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AustriaPolitics2 days ago

City, country, putsch: the FPÖ in Styria is going round

The article discusses internal conflicts within the Austrian Freedom Party (FPÖ) in Styria, focusing on the exclusion of two local party officials—Bernhard Dohr and Fabian Gutschreiter—on grounds of 'systematic disloyalty.' The exclusions occurred shortly before the party's campaign launch and are linked to a financial scandal affecting the FPÖ since 2021. There are hints of further exclusions after the June 26 election. The article also notes differences in leadership structures between FPÖ branches, with Vienna and Linz having city council members as party leaders, unlike Graz.

Holladrio, sang die Grazer FPÖ Mitte Mai bei ihrem Wahlkampfauftakt, angefeuert von Landeshauptmann Mario Kunasek. Medienvertreter suchte man dort vergeblich: Ein "Versehen", hieß es. Insider erzählen aber, das hätte etwas mit dem Konflikt im Hintergrund zu tun gehabt, der die FPÖ Graz zu zerreißen drohe. Und der auch für die Steiermark und sogar den Bund Konsequenzen haben könnte. Ein Überblick.

Für Mario Kunasek ging es in der Steiermark ganz nach oben. Ein langer Weg - bei dem er wohl auch mit der Finanzaffäre in Berührung kam

1. "Systematische Illoyalität"

Es war nicht weniger als eine politische Bombe. Per Notverordnung hatte die FPÖ kurz vor ihrem Wahlkampfauftakt den Listendritten Bernhard Dohr sowie den Jungpolitiker Fabian Gutschreiter ausgeschlossen. Beide waren Stadtparteivize. Jetzt wird ihnen "systematisch illoyales Verhalten" vorgeworfen. Mehr wolle man nicht sagen. Dabei sollte Dohr nach der Graz-Wahl am 26. Juni zum Klubobmann aufsteigen.

Was war da los? Auf Anfrage halten sich alle Beteiligten bedeckt. Allerdings dürfte die Sache mit der Finanzaffäre verbunden sein, die seit 2021 über der FPÖ hängt. Und: Nach der Wahl soll es gleich zur nächsten Welle an Ausschlüssen kommen, heißt es hinter vorgehaltener Hand.

2. Der Afrika-Liebhaber

Die FPÖ Wien führt Dominik Nepp, Stadtrat in Wien. Auch in der FPÖ Linz ist ein Stadtrat Parteichef. Doch in Graz sitzt jemand an der Parteispitze, der kein Mandat in der Stadtpolitik hat: Axel Kassegger. Er übernahm die FPÖ Graz, nachdem Parteichef Mario Eustacchio und Klubchef Armin Sippel 2021, von Finanzskandal und Wahlniederlage erschüttert, zurücktraten. Kassegger hatte zwar politische Anfänge in Graz, sitzt aber seit 2013 im Nationalrat.

Warum also gerade er? Der Posten garantierte ihm, wahlkreisbedingt, ein Mandat im Nationalrat. Eine politische "Lebensversicherung", sagen Insider.

Axel Kassegger (links) und der Grazer Spitzenkandidat René Apfelknab (FPÖ)

Die sollte Kassegger auch brauchen. 2023 musste er den Posten als außenpolitischer Sprecher abgeben, nachdem er in die Planung einer Reise zu den Taliban involviert war – und Fotos von Blauen auf der Couch der Islamisten auftauchten.

Auch abseits davon werden Kasseggers Reiseaktivitäten argwöhnisch beäugt. Als Präsident des Freiheitlichen Bildungsinstituts (FBI) reiste er ausgiebig nach Südamerika und Afrika. Solche Trips gab es auch bei der Grazer FPÖ, sie werden derzeit von der Justiz geprüft, die Chats über einen Stripklub in Panama entdeckte .

Spitzenkandidat in Graz wollte Kassegger nicht werden. Diesen Posten erhielt der bislang unbekannte René Apfelknab.

Besonders pikant: Beide Jungpolitiker, die ausgeschlossen wurden, hatten beruflich eng mit Kassegger zu tun und waren auch auf Afrika-Reisen dabei. Ausgerechnet zwei Vertraute, die viel mitbekommen haben, wollten ihn offenbar abmontieren. Der Abgeordnete schreibt dem STANDARD, die Wahllisten seien "im Rahmen einer demokratischen Mehrheitsentscheidung" erstellt worden. Er selbst habe die Ausschlüsse der Männer beantragt, "aufgrund ihrer Untragbarkeit". Die Personen spielten nun "keine Rolle mehr", ebenso wenig wie "Anschüttungen oder subtile Unterstellungen". Abschließend droht er dem STANDARD mit Klage.

