In Spodnji Idriji, einer kleinen Stadt in Slowenien, wurden bei der Restaurierung eines Seitenaltars, der dem Heiligen Johannes dem Täufer in der Pfarrkirche der Himmelfahrt Mariens gewidmet ist, zwei handschriftliche Dokumente entdeckt, die fast 170 Jahre alt sind. Die Dokumente, die innerhalb des Holzrahmens des Altars gefunden wurden, enthüllen die Namen seiner Schöpfer und geben Einblick in das Handwerk und den historischen Kontext des Werkes.
Bei der Restaurierung durch die Handwerker der HARD-Werkstatt aus Mrzli Vrh wurden zwei Pergamentdokumente aus dem Jahr 1875 entdeckt, die als Zeitkapseln im Altar versteckt waren. Diese Dokumente, die sowohl in slowenischer als auch in alter deutscher Schrift geschrieben sind, bieten einen seltenen Einblick in die Identität der Handwerker, die den Altar zum Leben erweckt haben.
Gemäß dem Text wurde der Altar am 26. April begonnen und am 30. Juli 1857 fertiggestellt. Dieser Begriff deutet auf eine lokale Tradition der ruhigen Handwerkskunst hin, die vielleicht die kulturelle und sprachliche Vielfalt der Region widerspiegelt. Das zweite Dokument, geschrieben in alter deutscher Schrift, bekannt als Kurrentschrift, wurde nach dem Umzug der Struktur in die Restaurierungswerkstatt unter einer der Altarplatten gefunden. Es stellt Jakob Bizjak vor, einen Handwerker aus Cerknica, der als Schnitzer aller Figuren auf dem Altar identifiziert wurde.
Der Text enthüllt, dass Bizjak in der österreichisch-ungarischen Armee, speziell im 9. polnischen leichten Infanterie-Bataillon, einer Elite-Einheit unter dem Kommando von Feldmarschall Joseph Radetzky, gedient hatte. Nach seiner Rückkehr nach Hause schuf er die Figuren auf dem Altar und befestigte seine Pergamentnote auf der Rückseite der Platte, um sicherzustellen, dass sein Name nicht in die Geschichte verloren geht. Diese Dokumente haben frühere Annahmen, dass der Altar das Werk des lokalen Baumeisters Jurij Tavčar war, aufgelöst, dessen Schule Handwerker in der Gegend ausgebildet hat. Stattdessen bestätigen sie, dass der Altar von erfahrenen Handwerkern aus der Region gefertigt wurde, die jeweils ihr Fachwissen zum endgültigen Stück beitrugen.
Die Entdeckung hat Historiker und Einheimische gleichermaßen überrascht, obwohl solche Praktiken der Einbettung von Schöpfersignaturen in religiöse Werke in früheren Jahrhunderten nicht ungewöhnlich waren. Die Kosten für die Restaurierung des Altars beliefen sich auf mehr als 44.000 Euro. Davon gelang es der Pfarrei, 39 Prozent der Finanzierung durch einen Zuschuss des Kulturministeriums zu sichern, während die verbleibenden Mittel über zwei Jahre durch Spenden von Gemeindemitgliedern gesammelt wurden.
Die Entdeckung hat auch neue Diskussionen über die Rolle der lokalen Handwerker bei der Erhaltung des regionalen Erbes und wie solche Beiträge in der Neuzeit anerkannt und gefeiert werden können, ausgelöst. Während sich die Stadt auf ihre jährlichen Feste vorbereitet, dienen die neu entdeckten Aufzeichnungen als greifbare Verbindung zur Vergangenheit und bieten ein tieferes Verständnis der reichen kulturellen und handwerklichen Traditionen der Gemeinde.
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