ON
← Back to feed
GermanyEconomy2 days ago

Consumer sentiment in Germany: People save where they can

The article discusses the current state of consumer sentiment in Germany, noting that despite a slight improvement according to recent surveys by the German Retail Federation (HDE) and the Nuremberg Institute for Market Decisions, the overall situation remains difficult. Many Germans are buying more sparingly, with up to 74% of purchase decisions influenced by discounts. A study by Boston Consulting Group (BCG), based on a representative survey of 1,800 people in April, indicates that 64% of consumers view the economic situation negatively. Consumers are paying more attention to prices than in

Einkaufspassage in München: Der finanzielle Druck ist groß

Wer in diesen Tagen durch deutsche Innenstädte läuft, der könnte meinen, es sei schon Hochsommer. Sonderangebote und Rabatte weit und breit. Den gesetzlich vorgeschriebenen Sommerschlussverkauf gibt es seit Jahren nicht mehr. Der Handel veranstaltet inzwischen einen freiwilligen Schlussverkauf – eigentlich erst Ende Juli. »Bei Rabatten gibt es inzwischen leider fast eine Dauerschleife. Es wird immer mehr«, sagt Rolf Pangels vom Handelsverband Textil Schuhe und Lederwaren. Und das hat wohl einen Grund.

Die Konsumstimmung hat sich Befragungen vom Handelsverband Deutschland (HDE) und dem Nürnberg Institut für Marktentscheidungen zufolge zuletzt zwar leicht verbessert, aber die Lage bleibt schwierig. Viele Menschen kaufen sehr sparsam ein. Ob Kleidung, Lebensmittel oder Deko: Hauptsache günstig. Sonderangebote sind besonders begehrt.

Je nach Produktkategorie werden bis zu 74 Prozent der Kaufentscheidungen von Rabatten beeinflusst. Das zeigt eine Studie der Boston Consulting Group (BCG). 1800 Menschen in Deutschland wurden im April repräsentativ befragt. Die Stimmung hat sich demnach weiter verschlechtert. 64 Prozent bewerten die wirtschaftliche Lage negativ. Verbraucher achten stärker auf Preise als vor einem Jahr. »Verbraucher wägen heute insgesamt stärker ab, wofür sie ihr Geld ausgeben«, sagt BCG-Konsumgüterexpertin Karin von Funck. Sie verglichen mehr, hinterfragten Ausgaben kritischer.

Bei Kleidung und Gastronomie wird am meisten gespart

Laut einer repräsentativen Kantar-Umfrage wird vor allem bei Bekleidung, Gastronomie sowie bei Kino-, Konzert- und Clubbesuchen gespart. Das Institut befragte im Auftrag des Portals Idealo 2000 Menschen zwischen 18 und 64 Jahren. 62 Prozent vergleichen vermehrt Preise verschiedener Anbieter. 56 Prozent achten verstärkt auf Sonderangebote. Auch der Etat für Urlaube und Reisen wird häufig zusammengestrichen (41 Prozent).

Der finanzielle Druck ist groß. 81 Prozent müssen laut Umfrage vermehrt darauf achten, wie viel sie ausgeben. Zwei Drittel sorgen sich darum, mit ihrem Geld nicht mehr auszukommen. 44 Prozent konsumieren weniger als im Vorjahr. Als Gründe nennen sie meist steigende Verbraucherpreise sowie politische und wirtschaftliche Unsicherheiten.

Im »Sorgen-Ranking« des Marktforschers YouGov sind finanzielle und wirtschaftliche Probleme auf den ersten Platz vorgerückt – vor Einwanderung und Gesundheit. Kunden greifen bei Produkten des täglichen Bedarfs wie Lebensmitteln immer häufiger zu Sonderangeboten. Zunehmend gefragter sind auch die preisgünstigeren Eigenmarken der Händler. Viele Kunden seien unsicher, welche weiteren Belastungen auf sie zukämen, so Süptitz. Laut Statistischem Bundesamt sind die Nahrungsmittelpreise seit 2020 im Schnitt bereits um gut 37 Prozent gestiegen.

