Hans Rauscher
Vranitzkys starke Warnung
Der Altkanzler zieht Parallelen der NS-Vergangenheit mit der Gegenwart
Einserkastl
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Hans Rauscher
Altkanzler Franz Vranitzky warnt.
Eigentlich war es eine zeithistorische Veranstaltung: Das "Museum des Wiener Aktionismus" veranstaltet eine Interviewreihe zum Thema "Meine 60er-Jahre" (in denen der Aktionismus aufkam). Befragt wurden dieses Mal von Museumsleiter Klaus Albrecht Schröder (vormals Albertina) Altkanzler Franz Vranitzky und STANDARD-Herausgeber Oscar Bronner (Bericht folgt).
Aber Vranitzky nutzte die Gelegenheit zu einer bemerkenswert aktuellen und starken Warnung, nachdem er über das Leben des Arbeiterhaushalts Vranitzky im Dritten Reich erzählt hatte. Sein Vater habe gesagt: "Die Nazi sind ein Gsindel, an die darf man nicht anstreifen. Aber die Nazi haben dann an uns angestreift." Und ganz offenbar im Hinblick auf den europäischen Rechtsruck und den Aufstieg der FPÖ: "Wenn wir jetzt über die Vergangenheit reden – der eigentliche Punkt ist ja, was haben wir gelernt? Gelernt aus dem politischen Zusammenbruch der 1930er-Jahre, aus dem Anschluss, aus den Folgen daraus, dass Hitler nicht nur die Autobahn gebaut hat? Was haben wir gelernt, um den Mist nicht zu wiederholen?"
"Was können wir dem heute entgegensetzen mit dem, was wir aus der damaligen Zeit gewonnen haben?", fragte Vranitzky. "Das ist unsere Aufgabe. Und wenn wir diese Aufgabe nicht erfüllen, dann wird es uns genauso schlecht ergehen, wie es unseren Vorfahren und uns selber gegangen ist." (Hans Rauscher, 18.6.2026)
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