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GermanyCulture4 days ago

They're not wearing tights.

The article reviews the film 'The Death of Robin Hood,' directed by Michael Sarnoski, which portrays Robin Hood as a reformed criminal rather than the traditional heroic figure. The review criticizes the film for being overly violent and emotional. It compares various portrayals of Robin Hood throughout cinema history, including Sean Connery's version in 'Robin and Marian' (1976) and Ridley Scott's darker take in 'Robin Hood' (2010). The article also references the evolution of the Robin Hood character, drawing parallels with Batman's transformation in popular culture.

Michael Sarnoski zeichnet in „The Death of Robin Hood“ den Helden als gelĂ€uterten Schwerkriminellen. Leider versinkt sein Film in Gewalt und Pathos.

Zwei Wegelagerer, kaum von der Landschaft zu unterscheiden: Robin Hood (Hugh Jackman) und Little John (Bill SkarsgÄrd)

Robin Hood, jene große Legendengestalt englischer Folklore, gleicht in gewisser Weise dem Superhelden Batman. Beides sind RĂ€cher der UnterdrĂŒckten, der Schutzlosen, der Verarmten. Unbeirrbare Verteidiger der Gerechtigkeit in einer ungerechten Welt. Und beide erfuhren im Laufe der Filmgeschichte eine Reihe von Umdeutungen, Modifizierungen und Anpassungen. Aus so einfach gestrickten wie ĂŒbermenschlichen Helden in hautengen Strumpfhosen wurden gebrochene, zweifelnde, von der HĂ€rte des Lebens gezeichnete Menschen.

Sean Connerys Robin Hood in „Robin und Marian“ (1976) ist nicht mehr jener tollkĂŒhne Haudegen, wie ihn Erol Flynn noch 1938 verkörperte. Aus ihm wurde, den Vietnamkrieg kommentierend, ein vom Kreuzzug traumatisierter und desillusionierter Soldat, der sein Heil in der Liebe findet. Ridley Scotts „Robin Hood“ (2010) ist mehr dĂŒsteres Schlachtenepos denn feixendes Abenteuerspektakel.

Und der dunkle Ritter erreichte nach Adam Wests ironischer „Batman“-Serie (1966–1968), den knallig-freidrehenden Filmen aus den 1990ern und Christopher Nolans angstbeseelter „The Dark Knight“-Trilogie (2005-2012) seinen existentialistischen Endpunkt in Matt Reeves „The Batman“ (2022). Aus dem fantastischen Superhelden wurde ein gequĂ€lter, depressiver Antiheld in einem verelendeten Gotham City.

Der Film

„The Death of Robin Hood“. Regie: Michael Sarnoski. Mit Hugh Jackman, Jodie Comer u. a. USA 2026, 122 Min.

An einer Ă€hnlichen Heldendekonstruktion versucht sich nun der US-amerikanische Autor und Regisseur Michael Sarnoski mit „The Death of Robin Hood“. Dabei bedient er sich lose an der gleichnamigen Ballade aus dem 17. Jahrhundert, die zu den Ă€ltesten erhaltenen Texten ĂŒber die literarische Figur Robin Hood zĂ€hlt. Der Kniff: Was, wenn all die Geschichten ĂŒber den edelmĂŒtigen RĂ€uber nur das Ergebnis unzĂ€hliger LĂŒgen und Verdrehungen mĂŒndlicher Überlieferungen sind und er in Wahrheit ein mordlĂŒsterner und niedertrĂ€chtiger Bandit war?

Verstörender Gewaltporno

Ganz dieser PrĂ€misse folgend inszeniert Sarnoski das England des 13. Jahrhunderts als barbarischen Alptraum. Robin Hood (Hugh Jackman), verdammt und gehasst von den Überlebenden seiner Brandlegungen, lebt als grauhaarig-zotteliger Eremit im nebelverhangenen Nirgendwo des englischen Hochlands, als er von seinem frĂŒheren GefĂ€hrten Little John (Bill SkarsgĂ„rd) um einen letzten, gemeinsamen Überfall gebeten wird.

Was in den ersten 30 Minuten des Films folgt, lĂ€sst sich nicht anders bezeichnen als verstörender Gewaltporno. Sarnoskis Helden sind enthemmte Soziopathen, SchĂ€delspalter und Kindermörder. Eine schlammverschmierte Gewaltentladung, wie sie auch Robert Eggers („The Northmen“) gerne als historische AuthentizitĂ€t verkauft. Diese brutale Exposition muss man nicht goutieren, man kann sie als obszön und effekthascherisch abtun.

Das alles braucht der Regisseur jedoch fĂŒr die Fallhöhe in der zweiten HĂ€lfte seines Films: Die LĂ€uterung des marodierenden Robin Hood, der den Überfall schwerverletzt ĂŒberlebt und in einem Kloster auf einer abgeschiedenen Insel landet. Erst hier wird der Film zu einem bedauernswerten Unterfangen. Sarnoski weiß schlicht nicht, was er erzĂ€hlen will. Und das Wenige, das er erzĂ€hlen möchte, wird nur behauptet, nicht gezeigt.

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Als wĂŒrde allein der Aderlass, mit dem Robin Hood von der Priorin des Klosters (Jodie Comer) behandelt wird, auf mirakulöse Weise seinen verdorbenen Geist reinigen. Oder ist doch Margarete (Faith Delaney) dafĂŒr verantwortlich, Little Johns verwaiste Tochter, die von der Priorin in Obhut genommen wurde und deren Mentor der einstige Schwerverbrecher wird? Man weiß es nicht. Die großen Fragen von Schuld und SĂŒhne, Reue und Vergebung, Fragen, die dem Robin-Hood-Mythos eine interessante, moralphilosophische Perspektive geben wĂŒrden, stellt der Film nicht.

Hinzu kommt ein wirres Drehbuch. Szenen verlaufen ins Leere, die unheilvolle TonalitÀt kippt in pathosgeladenen Kitsch, und nicht zuletzt ist der Film zu feige, die eigene PrÀmisse eines schwerkriminellen Robin Hood konsequent zu Ende zu erzÀhlen, wenn er diesem am Sterbebett doch eine edle Gesinnung in den Mund legt. Gegen diese Unstimmigkeiten kann auch Hugh Jackman, der seinen Robin Hood so raubeinig wie bla


Read the full article at taz – die tageszeitung →

2 reports

taz – die tageszeitungIndependentCenter4 days ago
They're not wearing tights.

The article reviews the film 'The Death of Robin Hood,' directed by Michael Sarnoski, which portrays Robin Hood as a reformed criminal rather than the traditional heroic figure. The review criticizes the film for being overly violent and emotional. It compares various portrayals of Robin Hood throughout cinema history, including Sean Connery's version in 'Robin and Marian' (1976) and Ridley Scott's darker take in 'Robin Hood' (2010). The article also references the evolution of the Robin Hood character, drawing parallels with Batman's transformation in popular culture.

Bias read (Center): The article provides an analytical overview of different cinematic interpretations of Robin Hood without taking a clear ideological stance. It critiques the film's style but does not frame it in a politically biased manner. The content remains focused on cultural and artistic analysis.

CiceroIndependentCenter4 days ago
Movie of the week: The Death of Robin Hood - In Search of Redemption

The article reviews the film 'The Death of Robin Hood,' highlighting its portrayal of Robin Hood as a depressed, penitent mass murderer rather than the traditional noble hero. The review describes the film as dark yet substantial and advocates for dialogue.

Bias read (Center): The article provides a neutral summary of the film's content and framing without overtly favoring any political perspective. It focuses on cultural critique and does not engage with politically charged issues.