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GermanyCulture4 days ago

S. Fischer moves to Berlin or Munich, as long as it's not Frankfurt.

The article discusses the relocation of the publishing house S. Fischer from Frankfurt to either Berlin or Munich, noting the historical background of the publisher, which was founded in Berlin in 1886 and moved to Frankfurt in 1948 after returning from exile. It mentions the connection to the Holtzbrinck group and other traditional publishers like Rowohlt and Kiepenheuer & Witsch, who have established presences in Berlin. The decision to move is attributed to rising costs in Berlin, particularly housing prices and operating expenses, alongside challenges in the struggling book market.

Die Nachricht, dass der Verlag S. Fischer von Frankfurt nach Berlin umzieht, ist bei der kurzfristig anberaumten Mitarbeiterversammlung heute Mittag gewiss eingeschlagen wie eine Bombe. Ihnen war die Absicht, diesen Schritt zu tun, zwar schon seit Ihrem Antritt als Verlagschef immer wieder unterstellt worden, aber es war auch immer beschwichtigt worden. Gab es doch einen Masterplan für diesen Umzug seit 2022?

Vor vier Jahren hatte ich tatsächlich ausschließlich geplant, ein größeres Büro in der Rosenstraße als freundliche Berliner Dependance anzumieten. Dass daraus eine Verlagerung des Hauptsitzes wird, hat sich erst ergeben durch die massiven Bewegungen des Buchmarktes und die überaus positiven Erfahrungen mit dem Berliner Büro – und auch erst in den letzten Monaten. In den Jahren seit 2022 haben sich der Buchmarkt und auch unsere Haltung zum Umzug verändert.

In welche Richtung? Allein der Drang nach Osten wird es ja nicht sein.

Berlin war nicht der Anfang der Überlegungen. Am Anfang stand die Überzeugung, dass es eine grundlegende Veränderung braucht, um gut aufgestellt zu sein für die rasanten Marktentwicklungen. Die Atmosphäre, die wir in der Rosenstraße in den letzten drei Jahren gemeinsam geschaffen haben, setzt sehr spürbar neue Energie frei. Das liegt sicher nicht nur an der Stadt Berlin, aber auch. Bestimmt kommt die Energie auch von der Veränderung, die wir alle dort auf uns genommen haben. In einer Zeit von mobiler Arbeit, in der nicht alle jeden Tag im Büro sind, sind Verlagsräume nicht mehr bloß ein Arbeitsplatz, sondern in unserer Vorstellung auch ein Begegnungsort – für uns mit unseren Autorinnen, aber auch für unsere Autorinnen mit dem Literaturbetrieb und mit Leserinnen. Und darüber hinaus ist das Berliner Büro auch ein Veranstaltungsort geworden. Die Rosenstraße hat das Netzwerk im Kulturleben verbessert. Wir sind da und spüren das. Wir haben dort inzwischen bestimmt dreißig Veranstaltungen für Presse und Buchhandel gemacht. Unser Theaterverlag hatte große Veranstaltungen mit seinen Autorinnen und Dramaturgen und Regisseurinnen dort. Vor ein paar Wochen haben sich an einem Wochenende dreißig russische Autoren in unserem Konferenzraum getroffen, der dafür eigentlich viel zu klein ist, und den „PEN Sprachen Russlands“ gegründet. Das Verlagsgeschäft beruht auf Begegnungen und Gesprächen, da schafft die Präsenz in Berlin Möglichkeiten.

Nun hat Frankfurt die Buchmesse, den Flughafen, eine stärkere ökonomische Basis. Zählt das alles gegenüber der atmosphärischen Verbesserung nicht?

Die Veränderungen im Markt sind so gravierend, dass wir darauf reagieren müssen. Die aktuelle Marktentwicklung, KI und weitere Zukunftstrends setzen uns und alle Buchverlage sehr unter Druck. Wir müssen und wollen darauf reagieren, und nicht nur mit atmosphärischen Verbesserungen. Ich habe ja selbst lange und sehr gern in Frankfurt gelebt und gearbeitet und habe die Stadt immer als sehr lebendig und weltoffen erlebt. Unsere Entscheidung hat, so paradox es klingen mag, mit Frankfurt gar nichts zu tun.

