Sagrada Familia
Papst Leo XIV. hat am Mittwochabend in Barcelona den höchsten Kirchturm der Welt gesegnet – den 172,5 Meter hohen Christusturm der Sagrada Familia. Die Zeremonie gilt als Höhepunkt der rund einwöchigen Spanien-Reise des Papstes. Der 10. Juni ist zugleich der 100. Todestag von Antoni Gaudi, Baumeister des weiter unvollendeten Wahrzeichens der katalanischen Hauptstadt.
10. Juni 2026, 21.31 Uhr
(Update: 10. Juni 2026, 23.44 Uhr)
Mit der Fertigstellung des 17 Meter hohen und begehbaren Turmkreuzes löste die Sagrada Familia Anfang des Jahres das Ulmer Münster als höchste Kirche der Welt ab.
Eingeleitet wurde die Zeremonie zur Segnung des Turmes von einem Gottesdienst zum Gedenken an Gaudis hundertsten Todestag. Der Papst wurde von König Felipe VI. in der seit 1882 in Bau befindlichen Basilika empfangen. Zehntausende Menschen versammelten sich bereits zuvor auf den für den Verkehr gesperrten Straßen rund um die Sagrada Familia.
Mit 172,5 Metern gilt der erst kürzlich fertiggestellte Christusturm als höchster Kirchturm der Welt
Architekt Gaudi (1852–1926) starb nach 40 Jahren Arbeit infolge eines Verkehrsunfalls. Seit 2000 läuft für ihn ein Seligsprechungsverfahren. Die komplette Fertigstellung des Gotteshauses soll in den 2030er Jahren erfolgen. Papst Benedikt XVI. (2005–2013) hatte im Jahr 2010 bereits den Altar der Sagrada Familia geweiht und dem Gotteshaus mit den 18 Türmen den Titel einer Basilica minor verliehen.
„Sichtbares Zeichen des unsichtbaren Gottes“
Papst Leo besuchte auch die Krypta mit dem Grab Gaudis. In seiner Predigt sagte er, das Gotteshaus sei ein „sichtbares Zeichen des unsichtbaren Gottes, zu dessen Ehre ihre Türme emporragen“. Und weiters: „Die Basilika Sagrada Familia ist weit mehr als nur ein Denkmal; sie ist bis heute ein Bauwerk im Entstehen, das uns daran erinnert, dass das christliche Leben stets ein Weg ist, denn es handelt sich um ein Projekt, das Gott verwirklicht“.
Die Unvollkommenheit der weiterhin im Bau befindlichen Kirche sei „kein Mangel, denn sie zeugt von einer Sehnsucht; sie bedeutet nicht ein Fehlen von etwas, sondern drückt ein Versprechen aus, das wir konsequent einhalten wollen“, so der Papst.
Papst Leo feierte eine Messe in der Sagrada Familie und segnete anschließend den weltweit höchsten Kirchturm
Durch seine Menschwerdung werde Gott für die Menschen „zur Quelle der Gnade und der Vergebung, des Heils und des neuen Lebens“, erinnerte der Papst. „Meine Lieben, wir können nicht an Jesus glauben und Krieg führen. Wir können nicht an Jesus glauben und Unschuldige töten. Wir können nicht an Jesus glauben und diejenigen im Stich lassen, die leiden, die weinen, die vor der Not fliehen“, sagte Leo XIV.
„Hoffnungsträger statt Untergangspropheten“
Ausdrücklich forderte der Papst mehr Aufmerksamkeit für die armen und leidenden Menschen auf der Welt. Das Kreuz auf der Spitze des Christusturms sei auch „das Kreuz der Letzten, die die Ersten werden, der Sünder, die Heilige werden, der Toten, die auferstehen werden“. Zudem betonte der Papst die Unvereinbarkeit von Krieg und christlichem Glauben.
„Wir wissen, dass wir in schwierigen Zeiten leben, doch wir wollen keine Untergangspropheten sein, sondern Hoffnungsträger“, sagte der Erzbischof von Barcelona, Kardinal Juan Jose Omella, am Ende des Gottesdienstes. Die Sagrada Familia und der Christusturm ermutigten dazu, „den Blick auf das Licht zu richten, das von diesem Turm mit dem Kreuz Christi ausstrahlt und Christus in den Mittelpunkt unseres Lebens zu stellen“.
Papst segnet neuen Christusturm der Sagrada Familia
Nach mehr als 140 Jahren Bauzeit ist mit dem Christusturm ein weiteres Wahrzeichen der Sagrada Familia vollendet worden. Papst Leo XIV. hat den höchsten Kirchturm der Welt am Mittwoch in Barcelona feierlich eingeweiht.
Der Papst hielt seine Predigt auf Spanisch, Katalanisch und Latein. Anschließend weihte er den Kirchturm. Der Papst blickte zu dem Turm hinauf, ehe er Weihwasser in seine Richtung sprengte. Am Ende der Segnung erleuchteten Lichter und ein Feuerwerk die Fassade der Basilika. In einer Lichtershow mit Drohnen wurde zudem das Porträt Gaudis in den nächtlichen Himmel über Barcelona gezeichnet.
Seit Samstag in Spanien
Papst Leo XIV. hält sich seit Samstag in Spanien auf. Für das seit einem Jahr amtierende Kirchenoberhaupt ist es die vierte Auslandsreise und der erste offizielle Besuch in einem EU-Land außerhalb Italiens. Die Zeremonie in der Sagrada Familia gilt als Höhepunkt von Leos Spanien-Reise.
In Madrid sprach Leo XIV. als erster Papst der Geschichte vor dem spanischen Parlament. Am Montagabend schloss Papst Leo XIV. das Programm in der Hauptstadt Madrid mit 80.000 Menschen im Bernabeu-Stadion ab und reiste am Dienstag weiter nach Barcelona. Erste Station in Barcelona war dann ein Besuch der Kathedrale Heilig Kreuz und St. Eulalia samt einer teils in katalanisch gehaltenen Messe.
Am Mittwoch besuchte der Papst in Barcelona auch ein Gefängnis
Dichtes Programm
Am Mittwoch besuchte der…
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