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AustriaCulture3 days ago

How Dürer's Rabbit Came to the Museum

The article discusses the Albertina Museum's 250th anniversary exhibition titled 'Sammeln für die Zukunft,' which highlights the museum's history and features notable artworks such as Albrecht Dürer's 'Feldhase.' The piece emphasizes the role of Erzherzogin Marie Christine, a historically underappreciated founder of the institution. It also includes quotes from Albertina Director Ralph Gleis discussing the significance of Dürer's work and the challenges of preserving delicate paper artworks.

250 Jahre Albertina

Anlässlich des 250-jährigen Jubiläums blickt die Albertina mit „Sammeln für die Zukunft“ auf die eigene Geschichte zurück – und rückt dabei auch eine lange unterschätzte Gründerfigur ins Licht: Erzherzogin Marie Christine, deren Rolle institutionsgeschichtlich bisher kaum gewürdigt wurde. Warum Albrecht Dürers berühmter „Feldhase“ hier hoppelt, und wie Caspar David Friedrich und Egon Schiele ins Haus kamen, zeigt ein Ausstellungsrundgang, der etliche Highlights der Sammlung aus dem schützenden Dunkel des Depots holt.

Online seit heute, 10.52 Uhr

Da hockt er nun wieder, auf seinem Blatt Papier, mit flauschigem Fell und dem Blick eines Fluchttiers, das jeden Moment davonspringen könnte: Dürers „Feldhase“ (1502) hat über 500 Jahre auf dem Buckel und wirkt mit seinem rasch hingepinselten Pelz immer noch quicklebendig. „Diese detaillierte Naturerfassung ist wirklich wie eine Rekreation, wie ein Lebendigwerden eines Tieres auf dem Papier – einzigartig und daher bis heute ikonisch“, betont Albertina-Direktor Ralph Gleis im ORF-Gespräch.

Schon zu Dürers Lebzeiten galt der Hase als viel kopiertes „Wunder der Beobachtung“. Zu sehen bekommt man ihn trotzdem selten: Erst zehnmal wurde er ausgestellt, zuletzt 2019 bei der großen Dürer-Ausstellung, denn Papier ist äußerst licht- und temperaturanfällig. Bei diesem Hasen werden die Lichtstunden penibel zusammengezählt, bevor entschieden wird, wann er wieder Auslauf bekommt.

Fotostrecke mit 8 Bildern

Johann August Walther: Herzog Albert von Sachsen-Teschen, 1776; Erzherzogin Marie Christine von Österreich, 1776

Michelangelo: Männlicher Rückenakt, um 1504

Albrecht Dürer: „Rhinocerus (Das Rhinozeros)“, 1515

Links: Egon Schiele: „Aktselbstbildnis“, 1910; rechts: Zeichnung von Erzherzogin Marie Christine: „Die Brieflektüre“, 2. Hälfte 18. Jahrhundert

Pieter Bruegel der Ältere: „Die großen Fische fressen die kleinen“, 1556

Caspar David Friedrich: „Blick auf Arkona mit aufgehendem Mond“, um 1805/06

Emil Nolde: „Die Wintersonne“, 1908

Links: Hieronymus Bosch: „Der Baummensch“, um 1500; rechts: Peter Paul Rubens: „Nikolaus Rubens mit Korallenschnur“, um 1619

Hochkarätige Kunst erzählt Institutionsgeschichte

Zum Jubiläum holte die Albertina auch zahlreiche weitere Highlights ihrer weltberühmten, 1,2 Millionen Werke umfassenden Sammlung ans Licht. Von Michelangelos „Rückenakt“ von 1504 bis zu Schieles ausgezehrtem Körper im „Aktselbstbildnis“ (1910) illustriert die klassisch gestaltete Schau – kuratiert von Direktor Gleis selbst – die Entstehungsgeschichte und rasche Erweiterung der Kollektion.

Zentraler Anteil von Herzogin Marie Christine

Herzog Albert von Sachsen-Teschen gilt gemeinhin als Gründervater der Albertina, seit 1864 trägt das Haus auch seinen Namen. Die Jubiläumsschau rückt das Geschichtsbild zurecht, indem sie die Rolle seiner Frau Erzherzogin Marie Christine hervorstreicht: Die Lieblingstochter von Maria Theresia war selbst Kunstliebhaberin und passable Zeichnerin. Albert hingegen stammte aus niederem Adel, die Verbindung galt als eine der wenigen echten Liebesheiraten ihrer Zeit.