Was hat denn Berlin mit KI zu tun? Müssten Sie dann nicht eher ins Silicon Valley?

Ins Silicon Valley wollen wir sicher nicht. Der Buchmarkt wird von einer extremen Marktkonzentration und rein algorithmengesteuerten Titel-Zuspitzungen beherrscht. Das traditionelle bürgerliche System aus Großkritiker-Feuilleton, klassischen Verlagen als geistigen Zentren und dem beratenden Sortimentsbuchhandel bricht unaufhaltsam weg. Es findet ein Übergang hin zu einem plattformgesteuerten Aufmerksamkeitsmarkt statt, in dem die Ökonomie der Plattformen sich die Kultur einverleibt hat. Das passiert nicht erst seit gestern, natürlich nicht. Aber es beschleunigt sich. An die Stelle des belesenen Buchhändlers tritt immer mehr eine von Algorithmen gelenkte, flächendeckende Fokussierung auf ganz wenige Spitzentitel, was zu einer digitalen Monokultur führt. Das bildungsbürgerliche Publikum schwindet, die Lesekompetenz sinkt, und die absichernde Backlist verliert an Kraft. Das sind große Herausforderungen für Publikumsverlage wie Fischer. Und was verschärfend dazu kommt: In weiten Teilen des Literaturbetriebs herrscht der lähmende Aberglaube: „Das mit der Literatur ist vorbei.“ Ich glaube das nicht. Ich nehme an, auch die Kollegen bei Hanser und Suhrkamp , bei Droschl, Matthes & Seitz oder Voland & Quist und im Verbrecher Verlag glauben das nicht. Aber kulturpessimistische Behauptungen dieser Art entwickeln eine gewisse Überzeugungskraft und verwandeln sich ungeprüft in Realität. Verlage wie die genannten (und andere) treten dem mit ihren Programmen entgegen. Sicher der beste Weg, die Kräfte zu bündeln.

Verbindet sich Ihr Umzug auch mit der Erwartung einer Personalreduktion, wie es vor sechzehn Jahren bei Suhrkamp der Fall war, als dieser Verlag von Frankfurt nach Berlin umzog?

Es handelt sich ausdrücklich nicht um ein Sparprogramm und nicht um eine Maßnahme mit dem Ziel eines Personalabbaus. Der Umzug nach Berlin versteht sich als Investiti…

Read the full article at Frankfurter Allgemeine (FAZ)

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Frankfurter Allgemeine (FAZ)Independent🔒Center4 days ago
S. Fischer moves to Berlin or Munich, as long as it's not Frankfurt.

The article discusses the relocation of the publishing house S. Fischer from Frankfurt to either Berlin or Munich, noting the historical background of the publisher, which was founded in Berlin in 1886 and moved to Frankfurt in 1948 after returning from exile. It mentions the connection to the Holtzbrinck group and other traditional publishers like Rowohlt and Kiepenheuer & Witsch, who have established presences in Berlin. The decision to move is attributed to rising costs in Berlin, particularly housing prices and operating expenses, alongside challenges in the struggling book market.

Bias read (Center): The article provides a factual overview of the relocation of S. Fischer without taking a clear stance or using biased language. It presents historical context and economic factors influencing the decision, maintaining neutrality in tone and framing.

Frankfurter Allgemeine (FAZ)Independent🔒Center5 days ago
Oliver Vogel in conversation: Our move is an investment

The article discusses the decision by publisher S. Fischer to move its headquarters from Frankfurt to Berlin. The CEO, Oliver Vogel, explains that the move was initially planned as a smaller office in Berlin but evolved into relocating the main office due to changes in the book market and positive experiences with the Berlin office. He emphasizes that the move was driven by the need for fundamental change to adapt to rapid market developments and the new energy created in Berlin.

Bias read (Center): The article presents a straightforward interview with Oliver Vogel discussing business decisions related to relocation. There is no overt political framing, bias, or ideological slant. The content focuses on business strategy and market dynamics without taking a stance on political issues.