Causa René Benko
Wem gehörte Einrichtung der Villa N und Badetücher? WKStA ermittelt gegen Steuerberater
Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft wirft einem Steuerberater vor, er habe René Benko geholfen, Vermögen zu verheimlichen. Es geht um Einrichtung der Villa N in Igls
Renate Graber
Wem gehört die nicht eingebaute Einrichtung der Villa N? Ein Steuerberater wird der Krida beschuldigt.
Am 2. Juli könnte es so weit sein – da könnte der Oberste Gerichtshof (OGH) in der Causa René Benko ein erstes rechtskräftiges Urteil fällen. An diesem Tag findet ein öffentlicher Gerichtstag am OGH statt, in der dort verhandelten Causa geht es um den Vorwurf, der Signa-Gründer habe seine Gläubigerinnen und Gläubiger geschädigt. Das Straflandesgericht Innsbruck hat als erste Instanz entschieden, dass Benko sein Vermögen vorsätzlich geschmälert habe, indem er seiner Mutter 300.000 Euro geschenkt habe und ihn zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt. In einem weiteren Anklagepunkt, in dem es um eine Mietzinsvorauszahlung für die Villa auf der Innsbrucker Hungerburg ging, wurde er freigesprochen. Benko weist den Vorwurf der betrügerischen Krida zurück und es gilt die Unschuldsvermutung.
In einem anderen Strang der Ermittlungen, in dem es ebenfalls um den Vorwurf der betrügerischen Krida und indirekt ebenfalls um eine Villa geht, hat die WKStA ihr Verfahren inzwischen ausgeweitet. Sie ermittelt nicht nur gegen Benko, sondern auch gegen einen Ex-Manager und einen früheren Steuerberater. Sie sollen Benko geholfen haben, Vermögen zu verschleiern (Beihilfe zur betrügerischen Krida). Auch für sie gilt die Unschuldsvermutung.
Einrichtung verheimlicht?
In der Sache geht es um den Vorwurf, Benko, der seit März 2024 in Konkurs ist, habe Vermögen im Wert von rund acht Millionen Euro verheimlicht – und zwar in Form von Einrichtungsgegenständen in der Villa N in Innsbruck-Igls. Das ist jenes Haus am Fuße des Patscherkofels, dessen Interieur und Ausstattung schon für einiges Aufsehen sorgte. Die Villa mit fast 2000 Quadratmetern Wohnfläche, riesiger unterirdischen Grotte und verglasten Schauräumen für auf Drehtellern präsentierte Luxuskarossen gehört indirekt der Laura Privatstiftung, die die Ermittler Benko zurechnen und die seit März insolvent ist. Der Name der Besitzgesellschaft erinnert an die Vergangenheit des Anwesens als Hotel: Schlosshotel Igls Betriebs GmbH und Co KG.
Konkret sollen der Ex-Manager und Steuerberater Benko dabei unterstützt haben, "Einrichtungsgegenstände als Eigentum der Schlosshotel Igls Betriebs GmbH & Co KG darzustellen bzw. haben sie dies veranlasst", heißt es in Unterlagen zur Beschlagnahme von Daten und Datenträgern. Da geht es etwa um einen Darlehensvertrag zwischen Schlosshotel-Gesellschaft und Benko, bilanzielle Maßnahmen und Angaben gegenüber der Finanz, die abgeändert worden seien. Die WKStA wirft den Beschuldigten vor, ihnen sei der Eigentumserwerb an den Einrichtungsgegenständen offenbar bekannt gewesen, sie hätten das "im gemeinsamen Interesse nachträglich infolge der Insolvenz Benkos verschleiern wollen, indem man (…) nachträglich von bisherigen Angaben abging".
Villa als Dienstwohnung
Zur Erinnerung: Mieterin der Villa war die Signa Holding, die Benko das Haus um netto 124.000 Euro als Dienstwohnung überließ.
Die WKStA geht sozusagen davon aus, dass die Villa für die Benkos maßgeschneidert worden sei und nicht verbaute Einrichtungsgegenstände, etwa mit Initialen versehene Badetücher, in Benkos Eigentum stünden. In seinem Vermögensverzeichnis für die Insolvenz habe er aber "nur Mobiliar bestehend aus einer Kommode und einer Pergola" im Wert von rund 50.000 Euro erfasst. Den Rest, Einrichtung im Wert von rund acht Millionen Euro, habe er dagegen verheimlicht.
Villa sollte Hotel werden können
Benko bestreitet das. Er argumentiert etwa, dass ihm das Geld aus dem Kredit nie zugezählt worden sei. Die Villa sei so geplant worden, dass sie jederzeit als "Boutiquehotel" genützt werden könnte, das Inventar nie in seinem Eigentum gestanden. Auch manche Zeugen sprachen davon, dass bei Erwerb und Bau von einer "späteren Hotelnutzung" die Rede gewesen sei. Die Ermittler stützen sich auf andere Zeugen: Ein Architekt sagte aus, es habe sich "bei nüchterner Betrachtung der Raumaufteilung" (wie etwa der drei Kinderzimmer) "um ein großes Einfamilienhaus" gehandelt. Ein Ex-Manager meinte, das Schlosshotel Igls sei in der Absicht gekauft und umgebaut worden, um dem "privaten Wohnbedürfnis" Benkos zu entsprechen.
Und jetzt wird die Villa im Laura-Insolvenzverfahren verwertet. (Renate Graber, 8.6.2026)
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