3. Ober sticht Unter

Die jüngeren Grazer dürfte auch der starke Einfluss der Landespartei gestört haben. Diese hat ihnen Kassegger vor die Nase gesetzt und die Kandidatenliste für die Grazer Wahl mitbestimmt. Der Finanzskandal hatte die Spitze der Stadtblauen ausradiert. Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt ermittelt mittlerweile gegen neun Personen wegen Veruntreuung, Urkundenfälschung, Untreue, Förderungsmissbrauch und teilweise Betrug. Acht davon sind (frühere) FPÖ-Funktionäre und Mitarbeiter. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Gemeinderätin Claudia Schönbacher wurde 2021, wohl gefördert von Kunasek, mit einem Stadtratsposten versehen; Klubchef wurde der junge Jurist Alexis Pascuttini. Erst Ende 2025 legte er vor dem Staatsanwalt offen, die Finanzaffäre anonym selbst angestoßen zu haben.

Und: Er gab an, dabei Hilfe erhalten zu haben. Von einem heutigen Landtagsabgeordneten, der damals Sprecher der Landespartei war, und einem Bezirkspolitiker, der ihn mit Interna aus dem Stadtratsbüro von Eustacchio versorgt habe. Beide angebliche Komplizen bestreiten das.

Jetzt kandidiert einer der beiden auf einem guten Listenplatz. Das rief Skeptiker auf den Plan. Sie forderten etwa, dass er Pascuttini verklage, wenn dessen Behauptung nicht wahr sei. Das sei jedoch zur Seite gewischt worden – in einer Sitzung, in der plötzlich Landespolitiker auftauchten.

Viele FPÖ-Kandidaten arbeiten in Büros von Landesräten. Die Grazer fühlen sich dadurch in der eigenen Stadt entmachtet. Das befeuert eine alte Rivalität zwischen den Burschenschaftern der Stadtpartei, also Akademikern, und der Landesebene, wo teils auch Schulabbrecher aktiv sind. Die Verachtung ersterer, wenn sie über zweitere sprechen, ist nicht immer gut kaschier…

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Source document: FPÖ Styria Internal Exclusions

2 reports

Der StandardIndependentCenter2 days ago
City, country, putsch: the FPÖ in Styria is going round

The article discusses internal conflicts within the Austrian Freedom Party (FPÖ) in Styria, focusing on the exclusion of two local party officials—Bernhard Dohr and Fabian Gutschreiter—on grounds of 'systematic disloyalty.' The exclusions occurred shortly before the party's campaign launch and are linked to a financial scandal affecting the FPÖ since 2021. There are hints of further exclusions after the June 26 election. The article also notes differences in leadership structures between FPÖ branches, with Vienna and Linz having city council members as party leaders, unlike Graz.

Bias read (Center): The article presents facts about internal party disputes without overtly favoring any side. It reports on exclusions, allegations of disloyalty, and connections to a financial scandal but does not take a clear stance or use biased language. The tone remains neutral, focusing on events and insider爆料s

Official sources cited

  • organisation FPÖ Styria Internal Exclusions
  • organisation Financial Scandal in FPÖ (since 2021)
KurierIndependentCenter6 days ago
René Apfelknab: 'Kunasek effect? I can't judge that'

René Apfelknab, nominated by the FPÖ as their candidate for the Graz municipal elections, discusses the party's financial scandal and current financial management practices. He states that the FPÖ Graz has been affected by the scandal but emphasizes that internal processes have improved since he took over as finance officer in 2022. Apfelknab mentions implementing single-account financial management, double-entry bookkeeping, and a multi-eye verification system to prevent misconduct.

Bias read (Center): The article presents a direct interview with René Apfelknab, providing his responses without overtly biased language or selective sourcing. It covers both the controversy surrounding the FPÖ and the party's current financial practices, offering a balanced perspective through his statements.

Official sources cited

  • statement René Apfelknab

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  • organisationFPÖ Styria Internal Exclusions
  • organisationFinancial Scandal in FPÖ (since 2021)
  • statementRené Apfelknab