17.06.2026, 17.06 Uhr
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1. Es gilt das gepöbelte Wort
Trump in Évian
Es gilt das gesprochene Wort. Diesen Hinweis geben Pressesprecher üblicherweise, wenn sie vorab die Redetexte von Politikern verschicken. Die Presse soll sich vorbereiten können, soll aber nur aus dem zitieren, was wirklich gesagt wird.
Beim Rahmenabkommen zum möglichen Ende des Irankriegs setzt Donald Trump auf die Maxime: Es gilt das gepöbelte Wort. Der Text des Entwurfs ist jetzt laut Medienberichten durchgesickert. Die USA verpflichten sich demnach beispielsweise, »alle Arten von Sanktionen« aufzuheben, die derzeit gegen Iran bestehen, sollte ein endgültiges Abkommen zustande kommen. Iran wiederum soll »sofortige Schritte« unternehmen, damit sich der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus normalisiert ( hier die 14 Punkte ). »Der Wortlaut illustriert, was seit Tagen offenbar ist«, sagt mein Kollege Fritz Schaap aus unserem Auslandsressort: »Das als Sieg zu verkaufen, wird für Trump sehr schwer. Die USA haben mit ihrem Feldzug eine strategische Niederlage erlitten.« ( Mehr Hintergrund hier .)
Aber Trump wäre nicht Trump, wenn er die Niederlage nicht versuchen würde wegzupöbeln. Das Abkommen sei »nicht final«. Und er droht: »Es ist eine Absichtserklärung. Und wenn sie mir nicht gefällt, fangen wir wieder an, auf sie zu schießen und Bomben auf ihre Köpfe zu werfen«, sagte er heute. Unterzeichnet werden soll das Papier am Freitag.
Und Deutschland? Gerade bereitet die Bundesregierung einen schnellen Marineeinsatz in der Straße von Hormus vor, wie meine Kollegen Matthias Gebauer, Dietmar Hipp und Paul-Anton Krüger berichten. Der Vorschlag dürfte ihnen zufolge rechtliche Debatten auslösen.
Hier mehr dazu: Berlin bereitet schnellen Marineeinsatz in Straße von Hormus vor
2. Nazi-Kartei jetzt mit Abgleich von SS-Akten
Hunderttausende SPIEGEL-Leserinnen und -Leser haben in den vergangenen Wochen Millionen Suchanfragen gestellt, um mit unserem digitalen Recherchewerkzeug in der NSDAP-Mitgliederkartei zu suchen. Wir haben das interaktive Tool laufend überarbeitet und aktualisiert, jetzt haben wir Links zu SS-Akten im Bundesarchiv integriert: Nun gleicht es die Treffer mit den Beständen ab, die im Bundesarchiv zur SS und zur Waffen-SS zu finden sind.
Das heißt: Wenn Sie Ihren Opa in der Nazi-Kartei finden, kann die Datenbank nun auch Hinweise darauf liefern, ob er möglicherweise in der SS war.
Dafür wurden im Netz frei verfügbare SS-Namenslisten des Bundesarchivs analysiert. Dort lassen sich etwa 592.000 Personennamen finden, oft mit Geburtsdatum und Geburtsort. Der Abgleich mit der NSDAP-Mitgliederkartei fördert etwa 128.000 Treffer zutage.
Hier zeigen sich allerdings auch die Grenzen unseres Recherchetools und der Bestände: SS und Waffen-SS hatten insgesamt deutlich mehr Mitglieder, nämlich rund eine Million. Komplette Mitgliedslisten liegen aber nirgendwo vor, auch nicht im Bundesarchiv. Und viele Datensätze lassen sich mit den digitalisierten Beständen noch nicht eindeutig abgleichen.
Es bleiben also Unsicherheiten. Auch wer hier nicht auftaucht, kann in der NSDAP oder der SS gewesen sein; umgekehrt bedeutet ein Treffer in den SS-Akten nicht zwingend, dass die Person in der SS war ( mehr dazu hier ).
Dennoch überwiegen die Vorteile: In Sekunden lässt sich durchsuchen, was zuvor nur umständlich in Archivregistern zugänglich war.
Hier finden Sie die aktualisierte Nazi-Kartei: Jetzt mit Links zu SS-Akten
3. T.e.a.m.s = toll, ein anderer macht’s
Jede Wette, auch Sie kennen einen Kollegen, bei dem es nicht auffällt, ob er da ist oder nicht. Und Sie kennen die Sprüche: Wenn der anpackt, ist’s als würden vier andere loslassen ( hier mehr ).
Heute wurde das Gefühl vieler Büroarbeiter, allein vor sich hinzuwurschteln, technisch unterstützt. Eine Störung bei Microsoft Teams steckte dahinter: Das Programm zeigte viele Kolleginnen und Kollegen weltweit als abwesend oder offline, obwohl sie eigentlich am Schreibtisch sitzen sollten.
Der Anwesenheitsstatus spielte offenbar auf mehrere Weisen verrückt. Zum einen bemerkten Nutzer, dass ihr eigener Status nicht stimmte, mal wurden sie als »abwesend«, mal als »beschäftigt«, manchmal sogar als »offline« angezeigt. Selbst wenn sie sich manuell auf »anwesend« schalteten, wurde das wieder aufgehoben. Am frühen Nachmittag verkündete Microsoft Entwarnung: Das Problem sei behoben. Nur der merkwürdige Kollege am Schreibtisch gegenüber sitzt immer noch da.
Hier mehr: Warum Ihre Kollegen gerade alle offline waren
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