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GermanyCulture8 days ago

Sexualization of minors in film: The uncomfortable has many sides

The article discusses the sexualization of minors in film, noting that Nastassja Kinski is not the only adult re-evaluating past experiences related to this issue. It suggests that the problematic aspects of such content extend beyond the filming process.

Sexualisierung Minderjähriger im Film : Das Ungemütliche hat viele Seiten

Nastassja Kinski ist nicht die Einzige, die als Erwachsene neu über Erfahrungen nachdenkt. Die Sexualisierung Minderjähriger endet nicht erst bei den Dreharbeiten.

Jodie Foster dreht mit 12 „Taxidriver“. Bei expliziten Szenen sprang ihre 18-jährige Schwester (l.) ein. Mitte: Fosters Agent

ZUMA Press/imago

Verglichen mit anderen Shitstorms, die mit Regelmäßigkeit den Puls der Öffentlichkeit hochtreiben, war es eine fast schon produktive Debatte. Vielleicht lag es daran, dass mit Wim Wenders’ „Falsche Bewegung“ von 1975 für eine Woche ein Film im Zentrum stand, dem sonst eher wenig Aufmerksamkeit zukommt, was die Zahl der meinungsstarken Einwürfe etwas einschränkte. In jedem Fall kamen in der Diskussion um „Falsche Bewegung“ und Nastassja Kinskis halbnackten Auftritt als 13-Jährige darin erfreulich verschiedene Aspekte zur Geltung.

Im Vordergrund stand zwar einmal mehr der verspätete Schock über den Sexismus von einst und die gesamtgesellschaftlichen Scheuklappen gegenüber dem, was man fast schon beschönigend als „Lolita-Komplex“ bezeichnet. So hatte sich Nastassja Kinski seit Jahren darum bemüht, die betreffende Szene aus dem Film schneiden zu lassen. Aber erst Wim Wenders’ in seiner Dankesrede beim Deutschen Filmpreis geäußerte Weigerung, der Bitte so einfach nachzukommen, brachte ihr die volle Aufmerksamkeit.

Viele, die noch nie von dem Film gehört hatten – er war erst im März im Frankfurter Filmmuseum im Begleitprogramm der dortigen Wenders-Ausstellung gezeigt worden –, erfuhren erstmals von seiner Problematik. Und zeitgleich aber auch vom Für und Wider eines angemessenen Umgangs damit.

Wenders’ eine Woche später erfolgte, uneingeschränkte Entschuldigung bei Kinski, verbunden mit der Entscheidung, den Film vorerst aus dem Verkehr zu ziehen, setzte der Debatte ein vorläufiges, wenn auch nicht unbedingt befriedigendes Ende. Die verschiedenen Stränge hängen nun gleichsam in der Luft: Wie soll man verfahren mit Filmen oder Büchern, die Stellen enthalten, die heute „nicht mehr gehen“?

Rausschneiden oder Verpixeln?

Die einen behaupten, dass an Filmen sowieso die ganze Zeit herumgeschnitten werde, für bestimmte Ausstrahlungen, Länderlizenzen und Ähnliches, sodass eine Szene mehr oder weniger doch letztlich nichts ausmache. Manche plädierten gar für die simple Lösung der Verpixelung.

Für andere stellt die Integrität eines Kunstwerks einen Wert an sich dar, den es historisch auch gegen den jeweiligen Zeitgeist zu bewahren gilt. Gibt es ein Anrecht darauf, zu wissen, wie es „ursprünglich“ gewesen ist? Die Neugier darauf könnte ihrerseits einen unschönen Schwarzhandel nach sich ziehen. Das sozialpädagogische Handwerk, das solche Konflikte mit Kontextualisierung und Triggerwarnungen zu lösen versucht, wirkt da wie ein verkopftes Versprechen, das mit Zerreden nervt.

Auf wohltuende Weise aber offenbarte die Debatte über alle Widersprüche hinweg, dass Nastassja Kinskis persönliches Anliegen, ihr 13-jähriges, bei den Dreharbeiten überrumpeltes Ich im Nachhinein schützen zu wollen, Verständnis entgegengebracht wurde und rundum einleuchtete. Vielleicht setzte genau das dem Ganzen eine neue Note.

Denn statt Wenders nun sensationsheischend in eine Reihe mit der Aufregung um Konstantin Weckers Vorliebe für junge Mädchen oder den stets aufs Neue triggernden Skandalen um Roman Polanski, Woody Allen oder gar Jeffrey Epstein zu stellen, regt Kinskis Einwurf zur umgekehrten Route an. Sie ist nicht der einzige Kinderstar, der als Erwachsene neu über die eigenen Erfahrungen von damals nachdenkt.

Jodie Foster als Prostituierte in „Taxi Driver“

Ein Gegenbeispiel zu Kinskis negativ konnotierten Erfahrungen nicht nur beim Dreh mit Wenders liefert die fast gleichaltrige Jodie Foster. Sie erinnert sich an ihre Mitarbeit als 12-Jährige in „Taxi Driver“ stets mit Humor und Jovialität. Wie dieser Tage beim Tribeca-Filmfestival, wo der 50. Geburtstag von Martin Scorseses Film gefeiert wurde, betont Foster gern, dass sie als damals bereits erfahrener Kinderstar die Souveränere am Set gewesen sei.

Robert De Niro und Scorsese hätten peinlich berührt gekichert, wenn sie ihr die Rolle der Kinderprostituierten erklären mussten, sie selbst sah sich als abgebrüht.

Für die sexuell expliziteren Szenen wurde Jodie aber von ihrer damals bereits 18-jährigen Schwester Connie als Stand-in ersetzt. Was für eine Professionalität am „Taxi-Driver“-Set spricht, die man Wenders im Nachhinein nur wünschen könnte – die aber der deutsche Film von damals wohl gerade abgelehnt hätte.

Mit Professionalität allein lässt sich ohnehin nicht alles lösen. Das macht Brooke Shields begreiflich, die im selbst produzierten Dokumentarfilm „Pretty Baby: Brooke Shields“ (2023) über ganz verschiedene Aspekte ihrer Zeit als Kinderstar spricht.

Brooke Shields als Prostituierte in „Pretty Baby“

Ähnlich wie Foster spielte sie in Louis Malles „Pretty Baby“ (1978) als 11-Jährige eine Kinderprostit…

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1 reports

taz – die tageszeitungIndependentCenter8 days ago
Sexualization of minors in film: The uncomfortable has many sides

The article discusses the sexualization of minors in film, noting that Nastassja Kinski is not the only adult re-evaluating past experiences related to this issue. It suggests that the problematic aspects of such content extend beyond the filming process.

Bias read (Center): The article briefly mentions an issue (sexualization of minors in film) without taking a clear stance, presenting it as a topic for reflection rather than advocating for any particular viewpoint. The framing appears balanced, with no evident bias toward one side.