Das Öl müsse wieder fließen, sagte US-Präsident Donald Trump am Sonntag (14.6.26), als er die Einigung mit dem Iran verkündete. Die Einzelheiten der Vereinbarung stehen zwar noch unter Verschlus s, aber Trump erklärte später, die Straße von Hormus werde "vollständig wieder geöffnet". Diese Woche solle die bilaterale Absichtserklärung in Genf unterzeichnet werden. Dort wollten die USA und der Iran noch einmal direkt verhandeln .
Die Meeresenge zwischen dem Iran und dem Sultanat Oman ist ein Nadelöhr der globalen Energieversorgung. 20 Prozent des weltweiten Ölverbrauchs wurden durch die bis zu 30 Kilometer schmale Wasserstraße transportiert, bevor der Iran die Transportroute mit seinen bewaffneten Schnellbooten und Minen komplett sperrte. Dies geschah als Vergeltung auf die Militäraktion der USA und Israels im Februar. Bei Luftangriffen waren militärische Ziele im Iran bombardiert und ranghohe Politiker getötet worden, darunter der oberste Revolutionsführer Ajatollah Ali Chamenei . Seit Wochen gilt nun eine brüchige Waffenpause.
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Unbestätigte Details der Absichtserklärung, die von regierungsnahen iranischen Medien veröffentlicht wurden, zeigen jedoch, dass die künftige Rolle des Iran in der Straße von Hormus noch Gegenstand der Verhandlung sein werde. Die iranische Nachrichtenagentur FARS berichtete, dass die "iranisch-omanische Souveränität über die Straße von Hormus" erst in letzter Minute in die Verhandlungen aufgenommen worden sei. Die USA hätten "akzeptiert", dass "Mautgebühren" von den Reedereien an den Iran gezahlt würden, wenn deren Containerschiffe durch die Straße von Hormus fahren.
Diese Darstellung wurde von den USA jedoch wieder zurückgewiesen. US-Vizepräsident JD Vance sagte gegenüber dem US-Sender CNBC, dass die Meerenge langfristig gebührenfrei geöffnet bleibe. Dies sei nun etwas, "was wir in diesen technischen Verhandlungen klären werden."
Schwache Dominanz der USA
Die Welt registriert mit großem Erstaunen, dass die Supermacht USA trotz ihrer überwältigenden militärischen Stärke und Präsenz in der Golfregion gezwungen wird, mit dem Iran lediglich über eine Rückkehr zum Status quo der Straße von Hormus wie vor Beginn des Kriegs zu verhandeln.
Die Fähigkeit des Iran, asymmetrisch - also mithilfe von Drohnen, Minen auf der Schiffsroute und kleinen Schnellbooten - den freien Schiffsverkehr lahmzulegen, stellt die Fähigkeit der USA, eine freie Schifffahrt zu gewährleisten, infrage.
US-Marineschiff USS Michael Murphy beim Versorgungsmanöver auf hoher See im April 2026 (Archiv) Bild: US Navy/AFP
"Dies ist ein Schlag ins Gesicht der USA als globale Supermacht und untergräbt den Status als Garant der Freiheit der Schifffahrt. Der Iran-Krieg hat die USA in eine schwächere Position gebracht als zu Beginn des Krieges", meint Rebecca Lissner, Senior Fellow der US-Denkfabrik Council on Foreign Relations (CFR) im Gespräch mit der DW. "Der Iran-Krieg hat zwar die außergewöhnliche militärische Stärke der USA gezeigt, aber gleichzeitig auch ihre Unfähigkeit, diese Stärke in etwas umzuwandeln, das einem strategischen Sieg gegenüber dem Iran auch nur annähernd gleich kommt."
Von den zahlreichen Zielen, die US-Präsident Donald Trump zu Kriegsbeginn genannt hatte, gilt nur eines bislang als erreicht: die "Vernichtung" der iranischen Marine. Das Center for International and Strategic Studies (CSIS) schätzt, dass der Iran "den Großteil seiner Seestreitkräfte" in weniger als zehn Tagen verloren hatte.
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Eine konventionelle Marine war für den Iran aber nicht nötig, um die Schifffahrt in der Straße von Hormus zu stoppen. Seine asymmetrischen Drohnenangriffe auf Energieanlagen anderer Golfstaaten schreckten die USA davon ab, den Konflikt weiter zu eskalieren - zum Beispiel mit einer Bodenoffensive. Teherans Stellvertreter im Jemen und im Libanon, die Huthi-Miliz und die Hisbollah, bleiben weiter eine Bedrohung für die US-Verbündeten in der Region wie Israel und andere.
Europa will nun erreichen, dass die Straße von Hormus gebührenfrei bleibt. Dies wurde am Rande des Gipfeltreffens der G7-Gruppe im französischen Evian deutlich. Europa sei bereit, den USA mit eigenen Kriegsschiffen zu helfen. US-Präsident Trump war nicht wirklich beeindruckt von der Idee und sagte dem Gastgeber, dem französischen Präsident Emmanuel Macron, am Montag (15.6.26), die USA bräuchten nicht "viel Hilfe". Es sei "keine schlechte Idee, ein oder zwei Schiffe von Europa" dabei zu haben.
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