Eine deutsche Aktivistin argumentiert, dass die Abhängigkeit von großen Technologieunternehmen unnötig ist und betont die Bemühungen, unabhängige Softwarelösungen zu fördern. Katharina Tiemann, Kulturwissenschaftlerin und Mitglied des Vereins Local-IT, befürwortet die digitale Autonomie durch Open-Source- und nichtkommerzielle Software. Sie betont, dass die Abhängigkeit von Tech-Riesen nicht unerlässlich ist und Alternativen fördert, die eine größere Kontrolle über persönliche Daten und demokratische Prozesse bieten.
Sie stellte fest, dass unabhängige IT-Systeme die Demokratie fördern können, im Gegensatz zu Plattformen, die von großen Konzernen kontrolliert werden. S. politische Interessen und können antidemokratische Tendenzen durch ihre Algorithmen verstärken. Durch die Verwendung von freier Software können sich Einzelpersonen von diesen Strukturen distanzieren. Als Reaktion auf Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre adressierte Tiemann das Problem der Datenerhebung durch Apps wie WhatsApp.
Außerdem hob sie hervor, wie Gesetzesänderungen, wie etwa die mögliche Einbeziehung rechtsextremer Parteien in die Regierung, die rechtlichen Grenzen digitaler Rechte verändern könnten. Tiemann erkannte Fortschritte in einigen Bereichen an und zitierte die Entscheidung des Landes Schleswig-Holstein, seine öffentliche Verwaltung auf Open-Source-Software umzustellen. Sie äußerte jedoch ihre Enttäuschung darüber, dass viele Schulen in anderen Bundesländern immer noch auf Microsoft-Produkte angewiesen sind.
Tiemann stellte fest, dass immer mehr Menschen die unnötige Abhängigkeit von Unternehmenstechnologiefirmen erkennen. Diese Verschiebung zeigt sich in der zunehmenden Teilnahme an Initiativen zur Förderung unabhängiger Software. Zum Beispiel richtete sich eine kürzlich in Ostdeutschland stattgefundene Veranstaltung namens "Flinta-Barcamp" speziell an Frauen und queere Personen und erzeugte positive Reaktionen. Das kommende Barcamp, das von Local-IT organisiert wird, findet vom 3. bis 6. September auf der Gemeindefarm WandelGut Mechow in der Nähe von Ratzeburg in Schleswig-Holstein statt.
Die Teilnehmer können vor Ort bleiben und sich über die Local-IT-Website anmelden. Die Struktur ermöglicht es den Teilnehmern, gemeinsam tägliche Aktivitäten zu bestimmen, die auf gemeinsamen Lernzielen und Wissensaustausch basieren. Jeden Morgen entscheiden die Teilnehmer gemeinsam, was sie lernen möchten und welche Fähigkeiten sie mit anderen teilen könnten. Ein Wiki dient als Speicher für vergangene Diskussionen und bietet Kontinuität und Referenz. Diejenigen, die keine spezifischen Fragen haben, können immer noch dazu beitragen, die Veranstaltung inklusiv und anpassungsfähig zu machen. Die Teilnehmer reichen von regelmäßigen Teilnehmern bis zu älteren Erwachsenen, die mit moderner IT nicht vertraut sind, und Mitgliedern gemeinschaftlicher Wohnprojekte, die neue Softwarelösungen implementieren möchten.
Die Veranstaltung fördert ein Gefühl der Gemeinschaft und kollektiver Stärkung durch gemeinsame Kenntnisse und die praktische Anwendung unabhängiger Software.
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