In diesem Sommer haben extreme Hitze und Wasserknappheit Kroatien heimgesucht, wobei die Temperaturen auf Rekordhöhe gestiegen sind und die Bewohner sowohl mit den erstickenden Nächten als auch mit kontaminiertem Leitungswasser zu kämpfen haben. Die Situation hat entlang der Adriaküste einen kritischen Punkt erreicht, wo trockene Bedingungen die Angst vor Waldbränden trotz ständiger Wachsamkeit der örtlichen Feuerwehrleute erhöht haben. In Split stiegen die Temperaturen letzte Woche auf 40 Grad Celsius, was einen neuen Höchststand markiert und Bedenken hinsichtlich der langfristigen Auswirkungen des Klimawandels weckt. Der Einfluss der Hitze wird am stärksten in der Nacht spürbar, wenn die Temperaturen hartnäckig über 30 Grad bleiben, was den Schlaf für viele fast unmöglich macht.
Nada, eine 38-jährige Bewohnerin von Zagreb, die jedes Jahr mit ihrer Familie die Inseln Veliki Drvenik und Šolta in der Nähe von Split besucht, beschrieb die Nächte als unerträglich. "Wir lieben das einfache Leben hier", sagte sie, während sie Feigen von einem Baum außerhalb ihres Hauses pflückte.
Die Situation hat zu einer erhöhten Angst unter den Einheimischen geführt, insbesondere in Bezug auf die Gefahr von Waldbränden. Die trockene Vegetation an der Küste stellt eine ernsthafte Bedrohung dar, und Freiwillige Feuerwehrleute im kleinen Küstendorf Slatine auf der Insel Ciovo sind ständig in Alarmbereitschaft.
Die Brandbekämpfung in Slatine hat es bisher geschafft, Brände auf der Insel Ciovo zu verhindern, aber die Bedrohung ist groß. Die Umweltkrise erstreckt sich über die unmittelbaren Gefahren von Hitze und Feuer hinaus. Ein großer Skandal mit giftigen Abfällen ist im Dorf Donje Biljane im dalmatinischen Hinterland entstanden. Seit 2010 hat sich auf einem Hügel, der lokal als der Schwarze Berg bekannt ist, Industrie-Schlacke angesammelt, was Bedenken hinsichtlich der Grundwasserkontamination geweckt hat. Die Bewohner leben seit über einem Jahrzehnt im Schatten dieser gefährlichen Stätte, ohne dass etwas unternommen wurde, um das Problem anzugehen.
Umweltgruppen und besorgte Bürger haben die Regierung für ihre Untätigkeit kritisiert und darauf hingewiesen, dass geschützte Gebiete oft ohne angemessenen Protest verkauft oder fragmentiert werden.
Die Bewohner der Küstenstädte und -dörfer sind sich zunehmend der Notwendigkeit nachhaltiger Praktiken bewusst, doch die Diskussionen über Alternativen bleiben minimal. Viele fühlen sich dem gegenwärtigen Stand der Dinge resigniert und akzeptieren die Konsequenzen einer unkontrollierten Entwicklung und Umweltzerstörung. Mit fortschreitendem Sommer wächst der Druck auf die lokalen Behörden, zu handeln, in der Hoffnung, dass die jüngste Aufmerksamkeit für die Umweltkrise zu sinnvollen Veränderungen führen könnte. Die Situation unterstreicht die dringende Notwendigkeit umfassender Strategien zur Bekämpfung des Klimawandels und zur Gewährleistung der Sicherheit und des Wohlbefindens von Gemeinden, die mit beispiellosen Herausforderungen konfrontiert sind.
★
Halte die Nachrichten ehrlich.
ObjectiveNews ist leserfinanziert und werbefrei – wir zeigen dir den Bias, statt ihn zu verstecken. Unterstütze unabhängigen Journalismus für 4 €/Monat.
Unterstützer werden