Oxfam zu G7-Gipfel in Frankreich : Einknicken vor Trump
48 Milliarden US-Dollar strichen G7-Staaten bei Entwicklungsgeldern. So viel Geld verdienen Milliardär*innen aus diesen Ländern in nur 9 Tagen.
Oxfam-Aktivisten bei einer Protestaktion gegen den G7-Gipfel in Publier bei Évian-les-Bains, Frankreich am 14. Juni
Christian Hartmann/rtr
Beim G7-Gipfel 2025 warnte die Entwicklungsorganisation Oxfam noch die sieben reichsten Länder des Globalen Nordens davor, ihre Entwicklungsgelder wie geplant um mehr als ein Viertel zu kürzen . Damit stünden 44 Milliarden US-Dollar weniger zur Verfügung, um global in Sicherheit und Menschenrechte zu investieren, rechneten sie damals. Nun steht fest: Die G7-Staaten haben 2025 sogar 48 Milliarden US-Dollar weniger gegeben.
Den Großteil haben die USA gestrichen, aber die anderen Staaten sind mitgezogen.
Den Großteil haben die USA gestrichen, aber die anderen Staaten sind mitgezogen. Das Geld fehlt in der globalen Gesundheitsversorgung, Katastrophenhilfe, Klimaschutz oder langfristigen Entwicklungsvorhaben.
Vor dem diesjährigen G7-Gipfel im französischen Évian will Oxfam die Staatschefs an die Folgen dieser Politik erinnern. „Während Familien Mahlzeiten auslassen und Regierungen lebensrettende Hilfsleistungen kürzen, erleben wir gerade einen grotesken Boom für Milliardäre“, kritisiert Amitabh Behar , Chef von Oxfam International.
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48 Milliarden US-Dollar – um ziemlich genau so viel wächst das Vermögen der Milliardär*innen in den G7-Ländern in nur neun Tagen, rechnet Oxfam vor. Und: Die sechs größten Ölkonzerne machen derzeit infolge des Kriegs gegen Iran und der Schließung der Straße von Hormus rund 400 Millionen US-Dollar Zusatzgewinne. Pro Tag. Das schätzt Oxfam auf Grundlage von Daten der Finanzanalyseplattform S&P Capital IQ.
Keine Krisenmaßnahmen
Oxfam kritisiert die Staatschef:innen von Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan und Großbritannien, also der G6, vor US-Präsident Donald Trump einzuknicken. Im Vergleich zu früheren Krisen, wie der COVID-19-Pandemie oder den Folgen von Russlands Angriff in der Ukraine, fehlten in der jetzigen Krise koordinierte internationale Maßnahmen, wie etwa den Schuldendienst ärmerer Länder vorübergehend auszusetzen oder über den Internationalen Währungsfonds Notkredite bereitzustellen.
Oxfam fordert zudem, Milliardenvermögen sowie Übergewinne zu besteuern und die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit zu erhöhen. „Sich zu weigern zu handeln, nur weil Washington nicht mitmacht, ist keine Diplomatie – es ist Feigheit. Und es wird den Abstieg der G6 in die globale Bedeutungslosigkeit nur beschleunigen“, mahnt Behar.
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