ON
← Back to feed
CHMedicine2 days ago

In the St. Moritz community elections, will artist Jenny be followed by cross-country skiing expert Iseppi?

The community of St. Moritz held elections for its municipal presidency, with no candidate achieving an absolute majority in the first round. A second election is scheduled for July 19. Adriano Iseppi, a longtime SRF cross-country skiing expert and independent candidate, received the most votes (643), falling short of the required 702 for an outright win. Isabel Wenger came in second with over 200 fewer votes than Iseppi.

2018 wurde der Entertainer Christian Jott Jenny überraschend Gemeindepräsident von St. Moritz. Nach zwei Legislaturperioden steuert er auf neue Ufer zu.

Christian Jott Jenny

Personen-Box aufklappen

Personen-Box zuklappen

Der 1978 geborenen Christian Jott Jenny ist ein Schweizer Allrounder: Tenor, Entertainer, Kulturmanager und Politiker. Als Kunstfigur «Leo Wundergut» parodierte er klassische Musik, bevor er 2012 das «Festival da Jazz» in St. Moritz gründete. 2018 sorgte er für ein politisches Beben, als er überraschend zum Gemeindepräsidenten von St. Moritz gewählt wurde.

SRF: Ende 2026 ist nach acht Jahren Schluss als Gemeindepräsident. Sie treten nicht mehr an. 200'000 Franken Jahreslohn, keine Amtszeitbeschränkung – wurde Ihnen der Job zu komfortabel?

Christian Jott Jenny: Perfekt beschrieben, genau so ist es. In der Politik habe ich oft beobachtet, dass Routine zu einer gewissen Bequemlichkeit führt. Man kennt zwar die Materie, verliert aber auch ein wenig die Neugier.

Sie wurden auch schon «Systemirritator» genannt. Irritieren Sie heute nicht mehr?

Jede Irritation wird irgendwann normal, und eine Verwaltung spielt sich schnell auf einen neuen Chef ein.

Wurden Sie gezähmt in Ihrem Amt?

Das wäre übertrieben. Aber ich habe deutlich mehr Vertrauen in den Staat als zu Beginn. Ich bin staatskritisch, durfte aber erfahren, dass die meisten Ämter von Leuten bekleidet werden, die ihre Sache gut machen.

Was dachten Sie bei Ihrer Wahl 2018?

Es stellte mein Leben komplett auf den Kopf. Viele fanden, ich hätte keine Ahnung. Heute kann ich zugeben, dass das stimmte. Aber wenn alle im Vornherein genau wüssten, was ein solches Amt alles mit sich bringt, gäbe es dafür gar keine Interessenten.

Braucht es als Zürcher in St. Moritz einen Schutzpanzer?

Einer meiner Gegner rief mich nach der Wahl an und wir trafen uns auf einen Kaffee. Er fand: «Ab jetzt unterstütze ich dich.» Solche Momente sind in der Lokalpolitik sehr schön. So träge unser System ist, auf Gemeindeebene funktioniert es oft sehr gut.

Sind Sprengkandidaten heilsam?

Hie und da braucht es das. Ob meine acht Jahre etwas brachten, wird man erst später sehen. Wahrscheinlich wurde aber etwas ins Rollen gebracht.

Wieviel Humor erlaubt Politik?

Sehr viel. St. Moritz ist voller Widersprüche. Das hält man nur mit Selbstironie aus. Ein kleiner Ort, der gleichzeitig eine Weltmarke ist.

Die Brandkatastrophe in Crans Montana hat gezeigt, wie schnell eine Gemeinde in den Fokus geraten kann. Was hat das bei Ihnen ausgelöst?

Der ganze Januar stand in St. Moritz im Zeichen der Überprüfung des Brandschutzes. Hotels und Klubbetreiber kamen aus eigenem Antrieb zu uns.

Als Gemeindepräsident steht man auch juristisch in der Pflicht. Ist man sich dessen bewusst?

Wahrscheinlich nicht. Aber man kann sich auch eh nie im Voraus gegen alles absichern.

Brachte Ihr Amt auch schlaflose Nächte?

Selbstverständlich. Zwar wenige, aber es gab sie.

Fast die Hälfte der Schweizer Gemeinden hat Mühe, Leute für politische Ämter zu finden. Steuern wir auf ein Problem zu?

Ich denke schon und bin daher ein Fan von Fusionen. Wichtig ist, als Region stark zu sein. Ich kann es aber jedem empfehlen, sich auf solche Ämter einzulassen. Es ist eine Lebensschule, live am Menschen dran.

«Gredig direkt» neu als Podcast

Box aufklappen

Box zuklappen

Legende:

SRF

Urs Gredig empfängt in seiner wöchentlichen Talkshow prominente Gäste aus Politik, Wirtschaft, Unterhaltung, Sport und Gesellschaft. Seit Januar dieses Jahres gibt es seine Sendung auch als Podcast .

Wurden Sie in den acht Jahren auch ein wenig zermürbt?

Im Gegenteil. Teils habe ich mich bewusst zurückgezogen, um das zu vermeiden. Und hinter jedem noch so seltsamen Geschäft steht ein Mensch. Es hilft, das mit einem ernsthaften Schmunzeln zu sehen.

War Ihnen nie nach einem Timeout zumute, wie es zum Beispiel Mattea Meyer nimmt?

Ich will nicht über andere urteilen. Mir half es, bei allem Ernst immer zu versuchen, die Leichtigkeit zu bewahren. Es hilft niemandem, wenn man zermürbt wird.

Ende Jahr ist Schluss. Wie gross ist die Erleichterung?

Ich habe vier Kinder und genug Projekte, die mich auf Trab halten. Das gewonnene Wissen an der Schnittstelle zwischen Politik, Kultur und Tourismus möchte ich gern nutzen.

Das Gespräch führte Urs Gredig.

Read the full article at SRF News
Source document: Keystone-SDA

2 reports

SRF NewsState / PublicCenter2 days ago
St. Moritz's contradictions are only tolerated with self-irony

The article discusses Christian Jott Jenny, who was unexpectedly elected as the mayor of St. Moritz in 2018 after his career as an entertainer and cultural manager. The interview touches on his decision not to seek re-election in 2026, his reflections on the comfort and routine of holding office, and his views on state institutions.

Bias read (Center): The article provides a neutral summary of an interview with a public figure discussing personal and professional experiences without overt ideological framing or biased language.

SRF NewsState / PublicCenter7 days ago
In the St. Moritz community elections, will artist Jenny be followed by cross-country skiing expert Iseppi?

The community of St. Moritz held elections for its municipal presidency, with no candidate achieving an absolute majority in the first round. A second election is scheduled for July 19. Adriano Iseppi, a longtime SRF cross-country skiing expert and independent candidate, received the most votes (643), falling short of the required 702 for an outright win. Isabel Wenger came in second with over 200 fewer votes than Iseppi.

Bias read (Center): The article provides factual information about the election results without taking a stance or using biased language. It reports on the candidates' backgrounds and the outcome neutrally.

Official sources cited

  • press release Keystone-SDA

Go to the primary sources (1)

The official sources this coverage is built on. Read them directly to bypass framing.

  • press_releaseKeystone-SDA