Weltweit wächst der Markt für E-Autos deutlich schneller als erwartet. Innerhalb von nur sechs Jahren hat sich der Absatz verzehnfacht: Im Jahr 2025 wurden weltweit rund 21 Millionen Elektro‑PKW verkauft.
2019: weltweit sind nur 1 Prozent der verkauften Neuwagen E-PKW
2025: sind es schon 25 Prozent
Mai 2026: 63 % der Neuwagen in China sind E-Autos.
Von 1,4 Milliarden PKW weltweit fahren etwa 85 Millionen elektrisch
Vor allem China und Europa treiben den Boom. Aber auch Lateinamerika und anderswo werden immer mehr E-Autos verkauft.
China führt bei E-Mobilität
China ist der größte Automarkt der Welt, elektrische Antriebe werden dort seit Jahren gefördert. Das Land investiert seit Jahren in Zukunftstechnologien wie Solar- und Windkraft und in Batterietechnik, den Schlüsselbaustein für die Elektromobilität.
Dank Spitzenforschung und Massenfertigung werden die Batterien für E-PKW immer billiger, sie kosten heute nur noch ein Viertel des Preises vor zehn Jahren.
E-Auto Boom in China: Viele Ladestationen, niedrige E-Auto-Preise und günstiger Strom Bild: CFOTO/picture alliance
In China kosten E-Autos schon seit 2024 weniger als Diesel oder Benzin PKW. Zudem baut der Staat die Ladeinfrastruktur stark aus, und Strom ist dort sehr günstig. 2015 lag der Anteil von E-PKW bei den Neuverkäufen in China bei nur einem Prozent, im Mai 2026 waren es schon 63 Prozent.
Elektroautos: reine Stromer und Hybride mit Zusatzantrieb
Alle E-Autos werden mit einem Elektromotor angetrieben und per Stromkabel geladen. Neben rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen gibt es verschiedene Hybridformen, die einen zusätzlichen Benzin oder Dieselmotor mit dem E-Antrieb kombinieren:
Battery Electric Vehicles (BEV)
Rund zwei Drittel der Elektroautos weltweit gehören zu dieser Kategorie. Sie fahren ausschließlich mit Strom, der in einer Batterie gespeichert wird. Geladen werden sie per Kabel an Ladesäulen oder Steckdosen.
Plug-in-Hybride (PHEV)
Etwa ein Drittel der elektrifizierten Fahrzeuge sind Hybride. Plug-in-Hybride verfügen sowohl über einen Elektromotor als auch über einen klassischen Benzinmotor. Beide Antriebe können die Räder direkt antreiben.
Extended Range Electric Vehicles (EREV)
Bei dieser Bauart werden die Räder ausschließlich elektrisch angetrieben. Der Verbrennungsmotor arbeitet nur als Generator: Ist die Batterie leer, erzeugt er Strom für den Elektromotor und erhöht so die Reichweite des Fahrzeugs.
Dann gibt es noch sogenannte HEV (Hybrid Electric Vehicle), die in internationalen Statistiken nicht zu den E-Autos gerechnet werden. Sie fahren mit Benzin oder Diesel. Zusätzlich haben sie lediglich einen sehr kleinen Elektromotor ohne Stecker. Der Strom dafür wird aus der selbst erzeugten Bremsenergie gewonnen. Das senkt den Spritverbrauch auf sehr kurzen Strecken ein wenig.
EU: Jeder dritte Neuwagen fährt elektrisch
2018 lag in der Europäischen Union der Anteil von E-PKW bei den Neuzulassungen bei nur einem Prozent. Im April 2026 war dort schon fast jeder dritte Neuwagen ein E-Auto. Besonders weit ist die E-Mobilität in Nordeuropa. In Norwegen fahren inzwischen fast alle neu verkauften Autos elektrisch (99 %), in Dänemark sind es 82 Prozent und in Schweden 65 Prozent. Die Regierungen fördern schon seit langem klimafreundliche Mobilität, die Ladeinfrastruktur ist schon sehr gut und wird weiter ausgebaut.
In Großbritannien waren im Mai 2026 etwa 40 Prozent der neuen PKW E-Autos, in Deutschland 37 Prozent und in Frankreich 34 Prozent. In den drei Ländern stieg der Absatz von E-Autos im Vergleich zum Vorjahresmonat um rund 30 Prozent.
USA: Stagnierender Markt für E-Autos
In den USA stagniert in den letzten Jahren der Markt für Elektroautos. Zwischen 2023 und 2025 lag der Anteil von E‑PKW bei den Neuzulassungen bei nur zehn Prozent, im April 2026 sogar bei unter sechs Prozent. Steuererleichterungen für den Kauf von E-Neuwagen endeten dort letztes Jahr.
Die vom US Unternehmen Tesla hergestellten Model Y und Model 3 sind die am besten verkauften E-Autos der Welt. Danach finden vor allem chinesische Modelle besonders viele Käufer.
Weltweit werden die meisten E-Fahrzeuge in China gebaut (71 %), danach folgen Europa (17 %) vor den USA (5 %). In Südkorea und Japan werden jeweils zwei Prozent der E-Autos produziert, in Indien ein Prozent.
E-Boom zieht in Asien und Lateinamerika an
In vielen Staaten, auch in Entwicklungs- und Schwellenländern, liegt der Anteil von E-PKW bei den verkauften Neuwagen deutlich höher als in den USA.
Laut Ranking der internationalen Energieagentur (IEA) sind einige asiatische Länder schon sehr weit: Zum Beispiel Nepal mit 68 Prozent E-PKW bei den Neuzulassungen im Jahr 2025, gefolgt von Singapur (63 %), Vietnam (41 %) und Thailand (23 %). In der Türkei waren es im vergangenen Jahr 22 Prozent.
Auch in Lateinamerika steigt der Absatz von E-PKW stark: Innerhalb von nur zwei Jahren haben sich die Verkaufszahlen verdreifacht. Den höchsten Anteil von E-PKW bei den Neuverkäufen hatte…
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