Ein großer Cyberangriff hat die Gesundheitsdaten von fast 19 Millionen Patienten in Polen gefährdet, was einen der größten Vorfälle in der Geschichte des Landes darstellt. Der Verstoß beinhaltet sensible persönliche Informationen wie Namen, Adressen, Geburtsdaten, Krankenakten, Rezepte und Arztbesuche. Das polnische Ministerium für Digitalisierung bestätigte den Angriff über seine offiziellen Kanäle und erklärte, dass mehrere Geheimdienste die Täter untersuchen.
Der Angriff richtete sich an MyDoc, einen zentralisierten digitalen Gesundheitsdienst, der von etwa 12.000 medizinischen Einrichtungen in ganz Polen genutzt wird. Der Dienst kündigte an, dass er betroffenen Personen helfen würde, die aufgrund des Verstoßes Schäden erlitten haben. Das Ministerium betonte, dass die Daten in erster Linie aus Informationen vor 2024 bestanden, obwohl einige Identifikatoren wie die persönliche Identifikationsnummer eselPesel lebenslang gültig bleiben, was sie möglicherweise für Hacker wertvoll macht.
Er schlug vor, dass das Motiv finanziell sein könnte, obwohl die Regierung die Zahlung von Lösegeld oder Verhandlungen mit den Angreifern ausgeschlossen hat. Das Ministerium plant, eine Website zu starten, die es den Bürgern ermöglicht, zu überprüfen, ob ihre Daten kompromittiert wurden. Sicherheitsexperten empfehlen, dass Einzelpersonen Schritte unternehmen, um sich selbst zu schützen, z. B. ihre Pesel-Nummern mit der mObywatel-App sperren, komplexe Passwörter verwenden, Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren und verdächtige E-Mails direkt bei Banken oder relevanten Institutionen überprüfen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, Identitätsdiebstahl und Betrug im Zusammenhang mit der Verletzung zu verhindern.
Währenddessen kontaktierten die Hacker Berichten zufolge das polnische Webportal Die vertrauliche dritte Seite und behaupteten, im Besitz von Patientendaten zu sein, die einem prominenten Politiker gehörten. Sie hätten die Informationen angeblich von einem Amazon-Cloud-Server erhalten. Weder die Regierung noch die betroffene Organisation haben die Bereitschaft gezeigt, für die Rückgabe der Daten zu zahlen, was die Möglichkeit offen lässt, dass die Hacker die Informationen auf andere Weise für Profit ausnutzen könnten.
Der Direktor Axel Drecoll beschrieb den Angriff als einen schweren Vorfall, der von professionellen Cyberkriminellen durchgeführt wurde. Er warnte davor, dass Datenleckagen zu erhöhten Phishing-Versuchen, Spam-E-Mails und Abrechnungsbetrug führen könnten. Der Angriff wurde am 5. August entdeckt, und die Stiftung trennte sofort alle Internet- und Netzwerkverbindungen als Vorsichtsmaßnahme. Sieben Gedenkstätten, darunter Sachsenhausen und Ravensbrück, sowie das Zentralbüro wurden betroffen. Die Stiftung vermutet einen Ransomware-Angriff, bei dem die Angreifer wahrscheinlich Daten heruntergeladen und eine Textdatei hinterlassen haben, in der eine Zahlung für die Entschlüsselung gefordert wird.
Das Ausmaß der Schäden und des Datenverlusts ist unklar, obwohl externe Spezialisten eingeschaltet wurden, um die Wiederherstellung zu unterstützen. Die Stiftung erwartet, dass die Systeme innerhalb von mehreren Tagen wiederhergestellt werden, obwohl es in diesem Zeitraum zu Verzögerungen bei der Verarbeitung von Buchungen für Bildungsprogramme kommen kann. Beide Vorfälle unterstreichen die wachsende Besorgnis über Schwachstellen in der Cybersicherheit, die kritische Dienste und Institutionen betreffen.
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