Zunehmende Haiangriffe
Hai-Attacke in Sydney: Australien sucht nach Lösungen für Abwehr
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In Sydney wird eine Frau von einem Hai angegriffen und schwer verletzt. Der jüngste Vorfall vom Wochenende ist kein Einzelfall. Zuletzt nahm die Zahl der Haiangriffe im Bundesstaat New South Wales deutlich zu. Medien sprechen von einer «aussergewöhnlichen Häufung». Vor diesen Fragen steht Australien aktuell:
Sollen Haie gezielt getötet werden?
Landwirtschaftsministerin Tara Moriarty, die auch für das Haimanagement zuständig ist, wollte sich Medien gegenüber nicht auf ein grundsätzliches Nein zu sogenannten Keulungen festlegen: «Wir schliessen nichts aus.»
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Ein Weisser Hai: Die Art ist in Australien geschützt. Fachleute gehen davon aus, dass es sich bei dem Angreifer von Coogee um einen Weissen Hai handelte.
Bildquelle: Getty/Universal Images Group/Design Pics Editorial/Dave Fleetham.
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Auch Bullenhaie sind für Angriffe auf Menschen bekannt. Sie halten sich oft in Bereichen auf, die auch Menschen nutzen.
Bildquelle: Getty Images / Anadolu Agency / Joseph Prezioso.
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Befürworter argumentieren, jeder verhinderte Angriff rechtfertige drastische Massnahmen. Wissenschaftlerinnen und Naturschützer halten dagegen: Haie seien hochmobile Wanderer. Getötete Tiere würden rasch durch andere ersetzt. Einen eindeutigen Nachweis, dass Abschuss- oder Fangprogramme Attacken dauerhaft reduzieren, fehlt.
30 Meter vom Ufer: Hai verletzt 35-jährige Frau schwer
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Legende:
Nach der Haiattacke wurde der Coogee Beach in Sydney für Badende gesperrt.
REUTERS/Hollie Adams
Am berühmten Coogee Beach in Sydney wurde am Samstag nur etwa 30 Meter vom Ufer entfernt eine 35-Jährige von einem grossen Hai attackiert – einem Weissen Hai, so wird vermutet. Die junge Mutter überlebt schwer verletzt.
Die Frau erlitt laut ihren Angehörigen lebensbedrohliche Verletzungen am linken Bein, ein Arm musste amputiert werden. «Sie wird umfassende und fortlaufende Pflege, Unterstützung und Rehabilitation benötigen», zitierte der Sender ABC aus einer Mitteilung. «Als Familie sind wir schockiert und zutiefst betroffen, dass dies unserer geliebten Partnerin, Tochter und Mutter, die so lebensfroh und voller Energie war, widerfahren konnte.»
Die Debatte hat allerdings noch einen anderen Haken. Fachleute gehen davon aus, dass es sich bei dem Angreifer von Coogee um einen Weissen Hai handelte – dieser steht in Down Under unter strengem Schutz. Der Regierungschef von New South Wales, Chris Minns, stellte deshalb klar, dass eine Keulung nicht infrage komme. Anders verhält es sich bei Bullenhaien, die ebenfalls für Angriffe in der Region verantwortlich gemacht werden. Hier will Minns mögliche Massnahmen nicht grundsätzlich ausschliessen.
Wie werden Badegäste bisher geschützt?
New South Wales setzt bislang auf einen Mix aus klassischen Hainetzen, Smart-Drumlines (Köderleinen, bei denen gefangene Haie rasch geortet und dann wieder freigelassen werden), elektronischer Überwachung markierter Tiere und Drohnen. Rund 16.8 Millionen Franken investiert der Bundesstaat jedes Jahr in den Schutz.
Doch funktioniert das System? Denn ausgerechnet über Coogee waren am Wochenende keine Überwachungsdrohnen im Einsatz. Der Grund: Flugbeschränkungen wegen der Nähe zum Flughafen Sydney.
Drohnen als Lösung?
Für Steven Pearce, Chef von Surf Life Saving NSW, zeigt der Vorfall die Grenzen des bestehenden Systems. Seine Organisation betreibt nach eigenen Angaben das grösste Drohnenüberwachungsprogramm der Welt und führt jährlich mehr als 100'000 Flüge durch. Die Sichtbedingungen am Tag der Attacke seien aussergewöhnlich gut gewesen, zitierten ihn Medien.
Legende:
Insgesamt werden rund 80 Strände im Bundesstaat New South Wales aus der Luft überwacht – oft sind aber diejenigen ausgenommen, die in der Anflugschneise des Airports liegen.
REUTERS / Hollie Adams
«Wenn Drohnen geflogen wären, hätten wir wahrscheinlich viele Meeresbewohner sehen können», sagte Pearce. Er sieht in der Technologie die Zukunft der Strandüberwachung: Drohnen seien «deutlich besser als Hainetze», um die Anwesenheit eines Tiers möglichst früh zu erkennen und Badegäste rechtzeitig zu warnen.
Warum greifen Haie Menschen an?
Für Wissenschaftler gelten Menschen nicht als natürliche Beute von Haien. Viele Angriffe beruhen vermutlich auf Verwechslungen: Aus der Tiefe betrachtet können die Silhouetten von Schwimmern oder Surfern einer Robbe oder anderen Beutetieren ähneln.
Legende:
Schon ein einziger «Probebiss» eines mehrere Meter langen Raubtiers kann lebensgefährliche Verletzungen verursachen. Rettungskräfte transportieren die Schwerverletzte nach der Haiattacke am Coggee Beach ab.
REUTERS / Hollie Adams
Der Druck wächst allerdings mit jeder neuen Attacke. Experten warnen, dass sich die Bedingungen entlang der australischen Küsten verändern. Wärme…
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