Die Demonstration wurde von der neu gegründeten Bewegung "ThürPAG stoppen" organisiert, die bereits über 3.400 Unterschriften in ihrer Petition gegen die Gesetzgebung gesammelt hat.
Die vorgeschlagene Gesetzgebung beinhaltet Bestimmungen für fortschrittliche Überwachungstechnologien wie Metadatenanalyse mit künstlicher Intelligenz ähnlich wie bei Systemen, die von der Firma Palantir entwickelt wurden, automatisierte Verhaltensüberwachung durch Videokameras, Gesichtserkennungssoftware, die biometrische Daten online scannen kann, Kennzeichen-Scanner, Drohnen-basierte Videoüberwachung und elektronische Knöchel-Armbänder.
Die Linkspartei äußerte erhebliche Besorgnis über die vorgeschlagenen KI-getriebenen Überwachungsmaßnahmen und erklärte in einer Pressemitteilung vor der Ausschusssitzung, dass sie das Gesetz vor Gericht anfechten würden, wenn es in seiner derzeitigen Form verabschiedet würde. Sie argumentieren, dass der Entwurf verfassungsrechtliche Rechte verletzt und autoritäre Praktiken ermöglichen könnte, die an demokratiefeindliche Regime erinnern. Ronald Hande, Sprecher des Innenkomitees der Linkspartei im Thüringer Landtag, kritisierte das vorgeschlagene Polizeigesetz als Schaffung einer Hochrisiko-Überwachungsarchitektur nach verfassungsrechtlichem Recht.
Er warnte davor, dass die vom Staat gesuchten Instrumente in autoritären und antidemokratischen Regimen häufig zur Überwachung ihrer Bevölkerung eingesetzt werden. Zahlreiche Experten haben schriftliche Erklärungen abgegeben, in denen sie den Gesetzesentwurf stark kritisiert haben. Während der derzeit im Landesparlament laufenden mündlichen Expertenaufnahme wurden grundlegende Bedenken hinsichtlich der potenziellen Auswirkungen dieser Überwachungstechnologien geäußert. Tino Melzer, der staatliche Datenschutzbeauftragte, sprach in der ersten Sitzung und hob die neue Dimension der Polizeiarbeit hervor, die durch die automatische Auswertung von Video-Streams dargestellt wird. Er betonte die verstärkte Verletzung der Grundrechte, die viele Personen betrifft, die keine Bedrohung darstellen.
Melzer wies auf die Anfälligkeit dieser Systeme für Fehler hin und stellte fest, dass eine Umarmung als Angriff missverstanden werden könnte. Dies könnte dazu führen, dass unschuldige Personen einer weiteren Kontrolle unterzogen werden. Er hob das Problem der verdeckten Videoanalyse hervor, die betroffenen Personen keine Möglichkeit bietet, sich gegen eine solche Überwachung zu verteidigen. Gemäß dem Gesetzentwurf können Personen automatisch über ein Netzwerk von Kameras verfolgt werden, wenn eine automatisierte Verhaltenskontrolle einen Alarm auslöst. Bevor dies jedoch eintritt, muss eine Person die wahrgenommene Risikosituation bewerten. Melzer kritisierte diesen Zwischenschritt und schlug vor, dass er in komplexen Situationen oft fehlschlagen könnte.
Er forderte die vollständige Entfernung von Video-basierter KI aus dem Vorschlag und betonte die Notwendigkeit von Transparenz und Rechenschaftspflicht bei Überwachungspraktiken.
★
Halte die Nachrichten ehrlich.
ObjectiveNews ist leserfinanziert und werbefrei – wir zeigen dir den Bias, statt ihn zu verstecken. Unterstütze unabhängigen Journalismus für 4 €/Monat.
Unterstützer werden