Der anhaltende Konflikt im Iran hat die weltweiten Raffinerien erheblich gestört, was laut einer Reuters-Analyse zu anhaltend hohen Kraftstoffpreisen führen könnte. Der Krieg hat den weltweiten Raffinerienindustrie einen immensen Druck ausgelöst, wobei die Diesel- und Benzinpreise seit Jahren erhöht bleiben, warnen Experten. Während sich die Rohölmärkte relativ gut an den starken Rückgang der Produktion im Nahen Osten angepasst haben, stehen die Raffinerien bei der Wiederherstellung der verlorenen Kapazitäten vor weitaus größeren Herausforderungen.
Derzeit liegen die Rohölpreise bei etwa 90 US-Dollar pro Barrel, etwa 25 Prozent höher als zu Beginn des Konflikts, obwohl sie noch unter dem Spitzenwert von 118 US-Dollar während der Kriegsbedingungen liegen. Die Kraftstoffpreise sind jedoch noch schneller gestiegen. Die Benzinpreise in den USA sind um fast 60 Prozent gestiegen. Der Krieg hat mehr als ein Fünftel der Raffineriekapazitäten im Nahen Osten zum Stillstand gebracht, wobei die Schließung der Straße von Hormuz die Kraftstoffexporte weiter einschränkte. Gleichzeitig haben die ukrainischen Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur die Raffinerierausgabe Russlands um fast 30 Prozent reduziert und die tägliche Verarbeitungskapazität auf weniger als vier Millionen Barrel gesenkt.
Im Juli verbot Moskau die Ausfuhr von Diesel aufgrund von Versorgungsengpässen. Diese Entwicklungen hatten unmittelbare Auswirkungen auf die Raffinerie-Margen, die in Europa, Asien und den Vereinigten Staaten Rekordniveaus erreicht haben. In Europa hat sich die Differenz zwischen den Dieselpreisen und den Rohölkosten seit März mehr als verdreifacht und über 75 US-Dollar pro Barrel erreicht. Die Dieselmargen in den USA sind um über 140 Prozent gestiegen und erreichten am Montag ein Rekordhoch von 100 US-Dollar pro Barrel. 1 Million Barrel pro Tag weniger als ein Jahr zuvor. Die Nachfrage nach raffinierten Produkten sank um vier Millionen Barrel pro Tag, dies reichte jedoch nicht aus, um den Angebotsrückgang auszugleichen.
In den letzten drei Jahren hat sich der Ölpreis in den USA im Vergleich zu den Vorjahren deutlich verschlechtert, was zu einem Rückgang des Ölpreises im ersten Quartal des Jahres führte.
Selbst potenzielle diplomatische Abkommen zwischen Washington und Teheran oder die Wiedereröffnung der Straße von Hormuz können die Treibstoffpreise nicht schnell senken. Über 20 Raffinerien in den Ländern des Persischen Golfs wurden während des Krieges beschädigt, und Reparaturen könnten aufgrund langer Vorlaufzeiten für wichtige Ausrüstung Zeit in Anspruch nehmen. Diese Faktoren erhöhen das Risiko, dass hohe Energiepreise als Quelle des Inflationsdrucks bestehen bleiben.
Der Druck auf den Energiemarkt könnte zu einem längerfristigen Problem für die Weltwirtschaft werden, insbesondere für Europa und Asien, wo die Kraftstoffpreise neben den Kosten für Flüssigerdgas gestiegen sind.
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