelöscht wurde und er von Klöckner blockiert wurde. Schäfer argumentierte, dass KI-generierte Bilder den Lebensunterhalt der Menschen bedrohen, die diese Systeme trainieren.

Polizeigesetz Schleswig-Holstein: „Direkt aus dem Roman 1984“
In dem Artikel wird ein vorgeschlagenes Polizeigesetz in Schleswig-Holstein diskutiert, das die Überwachungskapazitäten mit KI-Technologie erheblich erweitern würde. Das Gesetz erlaubt verlängerte Haftzeiten, elektronische Knöchelarmbänder zur Überwachung von Personen und erweiterte Videoüberwachung, auch für Störungen des Friedens. Michael Ebeling von Freiheitsfoo, einer Datenschutzbewegung, kritisiert das Gesetz als eine gefährliche Ausweitung der Polizeigewalt, da er mögliche Missbräuche gegen kritische und demokratische Bewegungen befürchtet. Er vergleicht das Gesetz mit dystopischen Visionen wie "1984". Das Gesetz hat bereits die erste Lesung im Landesparlament bestanden und wurde durch eine Änderung weiter verstärkt. Die Bestimmungen des Gesetzes erlauben die Haft von bis zu zwei Monaten ohne konkrete Beweise für Gefahr, was Bedenken hinsichtlich des ordnungsgemäßen Verfahrens und der bürgerlichen Freiheiten aufwirft.