Unternehmen hadern mit Rabatten

Laut Postbank ist und bleibt Deutschland ein Land der Sparer. Viele zweifelten jedoch, ob sie genug Geld beiseitelegen. »Die meisten Menschen sparen aus einem Sicherheitsbedürfnis. Wenn sie trotz ihrer Sparanstrengungen das Gefühl haben, ihr Ziel kaum erreichen zu können, führt das zu Verunsicherung und Frustration«, sagt Postbank-Anlagestratege Ulrich Stephan. Anhaltender Kostendruck beschädige das Vertrauen in die eigene Vorsorgefähigkeit.

Den Einzelhandel schmerzt die Sparsamkeit der Kunden. Die Unternehmen hadern mit der Rabattflut. Je niedriger die Preise, desto weniger verdienen sie. »Wer dauerhaft mit hohen Preisnachlässen arbeitet, riskiert eine Entwertung seiner Marke und sinkende Profitabilität«, sagt BCG-Expertin von Funck. Kriege, schwache Konjunktur und schlechte Konsumstimmung belasteten die Branche, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. »Die Kalkulationen gerade kleinerer und mittelständischer Händler stehen unter enormem Druck.«

Profitieren können unter anderem asiatische Anbieter wie Temu und Shein. Laut einer Auswertung des Forschungsinstituts IW Consult im Auftrag des HDE jagen Temu und Shein dem deutschen Einzelhandel inzwischen jährlich Umsätze in Höhe von 2,5 Milliarden Euro ab.

Jeder sechste Einzelhändler sieht Existenz bedroht

Auch Discounter profitieren nach Angaben des Handelsforschungsinstituts IFH Köln vom hohen Preisbewusstsein. Anbieter wie Action oder Woolworth übernehmen demnach in vielen Warengruppen zunehmend die Rolle des Fachhandels – insbesondere bei Do-it-yourself-Produkten (DIY), Saisonware, Dekorationsartikeln, Schreib- und Spielwaren.

Mehr zum Thema

IFH-Handelsexperte Kai Hudetz sieht einen »Verlust der Mitte«. Das Preiseinstiegssegment sowie Premium- und Luxusangebote gewinnen demnach, mittlere Preislagen haben zunehmend Schwierigkeiten.

Jeder sechste Einzelhändler in Deutschland fürchtet laut der Konjunkturumfrage des Ifo-Instituts inzwischen um seine Existenz, so viele wie nie zuvor. Die Zahl der Insolvenzen liegt nach Angaben des Kreditversicherers Allianz Trade auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. Der Dekohändler Depot und die Baumarktkette Hel…

Read the full article at Der Spiegel
Source document: Handelsverband Deutschland (HDE)

1 reports

Der SpiegelIndependentCenter2 days ago
Consumer sentiment in Germany: People save where they can

The article discusses the current state of consumer sentiment in Germany, noting that despite a slight improvement according to recent surveys by the German Retail Federation (HDE) and the Nuremberg Institute for Market Decisions, the overall situation remains difficult. Many Germans are buying more sparingly, with up to 74% of purchase decisions influenced by discounts. A study by Boston Consulting Group (BCG), based on a representative survey of 1,800 people in April, indicates that 64% of consumers view the economic situation negatively. Consumers are paying more attention to prices than in

Bias read (Center): The article presents factual data from reputable sources such as the HDE, Nuremberg Institute for Market Decisions, and Boston Consulting Group. It does not exhibit overt bias, loaded language, or one-sided sourcing. The tone is neutral, focusing on statistical findings and expert quotes without明显的偏

Official sources cited

  • organisation Handelsverband Deutschland (HDE)
  • organisation Nürnberg Institut für Marktentscheidungen
  • organisation Boston Consulting Group (BCG)

Go to the primary sources (3)

The official sources this coverage is built on. Read them directly to bypass framing.

  • organisationHandelsverband Deutschland (HDE)
  • organisationNürnberg Institut für Marktentscheidungen
  • organisationBoston Consulting Group (BCG)