In Deutschland werde oft teuer und konventionell »Stein auf Stein« gebaut, sagt die Bauministerin. Modulares Bauen soll in der Förderung künftig bevorzugt werden.
dpa,
Reuters,
jsp
19. Juni 2026, 11:48 Uhr
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Bauen in Deutschland ist teuer. Bauministerin Verena Hubertz hat deswegen einen Aktionsplan vorgelegt.
© Kay Nietfeld/picture alliance/dpa
Bauministerin Verena Hubertz ( SPD ) will die Baukosten in Deutschland spürbar senken. In einem Aktionsplan, den die Ministerin bei einer Konferenz der Bau- und Immobilienbranche in Frankfurt vorstellte, heißt es, hohe Kosten seien einer der Hauptgründe, warum in Deutschland zu wenig gebaut werde. Es gehe bei der Reduzierung der Baukosten oft nicht mehr nur darum, Bauen attraktiver zu machen, sondern dafür zu sorgen, »dass Bauprojekte überhaupt noch realisiert werden«.
Schon vor einem Jahr – kurz nach ihrem Amtsantritt – hatte Hubertz davon gesprochen, die Kosten für den Bau neuer Wohngebäude halbieren zu wollen. Dieses Ziel wiederholte sie nun nicht mehr.
Die Ausgangslage bleibe »herausfordernd«, heißt es in dem Aktionsplan. Globale Krisen störten Lieferketten und führten zu höheren Preisen. Umso konsequenter müsse man »die Dinge vorantreiben, die wir selbst in der Hand haben«.
Abhilfe will Hubertz unter anderem mit mehr standardisierten Bauweisen schaffen. In der Neubauförderung soll es ein Bonussystem für verkürzte Bauzeiten und reduzierte Kosten geben. Das schaffe Anreize für serielles und modulares Bauen mit vorgefertigten Bauteilen . In Deutschland werde oft teuer und konventionell »Stein auf Stein« gebaut, sagte Hubertz. Serielles und modulares Bauen seien in der Baubranche im Aufwind. Ganze Wohnviertel würden »vom Fließband rollen«.
Aufbau von Wohneigentum für Familien soll zentrales Förderkriterium sein
Auch die Neubauförderung soll künftig in einem einzigen Förderprogramm gebündelt werden. Der Start des Programms sei für 2027 vorgesehen. »Die Möglichkeit des Aufbaus von Wohneigentum für Familien ist dabei ein zentrales Kriterium«, sagte Hubertz.
Zudem kündigte sie an, dass Bauanträge ab 2028 nur noch digital möglich sein sollen. Papieranträge seien dann nur noch in begründeten Härtefällen zulässig. Ziel sei eine durchgängige Digitalisierung vom Antrag bis zur Genehmigung.
Neubau stockt seit Jahren
Hubertz’ Aktionsplan umfasst aber auch bereits angekündigte Maßnahmen wie den Gebäudetyp E, der es erleichtern soll, rechtssicher von Standards und technischen Normen abzuweichen, etwa bei Tiefgaragen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf will die Ministerin noch dieses Jahr vorlegen. Die Immobilienbranche kritisiert, dass dieser seit Monaten angekündigt sei, aber viel zu langsam umgesetzt werde.
Der Neubau in Deutschland stockt seit Jahren wegen gestiegener Baukosten und Kreditzinsen. 2025 wurden dem Statistischen Bundesamt zufolge 206.600 Wohnungen fertiggestellt, gut 45.000 weniger als im Vorjahr und ein Tiefstand seit 2012. Der Mangel an Wohnraum treibt die Mieten, gerade in Städten. Expertinnen und Experten erwarten im laufenden Jahr nur wenig Besserung. Zwar sind die Baugenehmigungen zuletzt stark gestiegen , aber der Einbruch in den Vorjahren wirkt nach. Zudem verteuert der Irankrieg das Bauen, und gestiegene Zinsen erschweren Finanzierungen.
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