Ravensburger übernimmt Steiff : Elefantenhochzeit im Kinderzimmer
Das Spiele-Unternehmen Ravensburger steigt beim Plüschtierhersteller Steiff ein. Damit sind zwei der bekanntesten deutschen Spielzeugmarken bald eng verflochten.
Wie es leibt und mittelmäßig lebendig wirkt: Plüschtier von Steiff, natürlich mit „Knopf im Ohr“
Marijan Murat/dpa
dpa | Der Knopf im Ohr steht in Zukunft unter Ravensburger-Regie: Der Spielehersteller übernimmt eine Mehrheit am Plüschtierhersteller Steiff, wie beide Unternehmen gemeinsam mitteilten. Verkäuferin ist die Steiff Beteiligungsgesellschaft, die von den Erben der Gründerin Margarete Steiff gehalten wird. Steiff soll weiterhin eigenständig geführt werden.
Durch den Schritt sind zwei der bekanntesten deutschen Spielzeugmarken künftig eng verflochten. Ravensburger ist vor allem für Gesellschaftsspiele, Puzzles und Sammelkarten bekannt. Klassiker sind beispielsweise „Fang den Hut“, „Memory“, „Das verrückte Labyrinth“ und „Scotland Yard“. In vielen Kinderzimmern finden sich heute aber auch das spielerische Lernsystem „Tiptoi“ und die modulare Kugelbahn „GraviTrax“ der Oberschwaben.
Steiff gilt als Erfinder des Teddybären und steht seit mehr als 140 Jahren für hochwertige Plüschtiere – erkennbar am markanten Knopf im Ohr. Der Sitz der Firma ist in Giengen an der Brenz, im Osten Baden-Württembergs. In welcher Höhe sich Ravensburger genau beteiligt, blieb offen. Der Familienanteil werde wesentlich bleiben, hieß es. Zum Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe.
taz schneller googeln
Sie nutzen Google? Sie wollen beim Googeln taz-Texte besser finden? Dann können Sie mit einem Google-Konto die neue Funktion „bevorzugte Quellen“ nutzen. Um die taz als „bevorzugte Quelle“ einzustellen, müssen Sie nur diesen Link anklicken und einen Haken setzen. Fertig.
Sie wollen Google meiden? Kein Problem, es gibt zahlreiche Alternativen. Stellvertretend erwähnt seien Ecosia , DuckDuckGo oder Startpage .
Mehr Details zur Funktion „bevorzugte Quelle“ bei Google finden Sie hier .
Familie Steiff stellt Weichen für die Zukunft
Ravensburger-Chef Clemens Maier begründete den Schritt mit der emotionalen Stärke der Kultmarke: „Unser Firmengründer Otto Maier war inspiriert von der Vorstellung, Spielzeug für Hirn, Hand und Herz zu entwickeln. Steiff steht dabei in besonderer Weise für das Herz“, sagte der Manager. Die Produkte seien seit Generationen für viele Menschen Teil ihrer Kindheit.
Mit dem Verkauf will die Familie die Weichen für eine langfristige Perspektive des Traditionsunternehmens stellen. „Für uns war entscheidend, Steiff in verantwortungsvolle, unternehmerische Hände zu geben, die die Marke, die Werte und Geschichte verstehen und respektieren“, teilte der Geschäftsführer der Beteiligungsgesellschaft, Frederik Reimann, mit. Ravensburger stehe wie kaum ein anderes Unternehmen für genau diese Haltung. Steiff-Chef Frank Rheinboldt ergänzte, die Partnerschaft schaffe den Rahmen, internationale Potenziale gezielt zu nutzen und Tradition mit neuen Impulsen zu verbinden.
Ravensburger mit Umsatzrückgang
Für Ravensburger kommt die Ankündigung in einer Phase des wirtschaftlichen Gegenwinds. Nach einem Rekordumsatz von 790 Millionen Euro im Jahr 2024 – angetrieben vom Hype um das Sammelkartenspiel „Disney Lorcana“ – ging der Umsatz 2025 auf 742 Millionen Euro zurück. Das Kerngeschäft mit Spielen, Puzzles und Büchern legte nach früheren Angaben zwar zu. Der Sammelkarten-Boom habe aber merklich nachgelassen.