Das Paar beauftragte den österreichischen Gesandten in Venedig, Conte Giacomo Durazzo, wertvolle Druckgrafiken zusammenzutragen. 1776 folgte die Übergabe von 10.000 Kupferstichen – die Geburtsstunde einer Sammlung, die sich der Idee der Aufklärung verpflichtet sah: Sie sollte nicht privatem Besitzdenken dienen, sondern die Allgemeinheit „belehren und erfreuen“.

Mehrere Druckvarianten von Dürers „Rhinoceros“ (1515) gehören zum frühesten Sammlungsinventar

Tauschaktion als Sammlungscoup

Auf dem Wunschzettel stand schlichtweg alles. Das kunstsinnige Paar interessierte sich auch für technische Vorgänge. Zu den frühesten Sammlungsobjekten zählen Dürers „Adam und Eva“ (1504) und sein „Rhinoceros“ (1515), das in zwei verschiedenen Druckausfertigungen ausgestellt ist.

Die erworbenen Mehrfachkopien erwiesen sich als kluges Investment: 1796 tauschte man Dubletten der Druckgrafiken gegen ein Konvolut von 530 Zeichnungen aus der kaiserlichen Hofbibliothek. Neben dem „Feldhasen“ gelangten einige der kostbarsten Stücke in die Sammlung, darunter Hieronymus Boschs mysteriöses Mischwesen „Der Baummensch“ (um 1500) und Pieter Bruegels Federzeichnung „Die großen Fische fressen die kleinen“ (1556), aus deren aufgeschnittenem Riesenfisch allerhand kleinere Meereswesen purzeln.

Einen ganz anderen Ton schlagen die Kopfstudien an, die Peter Paul Rubens 1619 von seinen Kindern angefertigt hatte – ungewöhnlich zart und von großer Zuneigung. „Kein schlechter Tausch“, sagt Gleis augenzwinkernd.

Erst ab 1900 Ausstellungsbetrieb

Auch die Erben des Paares bewiesen Gespür: Man sammelte nicht nur alte Meister, sondern erwarb von Caspar David Friedrich das größte verfügbare Werk – eine in Orange getauchte frühe Zeichnung von 1805/06, in der Friedrich bereits die melancholische Stimmung und die schroffen Kreidefelsen der Ostsee-Insel Rügen einfing. Dass der Zeitgenosse eines Tages Weltruhm erl…

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Source document: ORF-Gespräch mit Ralph Gleis

2 reports

KurierIndependentCenter3 days ago
Albertina is celebrating its anniversary: paper for eternity and a rabbit for all

The article discusses the Albertina museum's centenary exhibition 'Sammeln für die Zukunft,' highlighting its collection criteria and historical acquisitions. It mentions the famous Albrecht Dürer drawing 'Feldhase' and explains how it entered the museum's collection through a significant misjudgment in 1796. The piece also touches on the museum's origins and its current strategy of showcasing its best works to tell its detailed history.

Bias read (Center): The article provides a factual overview of the Albertina museum's history, its collection policies, and its centenary exhibition without taking a clear ideological stance or using biased language. It presents historical events and facts neutrally.

ORF NewsState / PublicCenter3 days ago
How Dürer's Rabbit Came to the Museum

The article discusses the Albertina Museum's 250th anniversary exhibition titled 'Sammeln für die Zukunft,' which highlights the museum's history and features notable artworks such as Albrecht Dürer's 'Feldhase.' The piece emphasizes the role of Erzherzogin Marie Christine, a historically underappreciated founder of the institution. It also includes quotes from Albertina Director Ralph Gleis discussing the significance of Dürer's work and the challenges of preserving delicate paper artworks.

Bias read (Center): The article focuses on cultural heritage and historical exhibitions without taking a political stance or showing bias toward any particular ideology. It provides factual information about the museum's anniversary and its collection, with no evident framing that favors one side over another.

Official sources cited

  • organisation ORF-Gespräch mit Ralph Gleis

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  • organisationORF-Gespräch mit Ralph Gleis