CHRISTOPH WINDER
Job für einen Tausendsassa
Die KI wird uns die Antiquiertheit des Menschen vor Augen führen und uns mit Robocops und Co eindecken, die es billiger machen als ihre humanen Gegenstücke
Einserkastl
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Christoph Winder
Nimmt uns die Künstliche Intelligenz die Arbeit weg? Oder ist es eine Frage der Entgeltvorstellungen? Mitnichten.
Schöne neue Zeiten am Horizont. So wie es ausschaut, können sich die Jungen (und vielleicht auch die nicht mehr ganz so Jungen) nach einem neuen Job umschauen, sofern es noch einen gibt, versteht sich. Die KI wird uns nämlich (unter der Voraussetzung, dass sie nicht gerade halluziniert, die Festplatten löscht oder sonstigen Schabernack treibt) die Antiquiertheit des Menschen vor Augen führen und uns mit Robocops, Robodocs, Roborichtern, Roboinfluencerinnen und sonstigen Robo-Arbeitnehmern eindecken, die es um einiges billiger machen als ihre humanen Gegenstücke. Damit endlich für Alphabet, Open AI, Nvidia und die Trumps mehr Geld übrigbleibt! Eh schon längst überfällig!
Eine Herkulesarbeit!
In Österreich gibt es freilich einen Job, der sich nicht so einfach wegrationalisieren lässt. Es ist das der Gagenkaiser-Posten in einem großen Medienunternehmen, Anspruchsprofil: Supervision der Bauarbeiten nebst Management der Betriebsaktivitäten in Sachen Philanthropie. Eine Herkulesarbeit! Daher nur keine falsche Bescheidenheit bei der Formulierung der Entgeltvorstellungen („Unter 450.000 Euro im Jahr mach ich euch nicht einmal Lulu in die Ecke“). Und über Fringe Benefits wie das grüne Licht für nette Nebengeschäfte und ein paar Zusatzpensionsmillionen für die alten Tage müssen wir auch nicht lange verhandeln. Die verstehen sich bei einem solchen Tausendsassa ganz von selbst. (Christoph Winder, 15.6.2026)
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