Der Energieexperte Jasminko Umičević hat den aktuellen Zustand der Energiemärkte beschrieben und betont, dass die Dieselpreise aufgrund von globalen Versorgungsproblemen und strukturellen Herausforderungen im europäischen Raffineriesector hoch bleiben könnten. Laut Berichten aus lokalen Medien erklärte Umičević, dass Kroatien kein echtes Risiko für Treibstoffknappheit birgt, obwohl er davor warnte, dass die Preise weiter steigen könnten. Die Situation wird von Störungen auf dem globalen Ölmarkt beeinflusst, insbesondere um die Straße von Hormus, was zu einem verminderten Angebot und erhöhten Kosten geführt hat.
Der Experte stellte fest, dass die europäischen Raffinerien ihre Kapazitäten in den letzten zwei Jahrzehnten erheblich reduziert haben, mit einem Rückgang der Raffinerieproduktion um 30%. Dieser Rückgang, der durch wirtschaftliche Faktoren wie die Vorliebe für die Einfuhr statt der Produktion bedingt ist, hat den Kontinent anfällig für Schwankungen des Angebots gemacht.
Vor den jüngsten geopolitischen Spannungen war Russland der Hauptlieferant von Diesel nach Europa. Nach Sanktionen wandten sich viele europäische Nationen jedoch an arabische Produzenten. Jetzt bestehen jedoch Probleme mit diesen Lieferanten, die durch neue Taktiken verschärft werden, die darauf abzielen, die Infrastruktur zu schädigen, einschließlich Raffinerien. Diese Störungen haben zu einer knappen Versorgungslage beigetragen, was zu höheren Dieselpreisen trotz relativ stabiler Rohölpreise geführt hat. Ein Schlüsselfaktor für die Energiesicherheit Kroatiens ist die Raffinerie Rijeka, die eine entscheidende Rolle bei der inländischen Dieselproduktion spielt.
In den letzten Monaten hat ein Blitzschlag eine vorübergehende Störung an der Transformatorstation der Raffinerie verursacht. Umičević glaubt, dass das Problem schnell gelöst werden kann, wenn es nur mit der Transformatorstation zusammenhängt, aber er betonte, dass die Raffinerie aufgrund der laufenden Tests immer noch unter der vollen Kapazität arbeitet.
Er betonte, dass der Preisanstieg für Diesel unverhältnismäßig höher war als der für Rohöl. Zum Beispiel stiegen die Rohölpreise während des Höhepunkts des iranisch-amerikanischen Konflikts in der Straße von Hormus von etwa 71 US-Dollar pro Barrel auf 126 US-Dollar, während die Dieselpreise von etwa 750 US-Dollar auf 1.300 US-Dollar pro Barrel stiegen. Auch nach der Stabilisierung der Situation sind die Rohölpreise leicht auf rund 94 US-Dollar gesunken, während die Dieselpreise weitgehend unverändert geblieben sind und weiterhin aufwärts tendieren. Trotz dieser Bedenken äußerte Umičević Vertrauen, dass Kroatien über ausreichende Gasvorräte verfügen wird, und verwies auf die Bemühungen des Landes, seine Okoli-Speicheranlage bis zum 1. Oktober auf 85% zu füllen.
Derzeit ist die Anlage etwa 51% voll, und Umičević bezeichnete Kroatiens Mischung aus Quellen, LNG-Terminals, inländischer Produktion und diversifizierten Importen als relativ sicher. Er räumte jedoch ein, dass eine Herausforderung die Diskrepanz zwischen aktuellen und zukünftigen Gaspreisen ist, was es für die Nutzer weniger wirtschaftlich sinnvoll macht, Gas zu den aktuellen Preisen zu kaufen. Diese Dynamik bedeutet, dass die Kosten ein kritisches Problem bleiben, während das Angebot ausreichend ist.
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