US-Präsident Donald Trump , Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron , Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und der britische Premierminister Keir Starmer : Sie sind wichtige außenpolitische Partner von Bundeskanzler Friedrich Merz . Doch die einzelnen Beziehungen haben sich sehr unterschiedlich entwickelt, die einen viel besser, andere schlechter als erwartet.
Emmanuel Macron: Sie finden einfach nicht zusammen
Mit FCAS ist Anfang Juni ein deutsch-französisches Prestigeprojekt gescheitert. Nach neun Jahren des Verhandelns haben Frankreich und Deutschland ihre Versuche, ein gemeinsames Kampfflugzeug als Nachfolger des Eurofighters zu bauen, beendet.
Es bleibt bei einem Modell: das gemeinsame französisch-deutsche Kampfflugzeug FCAS, hier bei einer Luftfahrtausstellung 2023 im französischen Le Bourget Bild: Geoffroy Van der Hasselt/AFP/Getty Images
"Symbolisch unterstreicht das Scheitern, dass die deutsch-französische Kooperation und der politische Wille zur stärkeren verteidigungspolitischen Integration der zwei größten Militärmächte Europas gescheitert ist", meint Linn Selle von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik gegenüber der DW. "Das ist ein sehr schlechtes Zeichen für europäische Zusammenarbeit."
Merz hatte sich als Oppositionsführer beklagt, sein Vorgänger, SPD-Kanzler Olaf Scholz, habe das Verhältnis zu Frankreich schleifen lassen, er werde es wiederbeleben. Doch viel ist aus seinem Anspruch nicht geworden, so Selle: "Bundeskanzler Merz ist sehr engagiert auf EU-Ebene und im deutsch-französischen Verhältnis gestartet. Mittlerweile haben sich die deutsch-französischen Beziehungen aber stark abgekühlt."
Merz besuchte Macron schon kurz nach der Bundestagswahl im Februar 2025, noch bevor er zum Kanzler gewählt war, doch auf die Geste scheint wenig Substanz gefolgt zu sein Bild: Sarah steck/Présidence de la République/dpa/picture alliance
In der Handels- und Finanzpolitik und bei den Planungen zum EU-Haushalt liegen ihre Vorstellungen oft weit auseinander. Selbst das Ende des FCAS-Projekts haben beide nicht gemeinsam verkündet, sondern Berlin hat Paris damit überrascht.
Giorgia Meloni: die rechte Pragmatikerin
Auch das könnte ein Symbol sein, ein gegenteiliges: Nach dem Scheitern von FCAS warb Lorenzo Mariani, der Chef des italienischen Rüstungskonzerns Leonardo, um die Deutschen. Sie könnten "ein besonders wertvoller Partner" für das alternative britisch-italienisch-japanische Kampfflugzeugprojekt GCAP sein.
Hinter vorgehaltener Hand: Was Meloni und Merz bereden, steht nicht immer so in der Öffentlichkeit wie die Treffen zwischen Macron und Merz Bild: Kay Nietfeld/dpa/picture alliance
Das Verhältnis zu Italien steht bei deutschen Politikern im Schatten der Beziehungen mit Frankreich. Das hatte in den letzten Jahren auch politische Gründe: Als 2022 Giorgia Meloni Chefin einer Rechtskoalition in Rom wurde, ging die damalige SPD-geführte Bundesregierung auf Distanz. Melonis Partei Fratelli d'Italia (Brüder Italiens) wird in Deutschland mal als rechtsextrem, mal als postfaschistisch, mindestens als rechtsnational bezeichnet. Die Partei galt - und gilt vielerorts noch - als das Pendant zur AfD in Deutschland: eine Kraft, mit der die meisten Parteien der Mitte nichts zu tun haben wollten.
Doch spätestens mit der Kanzlerschaft von Friedrich Merz seit Mai 2025 hat sich das geändert. Weniger, weil Merz Melonis politische Positionen teilt, sondern weil sie sich als pragmatische Vermittlerin erwiesen hat. Das kam im Zollstreit zwischen der EU und den USA zum Tragen und ebenso im Konflikt um Trumps Grönland-Ambitionen.
Giorgia Meloni ist politisch näher dran an Donald Trump, davon profitiert oft die ganze EU Bild: Ukraine Presidency/Bestimage/IMAGO
Abgesehen von Lösungsansätzen für die Krise mit Trump scheint die Regierungen in Berlin und Rom aber mehr zu verbinden. So wollen sie gemeinsam für mehr Wettbewerb und weniger Bürokratie in der EU sorgen. Dass Merz und Meloni hier zusammenfinden, ist für Linn Selle kein Zufall: "Italien und Deutschland sind sich wirtschaftlich und politisch sehr ähnlich: verhältnismäßig viel Industrie, eine Wirtschaftsstruktur, die geprägt ist durch KMUs (kleine und mittlere Unternehmen) und ein föderales Regierungssystem. Das prägt den Blick auf die Welt und schafft Nähe."
Dass Italien einmal für Deutschland eine Position wie Frankreich einnimmt, hält sie dennoch für unwahrscheinlich. Denn: "Die deutsch-französische Partnerschaft verfügt über eine institutionalisierte Nähe und eine Intensität des Austausches, die Deutschland mit keinem anderen Partner hat."
Donald Trump: keine Freundschaft trotz Schmeichelei
Friedrich Merz hat sich sehr viel Mühe mit Donald Trump gegeben. Ob es die US-Militäraktion in Venezuela, Trumps Grönland-Forderungen oder der von den USA und Israel begonnene Iran-Krieg war - jedesmal hat Merz mögliche Bedenken höchstens sehr zurückhaltend vorgebracht. Drei Besuche im Weißen Haus konnten nur unterstreichen, wie wichtig der deutsche Kan…
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