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GermanySports3 days ago

Sports in Mexico City: A little bit of utopia

The article describes Utopía Libertad, a community center offering sports and recreational activities in Iztapalapa, one of the most precarious and violence-affected districts of Mexico City. The center is located near a local prison and features murals promoting feminist anti-capitalist themes. Despite the area's challenges, the space provides a sense of dignity and community.

Am Rande von Mexiko-Stadt, in einem der prekärsten Stadtbezirke, gibt es die Utopía Libertad. Es ist ein Zentrum, in dem Sport für alle angeboten wird.

Der Ort heißt Utopía Libertad , Utopie Freiheit. Man muss ein ganzes Stück zurücklegen aus dem Zentrum von Mexiko-Stadt , um in diese bessere Welt zu gelangen. Erst mit der Metro, dann mit dem Bus, gut eineinhalb Stunden dauert die Fahrt. Denn die Utopie Freiheit befindet sich in Iztapalapa, einem der prekärsten und am meisten von Gewalt betroffenen Bezirke von Mexiko-Stadt, den viele Be­woh­ne­r:in­nen des gentrifizierten Stadtzentrums eher selten aufsuchen.

Man sieht Iztapalapa die Prekarität an, trotzdem wirkt es würdevoll, auch optisch. Die Wände der Häuser sind heute mit bunten Murals dekoriert, Ergebnis eines Projekts, um Iztapalapa lebenswerter zu machen. Es ist mehr als nur ein Übertünchen von Armut.

Die Utopía Libertad befindet sich – man kann das ironisch finden – direkt angrenzend an die Mauer des lokalen Gefängnisses. „Feministischer Antikapitalismus“, verkündet dort ein Mural. Gefängnisse hat dieser Antikapitalismus offenbar nicht abschaffen wollen. Aber doch wurde einiges geschafft. Die Utopie Freiheit ist ein Park, der auf den ersten Blick gar nicht so besonders wirkt. Menschen gehen dort an diesem Samstagnachmittag mit ihren Hunden spazieren, eine Gruppe Jungs spielt Fußball auf einer Multifunktionsfläche.

Die taz bei der Fußball-WM

Der Ball ist rund und die taz ist ihm dicht auf den Fersen. Unsere Reporterin Alina Schwermer ist auf einem Roadtrip (meist) per Bus und berichtet in Reportagen und in ihrem Blog – manchmal auch aus den Stadien, aber noch viel öfter über alles drumherum. Alle Spiele werden von ausgeschlafenen tazler:innen für Sie hier in „Alle Spiele“ kurz zusammengefasst. Dann gibt es das ganz geheime Tagebuch von Fifa-Dingsbums Gianni Infantino. Und alles andere rund um die WM finden Sie hier .

Direkt daneben sind ältere Erwachsene in eine Partie Tennis vertieft und ein Plakat kündet vom nächsten Golfturnier. So weit, so alltäglich. Doch viele, die in der Utopie Freiheit etwa Tennis oder Golf spielen, würden in einem normalen Klub niemals auftauchen. Die Sport­le­r:in­nen kommen aus der prekären Nachbarschaft, hatten oft mit den Sportarten der Reichen und Mächtigen nichts zu tun – bis das kostenlose Angebot kam. Die Sportgeräte kann man ebenfalls umsonst nutzen. Wie fast alles in der Utopía.

Kostenlose Gemüsegärten

Ana Melgar, die Koordinatorin der Utopie, braucht eine Weile, um aufzuzählen, was es hier alles ohne Bezahlung gibt. Einen Gemüsegarten, dessen Produkte für gesunde Küche genutzt werden, einen kleinen Hof, damit die Stadtkinder mit Tieren in Berührung kommen. Musikunterricht, Zeichnen, Basteln, Frühförderung, Tanzen und eine indigene Schwitzhütte; auch deren Besuch können sich prekär lebende Menschen sonst oft nicht leisten.

Es gibt ärztliche Versorgung, Zahnärzt:innen, Psycholog:innen, Programme zu kritischer Männlichkeit für Jungs. Dann sind da eigene Räume für Se­nio­r:in­nen und Reha-Angebote für Menschen mit Behinderung, der Wäschereiservice, eine eigene Tortillería mit pestizidfreiem Mais, Unterstützungsprogramme bei der Eröffnung eines Business, ein Planetarium. Und eben der riesige Sportbereich, der auch noch ein Schwimmbad, Trampoline, Beachvolleyball und Kurse im Karate, Capoeira und Tai-Chi umfasst. Alles umsonst.

„Diese Projekte sollen den verletzlichsten Menschen in Mexiko-Stadt Räume und Qualitätsangebote bieten“, sagt Ana Melgar. „Aber alle Utopien sind anders“, schiebt sie nach. „Wie sie gestaltet sind, entscheiden die Versammlungen.“ Denn nein, die Utopía Libertad ist nicht die einzige. Mexiko-Stadt ist ein Ort, von dem derzeit vielleicht eine Revolution des öffentlichen Daseins ausgeht.

Die Idee dazu stammt von Clara Brugada , aktuell Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt und davor Bezirksbürgermeisterin für Iztapalapa. Sie ließ sich bei einem Besuch in Kolumbien von kostenlosen Gesundheits- und Gemeinschaftszentren inspirieren. Die Idee der Utopías ist noch ambitionierter: Orte, die gesellschaftliches Dasein nicht mehr kapitalistisch begreifen. Wo die Prekärsten Zugang zu hochwertigen Angeboten haben. Und soziale Netze knüpfen.

Schafft Hundert Utopías!

Hier am äußersten Rand der Metropole begann Brugadas Team vor einigen Jahren mit dem Projekt. In Iztapalapa allein gibt es derzeit 15 Utopien, eine weitere soll bald öffnen; bis zum Ende von Brugadas Amtszeit als Bürgermeisterin sollen in ganz Mexiko-Stadt 100 Utopías entstehen. Wie die aussehen, werde basisdemokratisch in Versammlungen entschieden, berichtet Ana Melgar. „Und wenn jemand sagt: Ich hätte gern Bogenschießen, dann bauen wir das ein. Denn dann wird das Angebot auch genutzt.“ Vor allem gehe es darum, Sportarten einzubauen, zu denen sonst der Zugang erschwert sei. Die Nachfrage sei so hoch, „dass die Utopía sich schon klein anfühlt“.

Es klingt nach einer eindrucksvollen Idee – aber auch nach einer teuren. 100 Millionen Pesos koste…

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taz – die tageszeitungIndependentCenter3 days ago
Sports in Mexico City: A little bit of utopia

The article describes Utopía Libertad, a community center offering sports and recreational activities in Iztapalapa, one of the most precarious and violence-affected districts of Mexico City. The center is located near a local prison and features murals promoting feminist anti-capitalist themes. Despite the area's challenges, the space provides a sense of dignity and community.

Bias read (Center): The article presents a balanced description of Utopía Libertad without overtly favoring any political perspective. It highlights both the social challenges of Iztapalapa and the positive aspects of the community center, using neutral language and avoiding ideological commentary.