Gregor Schütze, stellvertretender Vorsitzender des ORF-Stiftungsrats, ist nach der Ernennung einer neuen Führungskraft im österreichischen öffentlich-rechtlichen Rundfunkdienst von seinem Amt zurückgetreten. Die Entscheidung kommt nach einer turbulenten Zeit, die von internen Reformen und externen Drucken geprägt war, einschließlich laufender rechtlicher Ermittlungen in Bezug auf vergangene Managementpraktiken. Schütze, der auch als Sprecher der ÖVP-orientierten Vorstandsmitglieder fungierte, wird sich nun vollständig auf seine Kommunikationsagentur Schütze Public Results konzentrieren. Der Übergang folgte der formellen Ernennung von Clemens Pig zum neuen Generaldirektor des ORF am 11. Juni 2026.
Diese Auswahl war Teil einer umfassenderen Bemühung, die Organisation an die Anforderungen des Europäischen Medienfreiheitsgesetzes anzupassen. Seine Amtszeit beginnt am 1. Januar 2027, in der er diese Änderungen täglich umsetzen muss. Schütze's Abgang wurde während der Stiftungsratssitzung angekündigt, wo er die Bedeutung der neuen Führungspositionen betonte. Die sechs Monate vor dieser Entscheidung wurden von Schütze als besonders anspruchsvoll beschrieben, aber sie zeigten die Widerstandsfähigkeit des ORF bei der Überwindung großer Krisen. Schütze hatte zuvor Bedenken hinsichtlich der Governance-Struktur des ORF geäußert und argumentiert, dass eine grundlegende Reform erforderlich sei.
Er betonte die Notwendigkeit für den politischen Bereich, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, um die langfristige Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Auftrags des ORF zu gewährleisten. Seiner Ansicht nach sind die derzeitigen Strukturen veraltet und erfordern eine vollständige Umstrukturierung. Er dankte den anderen Vorstandsmitgliedern, insbesondere der amtierenden Generaldirektorin Ingrid Thurnher, für die Übernahme der Verantwortung während einer Notlage. Die Entscheidung, zurückzutreten, folgt auf den Rücktritt des ehemaligen Generaldirektors Roland Weißmann, dessen Handlungen zu einer Staatsanwaltschaft führten Untersuchung gegen Stiftungsvorstandsvorsitzender Heinz Lederer.
Lederer, Schütze und FPÖ-Mitglied Peter Westenthaler wurden von der ORF-Redaktion wegen angeblicher Eingriffe im Auftrag von Werbekunden kritisiert. Diese Vorwürfe trugen zur laufenden Kontrolle der Organisation bei. Schützes Ausstieg fällt auch mit Aufrufen zu strukturellen Veränderungen innerhalb der ORF zusammen, die ähnliche Gefühle von Siegfried Meryn widerspiegeln, der Anfang Juni aus dem Stiftungsrat zurücktrat. Beide Männer plädierten für aktualisierte Regeln für den Vorstand und betonten die Notwendigkeit von Transparenz und Effizienz bei der Verwaltung des öffentlichen Rundfunks.
Da die ORF ihre Transformation unter der neuen Führung fortsetzt, liegt der Fokus weiterhin auf Compliance, Transparenz und Anpassung an europäische Standards. Das neue Team unter der Leitung von Pig steht vor der Herausforderung, umfassende Reformen umzusetzen und gleichzeitig die Komplexität der Aufrechterhaltung des öffentlichen Vertrauens und der betrieblichen Unabhängigkeit zu bewältigen.
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