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Fußball-WM im Streaming-Vergleich: Die beste Qualität gibt es weder bei ORF noch Servus TV
Die beste Auflösung ist beim ORF ein rares Gut, bei Servus TV gar nicht vorhanden. Ausgerechnet das vielgescholtene Magenta TV liegt technisch weit vor dem Rest
Andreas Proschofsky
Extra für die WM einen neuen Fernseher gekauft, und dann das: Anstatt die Spiele in ihrer vollen UHD-Pracht genießen zu können, gibt es wieder nur den alten 720p-Matsch – im "besten" Fall noch durch das KI-Upscaling des TVs in entfernt an Menschen erinnernde Formen umgeformt. Dabei müsste das nicht sein, immerhin werden nicht nur sämtliche Spiele in UHD aufgenommen, auch in Österreich versprechen manche Anbieter, die volle Auflösung an ihre Kundinnen und Kunden weiterzugeben.
Wie viel man vom Geschehen mitbekommt, hängt nicht zuletzt vom gewählten Anbieter ab. Und da gibt es durchaus relevante Unterschiede.
In der Praxis ist all das aber natürlich einmal mehr etwas komplizierter, und tatsächlich variieren das Angebot und die real gebotene Qualität stark zwischen den großen Anbietern, wie sich im direkten Vergleich schnell offenbart.
ORF stagniert
Platzhirsch ist in Österreich natürlich der ORF. Dieser spricht vollmundig von "bester Qualität mit ORF-Technik" . Selbst wenn wir uns den naheliegenden Kalauer ersparen (würden), dass die ORF-Technik in Wirklichkeit APA-Technik ist und just beim ersten Spiel Österreichs grob versagt hat , bleibt das eine gewagte Ansage. Denn wenn man sich das Angebot näher ansieht, fällt auf: Seit der WM 2022 hat sich technisch nichts Relevantes getan.
Bei ORF On kann man sehr gute Qualität bekommen, manchmal und mit richtigem Gerät.
Das Positive: Im Bestfall bekommt man hier tatsächlich einen UHD-Stream samt HDR-Unterstützung. Das ist nicht unbedingt selbstverständlich, denn während die WM 2022 in voller Auflösung zu haben war, war das bei der Euro 2024 schon nicht mehr der Fall. Das Negative: Den Bestfall gibt es nur unter sehr spezifischen Voraussetzungen – und damit selten.
Handverlesene Auswahl
Offiziell unterstützt der ORF lediglich "ausgewählte Fernseher" von LG und Samsung sowie das Apple TV. Google TV? Fehlanzeige. Fire TV? Ebenso. Smartphone oder Tablet? Verrückter Gedanke! Und auch auf vielen anderen Plattformen, die eigentlich UHD – und damit 3840 × 2160 Pixel – problemlos beherrschen, muss man sich mit dem vom ORF gewohnten 720p50 herumschlagen. Also einer Auflösung von 1280 × 720 Pixel, das dafür aber zumindest mit den vollen 50 Bildern pro Sekunde.
Dass der ORF in vier Jahren keine Fortschritte bei der Plattformunterstützung gemacht hat, ist, offen gesagt, betrüblich. Jetzt könnte man zynisch anmerken, dass es angesichts der offensichtlichen Serverprobleme ohnehin besser ist, wenn nicht mehr als 720p gestreamt wird – immerhin benötigt ein solcher UHD-Stream ein Vielfaches der Bandbreite. Aber zynisch wollen wir an dieser Stelle natürlich nicht werden.
Bandbreitenangaben richtig verstehen
Apropos: Der ORF spricht von einem Minimum von 25 MBit/s, damit der UHD-Stream auch rund läuft. Wer sich wundert, dass es bei einem selbst dann trotzdem hakt: Solche Werte sind immer mit Vorsicht zu genießen, denn nur weil man eine Leitung hat, die eigentlich viel mehr Bandbreite verspricht, heißt das nicht, dass diese auch komplett stabil läuft und dieses Niveau durchgängig liefert. Die Qualität der Netzanbindung spielt gerade beim Streaming eine große Rolle – ebenso natürlich wie die genutzte Hardware.
Servus TV
Wechseln wir zu Servus TV und damit jenem Sender, der sich die offiziellen Ausstrahlungsrechte mit dem ORF teilt. Was übrigens – nur zur Erinnerung – auch heißt, dass beide jeweils nur einen Teil der Spiele im Angebot haben. Und dort zeigt man schnell, dass es technisch immer noch schlechter geht.
Servus TV bietet einen schnörkellosen, aber auch nicht sonderlich guten Service.
UHD gibt es bei Servus TV nämlich auch im Jahr 2026 noch immer nicht. Stattdessen streamt der Red-Bull-Sender alles in 1080i50. Das klingt zunächst besser als das, was der ORF im Basisangebot hat, immerhin ist die Auflösung 1920 × 1080 Pixel unzweifelhaft höher. In der Praxis sieht man den Unterschied aber selbst bei naher Betrachtung kaum – und selbst da ist fraglich, ob das Ergebnis wirklich besser ist.
Unterschiede
Das liegt an dem "i" vor 50. Dieses bedeutet nämlich, dass all das "interlaced" ausgesendet wird, und damit in Form von 50 Halbbildern, die zusammengesetzt 25 Vollbilder ergeben. Gerade bei schnellen Bewegungen, wie sie Fußball nun mal – im Bestfall – auszeichnen, kann das einen Qualitätsverlust ergeben.
Dafür fällt beim Servus-TV-Stream sofort etwas auf, das schon bei der Euro 2024 negativ bemerkt wurde : Die Latenzzeiten sind extrem unzuverlässig und vor allem oftmals sehr groß.
Exkurs: Wenn der Nachbar früher jubelt
Für alle, die gerade kein Wort verstanden haben, folgt ein kleiner Exkurs: Als Latenz wird in di…
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