ON
← Back to feed
AustriaCulture2 days ago

Lightweight luggage, intensive painting

The article discusses the author's personal experience with photography equipment over time, emphasizing a shift towards using prime lenses (fixed focal length) rather than zoom lenses for more spontaneous and unburdened photography. The author recalls carrying heavy gear in the past but now prefers lighter setups with fewer lenses.

Blog Slow Photography

Leichtes Gepäck, intensive Bilder

Ein Plädoyer für Festbrennweiten für unbeschwertes Fotografieren

Blog

/

Bernd Grosseck

Meine erste Kamera (Fujica AX1) mit einem 50mm Objektiv und meinem ersten Lehrbuch für Fotografie. So fing 1984 mein fotografisches Tun als Jugendlicher an.

Vor kurzem stolperte ich über Aufnahmen, die im Rahmen einer Toskanareise Ende der 90er Jahre aufgenommen worden sind. Ich kann mich noch gut an meine damalige Ausrüstung erinnern. Ich war mit einer vollgepackten Fototasche unterwegs, trug eine Nikon Spiegelreflexkamera mit zwei bis drei Zooms, eine Festbrennweite, eine Videokamera und das übliche "Fotozeugs" (Filter, Filme etc. …) mit mir herum. "Unbeschwertes" Fotografieren sieht definitiv anders aus. Vielleicht erkennt sich auch die eine Leserin oder der andere Leser mit diesem Bild vor Augen wieder?

In den letzten Jahren habe ich meine Ausrüstung auf Reisen deutlich reduziert. Ich beschränke mich heute sehr oft auf eine Kamera und zwei bis maximal drei Festbrennweiten. Manchmal ist es überhaupt nur die Kamera mit fest aufgesetztem Objektiv (meist 28 mm oder 35 mm), die ich locker über die Schulter trage.

Wenn man genug Platz hat, können die Füße ein Zoom ersetzen und mächtige Gebäude auch mit 35mm formatfüllend und unbeschnitten in Szene gesetzt werden (Triest, Leica M11, Voigtländer Nokton 35mm/f1.2).

Den Bildausschnitt verinnerlichen

Je länger man ausschließlich mit einer bestimmten Festbrennweite unterwegs ist, desto intensiver verinnerlicht man deren spezifischen Blickwinkel. Mit der Zeit weiß man bereits beim bloßen Betrachten einer Szene, welcher Bildausschnitt sich ergeben wird – ganz ohne durch den Sucher der Kamera blicken zu müssen. Dies fördert ein intuitives und flüssiges Arbeiten, bei dem die Technik in den Hintergrund tritt und das Sehen dominiert. Zusätzlich fällt auch die ständige Überlegung weg, welches Objektiv für die nächste Aufnahme das Richtige ist.

Eine lichtstarke Festbrennweite zahlt sich insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen oder wie hier in der blauen Stunde nach Sonnenuntergang aus. Sie bietet genug Reserven, um Bildrauschen oder zu lange Verschlusszeiten zu vermeiden (Caorle, Sony A7CR mit Sony 35mm GM/f1.4).

Der "Zoom durch die Füße" als Kreativitäts-Booster

Da eine Festbrennweite nicht die Bequemlichkeit bietet, das Motiv einfach per Ringdrehung heranzuholen, wird man zu körperlicher Aktivität gezwungen. Dieser sogenannte "Zoom durch die Füße" ist ein hervorragendes Training für das kreative Auge. Weil man sich bewegen muss, um den Bildausschnitt anzupassen, entdeckt man plötzlich völlig neue Perspektiven, alternative Blickwinkel und feine Details, die bei der Nutzung eines Zoomobjektivs wahrscheinlich unbeachtet geblieben wären. Diese scheinbare Restriktion erweitert in Wahrheit das visuelle Repertoire enorm.

In London war ich zehn Tage nur mit 28mm unterwegs. Eine Brennweite, die für mich auf Reisen ideal ist, aber einen auch manchmal zu Kompromissen zwingt. Natürlich wäre hier noch mehr Weitwinkel ideal gewesen, aber um die Dimension der Wolkenkratzer dennoch einzufangen, heißt es die Perspektive zu wechseln (London, Leica Q3 mit 28mm/f1.7).

Persönliche Bildphilosophie

Jede Festbrennweite transportiert eine eigene visuelle Philosophie und Bildaussage. Ein 24mm- oder 28mm-Weitwinkel zeigt beispielsweise den großen Kontext und vermittelt das Gefühl, tief in die Welt einzutauchen. Ein 50mm-Objektiv hingegen, das in etwa dem menschlichen Sehwinkel entspricht, steht für eine natürliche, ehrliche und unverzerrte Beobachtung. Die bewusste Beschränkung auf eine einzige Brennweite kann einen dazu zwingen, den eigenen automatisierten "visuellen Habitus" zu dekonstruieren. Damit verbunden ist eine viel gezieltere Motivauswahl und eine überlegtere Bildkomposition.

Die Verwendung eines 28mm Weitwinkelobjektivs schließt viel Kontext ein und bietet die Möglichkeit Vordergründe zu betonen (Erto e Casso, Leica Q3 mit 28mm/f1.7).

"Mutige" und Experimentierfreudige können auch versuchen, einmal mit einem 21mm oder einem 75mm Objektiv loszuziehen. Meine persönlichen "Lieblingsbrennweiten" sind das 35mm und 50mm, deren Blickwinkel ich schon ziemlich verinnerlicht habe. Um diese Komfortzone auch immer wieder einmal zu verlassen, schraube ich mir ein 75mm oder auch 90mm an die Kamera und streife nur mit dieser Brennweite durch einen Ort. Damit habe ich die Erfahrung gemacht, loslassen zu müssen, weil sich manche Motive nicht vernünftig ablichten lassen, gleichzeitig aber erlebe ich jede Menge positiver Überraschungen, welche neue Motive ich dadurch entdecke.

Ein 50mm Objektiv bietet die Distanz, die man bei manchen Motiven braucht, um sie nicht zu verlieren. Durch die meist hohe Lichtstärke dieser "Standardobjektive" lässt sich der Fokus sehr bewusst setzen, dass der Hintergrund, wie in diesem Beispiel, n…

Read the full article at Der Standard

1 reports

Der StandardIndependentCenter2 days ago
Lightweight luggage, intensive painting

The article discusses the author's personal experience with photography equipment over time, emphasizing a shift towards using prime lenses (fixed focal length) rather than zoom lenses for more spontaneous and unburdened photography. The author recalls carrying heavy gear in the past but now prefers lighter setups with fewer lenses.

Bias read (Center): The article is a personal reflection on photography techniques and equipment preferences. It does not discuss political issues, policies, or controversial topics. The content is focused on artistic choice and practical considerations in photography, making it apolitical in nature.