Innsbruck ist der Schauplatz für eine bemerkenswerte Wiederbelebung von Il pomo d'oro, einer von Pietro Antonio Cesti komponierten und von Francesco Sbarra 1668 geschriebenen Oper. Die Aufführung, die Teil der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum des Innsbrucker Festivals der Alten Musik ist, markiert eine triumphale Rückkehr dieses historisch bedeutenden Werkes. Unter der Regie von Fabio Ceresa wurde die Produktion am Veranstaltungsort des Festivals inszeniert und vereinte historische Größe mit zeitgenössischem Theaterspiel. Die Ursprünge von Il pomo d'oro gehen auf die Hochzeitsfeierlichkeiten von Kaiser Leopold I. und Infanta Margareta Theresia von Spanien im Jahr 1668 zurück.
Als Ergebnis beauftragte Leopold ein großes Theaterspektakel, das ein Theater mit Platz für 5.000 Zuschauer beinhaltete. Das Projekt umfasste die Zusammenarbeit zweier Schlüsselfiguren: des Dichters Francesco Sbarra und des Komponisten Pietro Antonio Cesti. Gemeinsam schufen sie eine Fünfakt-Oper mit einem Prolog, mit über 47 Singen und Schauspielrollen. Der Titel, Il pomo doro (Der goldene Apfel), konzentriert sich auf Themen von Schönheit und Rivalität, insbesondere den Wettbewerb zwischen den Göttinnen Juno, Pallas und Venus um den goldenen Apfel.
Der Architekt Ludovico Ottavio Burnacini entwarf nicht nur das Haupttheater auf der Cortina, sondern auch 39 Bühnenmechanismen und 23 Szenen. Diese Elemente sollten ein visuelles und auditives Spektakel schaffen, das sogar dem großartigsten der europäischen Höfe rivalisieren würde. Historiker haben das Ereignis als das spektakulärste Opernereignis des 17. Jahrhunderts beschrieben. Die Kosten für eine so aufwendige Produktion würden einer hohen zweistelligen Summe in der heutigen Währung entsprechen, was das immense finanzielle Engagement unterstreicht. Trotz seines anfänglichen Erfolgs blieb Il pomo d'oro kein fester Bestandteil des Opernrepertoires.
Nach der Uraufführung im Juli 1668 verfiel das Werk in Vergessenheit, und die erhaltenen Manuskripte gingen weitgehend in die Geschichte verloren. Die 50. Ausgabe des Innsbrucker Festivals der Frühen Musik wagte es jedoch, das Stück wiederzubeleben und durch sorgfältige Rekonstruktionsbemühungen wieder zum Leben zu erwecken. Musiker unter der Leitung von Ottavio Dantone, dem musikalischen Direktor des Festivals, rekonstruierten die fehlenden Akte III und V aus den Originalpartituren.
Die Produktion vermischte historische Authentizität mit modernen Theatertechniken. Gemalte Papierkulissen verschmolzen nahtlos mit einer hellen Bühne, während göttliche Figuren aus Wolken herabstiegen und mit zeitgenössischen Charakteren interagierten, die in stilvollen, modernen Häusern lebten. Das technische Team des Tiroler Staatstheaters sorgte dafür, dass alle Aspekte der Inszenierung, Rotation, Hebung und Schwimmen der Landschaft fehlerfrei ausgeführt wurden. Das Design, angeführt vom Bühnenbildner Giuseppe Palella, kombinierte traditionelle Handwerkskunst mit innovativer Beleuchtung und Bewegung. Ceresas Ansatz balancierte Gravitas mit Humor und sorgte dafür, dass die Oper sowohl intellektuell anregend als auch unterhaltsam blieb.
Seine Interpretation von Sbarras Text, reich an Ironie und Witz, wurde mit Präzision geliefert. So versucht beispielsweise in Akt II der von Helen in Erstaunen versetzte Charakter Paris, seine Liebe mit poetischen Erklärungen zu rechtfertigen, während sein Diener Filaura, der von Tenor Alberto Allegrezza in einem komödianten Kostüm und Rock-and-Roll-Stil dargestellt wird, einen scharfen Kontrast darstellt. Diese Gegenüberstellung von Ernsthaftigkeit und Absurdität spiegelt den spielerischen Geist des ursprünglichen Werks wider.
Das Publikum wurde mit einer nahtlosen Mischung aus historischem Kontext und zeitgenössischer Sensibilität behandelt, was die Oper zugänglich und dennoch tief in ihren Ursprüngen verwurzelt machte. Die Produktion diente als eine starke Erinnerung an das bleibende Erbe der frühen Musik und ihrer Fähigkeit, ein modernes Publikum zu fesseln.
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