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GermanyMedicine7 days ago

Chiapas between Cartels and Mining: Tragedy and Protest in Mexico's South

In southern Mexico's Chiapas region, cartels are fighting for dominance while international corporations compete for natural resources. Those who protest face significant danger.

Im südmexikanischen Chiapas kämpfen Kartelle um die Oberhand und internationale Konzerne um die Rohstoffe. Wer protestiert, lebt gefährlich.

José Luis Abarca fühlt sich nicht mehr sicher, nirgendwo. Er sitzt in einem Café in der Provinzhauptstadt Tuxtla Gutiérrez im südmexikanischen Chiapas, wenige Gehminuten entfernt von einem Wandbild, das an Verschwundene erinnert. Wenn er reist, schickt er seine GPS-Position an seine Familie. Er unterhält ein Netzwerk mit verschiedenen NGOs, auch für den Notfall. Und wenn er gelegentlich in seinen Heimatort Chicomuselo zurückkehre, folgten ihm Männer auf dem Motorrad, sagt er.

José Luis Abarca ist Anwalt. Und vor allem kämpft er für einen speziellen Fall: den seines Vaters Mariano, Aktivist gegen das damals in Chicomuselo tätige kanadische Bergbauunternehmen Blackfire Exploration. Mariano Abarca, so viel ist heute klar, wurde dafür bedroht, verprügelt, ins Gefängnis gesteckt – und 2009 erschossen. Zeugen identifizierten den möglichen Täter als Mitarbeiter des Unternehmens. Zwei weitere Männer, die verhaftet wurden, hatten ebenfalls Verbindungen zu Blackfire. Blackfire, so das Magazin Canadian Dimension , sagte dazu: „Wir können nicht kontrollieren, was Individuen in ihrem Privatleben tun.“

Belangt wurde letztlich niemand. José Luis Abarca führt den Rechtsstreit mittlerweile mithilfe internationaler Organisationen. Es geht ihm auch um die kanadische Botschaft, die, das belegen laut mehrerer Berichte Mails, Blackfire vor Ort unterstützte, trotz Kenntnis der Drohungen gegen Abarca. „Wir wollen Gerechtigkeit für Mariano Abarca“, sagt der Sohn. „Ich weiß, das wird mir meinen Vater nicht zurückbringen. Aber wir wollen einen Weg bereiten für andere.“

Der Kampf von José Luis Abarca ist vielleicht eine Art Miniatur für die Tragödie von Chiapas. Einer Provinz, wo NGOs einen „Krieg niedriger Intensität“ diagnostizieren; wo Kartelle, Paramilitärs, staatliche Akteure und internationale Bergbaukonzerne ganz alltäglich Leben zerstören . „Die Unsicherheit in Mexiko ist allgegenwärtig“, sagt Abarca. „Ein Toter mehr oder weniger, was macht das schon.“

Auch Linke wählen irgendwann rechts

Es ist ein großes Thema zur WM , vor allem dank Protestgruppen, auch zum Turnierauftakt. Aber es ist auch etwas, bei dem sich alle drei WM-Gastgeber verknüpfen. Laut Canadian Dimension waren zum Zeitpunkt von Mariano Abarcas Tod 204 von 264 ausländischen Bergbauunternehmen in Mexiko in kanadischem Besitz. „Die Unternehmen kommen zur angeblichen Entwicklung in unser Land“, sagt José Luis Abarca. „Aber das einzige, was sie bringen, ist Tod.“ Auf den ökologischen Schäden bleibt die Bevölkerung in Chiapas sitzen. Und dann sind da natürlich noch die Kartelle, unter denen viele am meisten leiden.

Mariano Abarca wehrte sich gegen die Firma BlackFire. Er wurde 2009 erschossen

Dominique Jarry-Shore/imago

Der Anwalt Abarca glaubt nicht an Hilfe von innen. Der Staat dulde die Kartelle. Das, was die Regierung Sheinbaum gegen einzelne von ihnen unternommen habe, sei nur ökonomisch motiviert, auf Druck der USA. Die USA, das ist Abarcas einzige Hoffnung. „Die USA müssen in Mexiko intervenieren. Natürlich werden sie einen Preis fordern. Aber wenn du jemanden fragst, der seine Familie verloren hat, der ist so verzweifelt und schmerzerfüllt, der sagt: Mögen sie sie alle holen kommen.“

Gustavo Castro Soto nickt, als er davon hört. Castro Soto ist Umweltaktivist und Gründer der NGO Otros Mundos, die lokale Gemeinden gegen Bergbau und Extraktivismus verteidigt. Er unterstützt auch José Luis Abarca. „Ich verstehe das sehr gut, dass leidende Menschen hier diese Unterhaltung führen“, sagt er. „Auch wenn es natürlich lächerlich ist, dass die Gringos uns befreien sollen. Es ist aber für viele schwer zu akzeptieren, dass die Regierung mit den Drogenkartellen verhandeln muss. Die Kartelle sind Player.“

Castro Soto glaubt, dass die Sheinbaum-Regierung und die ihres Vorgängers durchaus konkret Dinge verbesserten. Sie müssten jedoch viele Altlasten aufräumen. „Das ist die Tragödie in Südamerika. Viele Leute, auch Linke, stimmen irgendwann für die Rechten, weil ein linker Präsident es in vier Jahren nicht geschafft hat, den Kapitalismus zu beenden.“

Die Kartelle sagen: Baut Drogen an, nicht Mais

Das Treffen mit Gustavo Castro Soto findet in einem indigen geführten Café in San Cristóbal de las Casas statt, etwa eine Stunde von Tuxtla entfernt. Chiapas ist ein gutes Beispiel für mexikanische Zustände, einerseits. Und ein Sonderfall, andererseits. Denn richtig schlimm, sagt Castro Soto, sei es hier erst seit etwa drei Jahren. Die lange gute Lage habe auch mit den zapatistischen Gemeinschaften zu tun. „Sie haben viel Wert auf Landkontrolle gelegt. Und hier in Chiapas sind 65 Prozent des Landes in gesellschaftlichem Besitz.“

Doch ab den 2000ern seien durch Freihandelsabkommen und gekürzte Staatshilfen für die Landwirtschaft immer mehr Bäue­r:in­nen abgewandert. Denn Mais kam nun billig aus den USA. Und dann kam die Pandemie, Ve…

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taz – die tageszeitungIndependentCenter7 days ago
Chiapas between Cartels and Mining: Tragedy and Protest in Mexico's South

In southern Mexico's Chiapas region, cartels are fighting for dominance while international corporations compete for natural resources. Those who protest face significant danger.

Bias read (Center): The article presents a factual summary of the situation in Chiapas without overtly favoring any side. It mentions the presence of cartels and international corporations but does not frame the information with clear ideological bias.