ON
← Back to feed
GermanyCulture3 days ago

Houses of Religion: Places of Diversity

The article discusses the increasing religious diversity in Europe due to immigration, highlighting the presence of various faiths such as Christians, Jews, Muslims, Buddhists, Hindus, Baha'is, Sikhs, and Yazidis. It notes the rise in societal secularization alongside growing tensions like online hate speech, antisemitism, and anti-Muslim racism. The article describes 'Häuser der Religionen' (Houses of Religions) as spaces for interfaith dialogue and mutual understanding, using the example of the House of Religions in Bern, Switzerland, where eight different religious communities share a space

Nach Jahrzehnten der Zuwanderung ist Europa religiös bunter geworden: Neben Christen, Juden und Muslimen leben heute auch Buddhisten, Hindus, Bahai , Sikhs und Jesiden auf dem Kontinent. Gleichzeitig sind die Gesellschaften aber auch säkularer, traditionelle kirchliche Bindungen haben abgenommen.

Diese Diversität führt zu neuen Konflikten: Hassreden im Netz, Antisemitismus und anti-muslimischer Rassismus haben zugenommen, Polarisierung und rechtsextremer Populismus schaffen enorme gesellschaftliche Spannungen. Interreligiöser Dialog will durch Begegnung Ängste abbauen, Vorbehalte überwinden und zu einem respektvollen Miteinander beitragen. Häuser der Religionen wollen Räume für solche Begegnungen sein und gleichzeitig Symbole für Verständigung zwischen den Religionen.

Acht Glaubensgemeinschaften teilen sich das Haus der Religionen - Dialog der Kulturen am zentralen Europaplatz in der Schweizer Hauptstadt Bern: Buddhisten, Hindus, Muslime, Christen und Aleviten haben eigene sakrale Räume gestaltet.

Die Moschee hat Teppiche und Gebetsnische, im Kirchenraum versammeln sich acht verschiedene christliche Konfessionen. Hindus haben einen farbenfrohen Tempel für ihren Gott Shiva eingerichtet. Juden, Bahai und Sikhs beteiligen sich ohne eigene Räume am Programm des Hauses und präsentieren stattdessen in Vitrinen ihre kultischen Objekte wie zum Beispiel die Menora der Juden. Alle Gottesdienste und Zeremonien sind öffentlich zugänglich.

Intensiver Lernprozess

Bis zur Eröffnung des Hauses im Jahr 2014 wurde jahrelang intensiv gerungen: Wer bekommt welchen Raum? Wer kommt neben welche religiöse Gemeinschaft? Wie wird der gemeinsame Raum genutzt? All diese Fragen mussten geklärt werden. "Die Planung war für alle eine enorme Lernerfahrung. Alle mussten Kompromisse eingehen", sagt die katholische Theologin Angela Büchel Sladkovic vom Verein Kirche im Berner Haus der Religionen. Nur so könne Dialog funktionieren: "Wer interreligiösen Dialog betreiben will, muss sich auch selbst relativieren".

Ornament an der Fassade des Hauses der Religionen in Bern Bild: Stefan Maurer/Haus der Religionen

Rund 100.000 Besucher, darunter viele Schulklassen, kommen jedes Jahr ins Haus, das von der Stadt Bern, den christlichen Kirchen, Stiftungen und privaten Spendern finanziert wird. Bei geführten Rundgängen durch die verschiedenen Sakralräume lernen die Besucher religiöse Vielfalt kennen. Im hauseigenen Restaurant gibt es ayurvedische Küche , die von einem Rabbiner als koscher zertifiziert wurde.

Vom Konflikt zum Gespräch

" Diversität ist kompliziert, aber sie ist auch spannend", sagt Carl Dahlbeck, Vikar der Evangelischen Kirche in Schweden . In Fisksätra, einem Vorort von Stockholm, haben Konflikte den Dialog in Gang gebracht. Schulen hatten um Unterstützung bei Streitigkeiten zwischen christlichen und muslimischen Schülern gebeten. In dem Ort leben rund 8000 Menschen aus 80 Ländern, rund 40 Prozent von ihnen sind muslimisch.

Interreligiöse Begegnung im God's House in Fisksätra, Schweden: Vertreter der Religionen mit ihren heiligen Schriften Bild: Pontus Gyllare

Nach dem Hilferuf der Schulen trafen sich evangelische Christen und Muslime im Jahr 2003 auf einem Fußballplatz zu einem ersten Gebet. "Das war die Geburt eines organisierten interreligiösen Dialogs", sagt Dahlbeck. Weitere Begegnungen folgten, die katholische Gemeinde St. Konrad in Fisksätra kam mit dazu. Eine jüdische Gemeinde ist nicht dabei, weil es in der Gemeinde kaum Juden gibt.

Aus den zunächst flüchtigen Kontakten wurden regelmäßige Friedensgebete, Workshops, Diskussionen und Kulturabende. Man trifft sich bisher in den Räumen der evangelischen Kirche in Fisksätra. Doch die Räumlichkeiten sind nur provisorisch, die Muslime brauchen eine Moschee. Sie soll direkt neben der evangelischen Kirche entstehen und mit dieser durch ein gemeinsames Atrium zu einem einzigen interreligiösen Komplex verbunden werden. Das wäre ein Novum: Kirche und Moschee zusammen unter einem Dach.

Dialog braucht Räume und Ressourcen

"Dialog braucht auch Räume, die die Verbundenheit zwischen den Religionen ausdrücken", sagt Carl Dahlbeck. Die 5,5 Millionen Euro für das Bauprojekt müssen jedoch erst noch aufgetrieben werden. "Nur wenn wir uns begegnen, können Ängste angesichts von Differenzen überwunden werden", sagt Dahlbeck. "Aus Entfremdung kann dann gegenseitiger Respekt entstehen".

Rabbiner Andreas Nachama (l.), Pfarrer Gregor Hohberg und Imam Osman Örs bei der Präsentation der Musterfassade des Berliner House of One im Mai 2021 Bild: picture alliance/dpa

Für Osman Örs , Imam und theologischer Referent am Berliner House of One , ist das ein fortwährender Lernprozess, der viel Geduld erfordere. "Ein Wagnis mit offenem Ausgang - aber ohne Alternative". Mehr als 6000 Menschen haben 2025 an einem Angebot zum Thema religiöse Vielfalt teilgenommen, die Hälfte davon Schüler. Das House of One soll einmal Gebetsräume von Christen, Juden und Muslimen unter einem Dach vereinen.

Der 7. Oktober hat…

Read the full article at Deutsche Welle (Deutsch)
Source document: House of Religions in Bern

1 reports

Deutsche Welle (Deutsch)State / PublicCenter3 days ago
Houses of Religion: Places of Diversity

The article discusses the increasing religious diversity in Europe due to immigration, highlighting the presence of various faiths such as Christians, Jews, Muslims, Buddhists, Hindus, Baha'is, Sikhs, and Yazidis. It notes the rise in societal secularization alongside growing tensions like online hate speech, antisemitism, and anti-Muslim racism. The article describes 'Häuser der Religionen' (Houses of Religions) as spaces for interfaith dialogue and mutual understanding, using the example of the House of Religions in Bern, Switzerland, where eight different religious communities share a space

Bias read (Center): The article presents an objective overview of religious diversity and interfaith initiatives without overtly favoring any particular perspective. It acknowledges both the positive aspects of cultural exchange and the challenges posed by rising tensions, maintaining a balanced tone throughout.

Official sources cited

Go to the primary sources (1)

The official sources this coverage is built on. Read them directly to bypass framing.