Außerdem steige der Kostendruck entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Schwaben hatten daher angekündigt, an Strukturen und Kosten zu arbeiten. Das umfasst auch einen Stellenabbau im unteren zweistelligen Bereich. Zuletzt waren bei dem Spielehersteller gut 2.500 Menschen in Ravensburg und in einem Werk in Tschechien beschäftigt.
Events und personalisierte Produkte im Fokus
Bereits im Frühjahr hatte Ravensburger angekündigt, sich breiter aufzustellen. Unter anderem soll das Eventportfolio ausgebaut werden. Dazu gehören Sammelkarten-Turniere und Speedpuzzle-Wettbewerbe. An Bedeutung gewinnen demnach auch personalisierte Angebote wie Fotopuzzles.
Die Steiff-Übernahme ist nicht der erste Zukauf des Unternehmens in jüngster Zeit: Ravensburger hat sich zuletzt mehrheitlich am NordSüd Verlag beteiligt – dem größten Schweizer Kinderbuchverlag, bekannt für Klassiker wie „Der Regenbogenfisch“ und „Lars, der kleine Eisbär“. Ravensburger baut damit sein Kinderbuchsegment aus und sichert sich Zugang zu etablierten Figuren. Zur Ravensburger-Gruppe gehören unter anderem bereits Marken wie Brio, die für Holzeisenbahnen bekannt sind, und der Spielkartenverlag FX Schmidt. Mit Steiff kommt nun ein weiterer großer Name hinzu.
Vom Nadelkissen zum Teddybären
Die Geschichte von Steiff beginnt nicht mit einem Teddybären, sondern einem anderen Tier: Nach der Schneiderlehre macht sich Margarete Steiff 1877 mit einem Filzges…
Read the full article at taz – die tageszeitung →📄Source document: Ravensburger spokesperson statement
5 reports
Frankfurter Allgemeine (FAZ)Independent🔒Center4 days ago Traditional brands united: Steiff to become more international with RavensburgerRavensburger, a German toy manufacturer, has acquired a majority stake (60%) in Steiff, a renowned teddy bear producer. The acquisition is subject to approval by antitrust authorities. Both companies stated that Steiff will remain independently managed under its current leadership. The move aims to enhance market presence and customer reach through synergies between their product lines.
Bias read (Center): The article presents factual information about a corporate merger without overtly favoring any political stance. It focuses on business strategy and does not include commentary or framing that suggests ideological bias.
Official sources cited
- organisation Ravensburger spokesperson statement
- organisation Margarete Steiff GmbH
Süddeutsche ZeitungIndependent🔒Center4 days ago The teddy bear maker Steiff is going to Ravensburger.The teddy bear manufacturer Steiff is being acquired by Ravensburger.
Bias read (Center): The article reports on a business acquisition without taking a stance or using biased language. It focuses on the factual event of Steiff being acquired by Ravensburger.
taz – die tageszeitungIndependentCenter4 days ago Ravensburger takes over Steiff: Elephant wedding in the nurseryThe toy company Ravensburger has acquired a majority stake in Steiff, a renowned plush toy manufacturer known for creating the teddy bear. Both companies announced the acquisition, with Steiff continuing to operate independently under new ownership. Ravensburger is well-known for board games, puzzles, and educational toys such as 'Tiptoi' and 'GraviTrax.' Steiff, based in Giengen, Baden-Württemberg, has been producing high-quality plush toys for over 140 years.
Bias read (Center): The article provides a factual overview of a corporate merger without taking a stance or using biased language. It focuses on business developments and does not involve political commentary or controversy.
Official sources cited
- press release Ravensburger and Steiff Announce Acquisition
BildParty-alignedCenter4 days ago Toys wedding: Ravensburger takes over the majority of SteiffRavensburger has acquired a majority stake in Steiff, marking a significant merger in the toy industry.
Bias read (Center): The article reports on a business acquisition without taking a stance or using biased language. It focuses on the merger between two companies without any political commentary or framing.
n-tvParty-alignedCenter4 days ago Ravensburger to take over majority stake in the toy company SteiffRavensburger has acquired a majority stake in the plush toy manufacturer Steiff.
Bias read (Center): The article reports on a business acquisition without taking a stance or using biased language. It focuses on the economic transaction between two companies without involving political figures, parties, or policy issues.