Machtkämpfe bei Labour
Der Engländer, der gegen rechts antrat und nun den Premierminister herausfordert
Labour-Mann Andy Burnham gewann in Makerfield triumphal. Er verpasste damit den Rechtspopulisten um Farage und Co einen Dämpfer. Aber auch Premier Starmer ist gehörig unter Druck
Analyse
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Sebastian Borger
aus London
Andy Burnham hat die Nachwahl in Makerfield mehr als deutlich gewonnen.
Andy Burnham hielt sich nicht mit Nettigkeiten auf. Kaum hatte der Bürgermeister von Manchester deutlich, ja triumphal die Nachwahl von Makerfield gewonnen, wandte er sich in der Nacht zum Freitag direkt an seine eigene Partei, die regierende Labour Party. "Dies ist die letzte Chance für einen Wechsel, das haben mir hunderte Menschen gesagt. Eine zweite Chance gibt es nicht."
Wechsel, Change – das war der Slogan, mit dem Labour unter Keir Starmer vor nicht einmal zwei Jahren die Unterhauswahl mit einem Erdrutschsieg für sich entschieden hatte. Mittlerweile liegt die alte Arbeiterpartei landesweit in allen Umfragen deutlich hinter den Rechtspopulisten der Reform-Partei unter Nigel Farage, musste bei den Regional- und Kommunalwahlen im vergangenen Monat verheerende Niederlagen einstecken.
Der Premierminister gilt als entscheidungsschwach und wankelmütig, rund ein Viertel der Unterhausfraktion hat ihm öffentlich die Gefolgschaft aufgekündigt. Und Burnham ließ keinen Zweifel daran, dass er die Nachfolge antreten möchte.
55 Prozent für Burnham
Die Menschen von Makerfield scheinen das zu wollen, der Sieg ließ jedenfalls an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Burnham holte 55 Prozent, 20 Punkte Vorsprung vor dem lokalen und populären Reform-Kandidaten. Der am äußersten rechten Rand angesiedelte, von Elon Musk unterstützte Reform-Ableger Restore UK gewann sieben Prozent. Hingegen kamen die etablierten Oppositionsparteien Torys, Liberaldemokraten und Grüne gemeinsam auf jämmerliche drei Prozent.
Der Sieger konnte gegenüber der Unterhauswahl 2024 nicht nur Labours Stimmenanteil um zehn Prozent vergrößern. Sein Comeback trieb auch die Beteiligung auf beinahe 59 Prozent, eine für Nachwahlen unerhörte Höchstmarke. "Das läuft allen historischen und nationalen Trends zuwider", erläuterte Großbritanniens Wahlpapst, der Politik-Professor John Curtice von der Glasgower Strathclyde-Universität.
Freitagfrüh gratulierte Starmer artig dem ungeliebten Rivalen zum Sieg und versuchte etwas unbeholfen, das Ergebnis für seine Partei zu reklamieren: Die Wählerschaft habe "Labours Kampagne für Hoffnung und Optimismus" der Spaltung und dem Hass in der Gesellschaft vorgezogen.
Gegen Rechts und gegen London
Dabei stand Burnhams Wahlkampf unter dem kuriosen Slogan "Vote Andy for us", Wählt Andy für uns – der 56-Jährige sozusagen als Verkörperung des vielbeschworenen Wir-Gefühls der Region. Der Gegner, die anderen, waren gewiss einerseits Reform sowie ihr am äußersten rechten Rand angesiedelter Ableger Restore UK. Mindestens ebenso sehr zielte der Slogan aber auf das ungeliebte London und die dort handelnden Akteure, allen voran Starmer.
Der Regierungschef wird übers Wochenende entscheiden müssen, ob er am Amt kleben will oder dies dem Land und seiner Partei erspart. Alle Anzeichen sprechen für ersteres, obwohl Starmers Aussichten mit "gering" noch höflich beschrieben sind. Spätestens im Herbst dürfte Großbritannien zehn Jahre nach der Katastrophe des Brexit-Referendums den sechsten Premierminister in der Downing Street haben. Stabilität sieht anders aus.
Immerhin hält Makerfield auch eine gute Nachricht parat. Die Nachwahl brachte einen schweren Dämpfer für die zuletzt sieggewohnte Reform Party und ihren ewig grinsenden Chef Farage. Erst vor sechs Wochen verbuchten die Nationalpopulisten in jenen Bezirken des Wahlkreises, in denen frische Kommunalmandate vergeben wurden, mehr als die Hälfte aller Stimmen für sich. Ihr Kandidat hat tiefe lokale Wurzeln, hunderte Freiwillige machten bereitwillig für ihn Werbung.
Gewinn für Demokratie
Doch wie auch bei einer anderen Nachwahl in der Region im Februar, bei der die Grünen gewannen, versammelte sich die Wählerschaft der Mitte und links davon hinter dem Anti-Reform-Kandidaten, eben Burnham. Gegen das Mehrheitswahlrecht gibt es gewiss viel einzuwenden. Die Briten aber haben wieder einmal bewiesen, dass sie es genau kennen und damit umzugehen wissen.
Eine weitere gute Nachricht kommt aus dem britischen Nordosten. Im schottischen Aberdeen konnten die Konservativen zum ersten Mal seit einem halben Jahrhundert eine Nachwahl für sich entscheiden und den diskreditierten Nationalisten das Mandat abnehmen. Kemi Badenoch hat ihre Partei deutlich weiter rechts positioniert als in den 14 Regierungsjahren bis 2024. Aber sie lässt wenigstens, anders als die Führerpartei des Nigel Farage und die von faschistischen Wunschträumen beseelte Restore Party, keinen Zweifel daran, dass ihre Oppositionspolitik von demokratischen Werten geprägt ist. (Sebastian Borger aus Lond…
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4 reports
Der StandardIndependentCenter2 days ago The Englishman who went against the right and now challenges the Prime MinisterAndy Burnham, a member of the Labour Party, won a by-election in Makerfield decisively, dealing a blow to right-wing populists like Nigel Farage. Burnham addressed his party, urging them to make necessary changes, highlighting Labour's current struggles with declining poll numbers and internal dissent under Prime Minister Keir Starmer.
Bias read (Center): The article presents factual information about the election results and quotes Burnham's call for change without overtly favoring any side. It mentions challenges faced by Labour but does not use biased language or selectively present information to support a particular viewpoint.
Official sources cited
- press release Andy Burnham's statement after the Makerfield by-election victory
KurierIndependentCenter2 days ago Prime Minister under pressure: Starmer's rival Burnham won the by-electionAndy Burnham won the by-election in Makerfield, securing a Labour parliamentary seat and positioning himself to challenge Prime Minister Keir Starmer in an internal leadership contest. Burnham's victory increases pressure on Starmer, who faces criticism over recent ministerial resignations and poor performance in local elections. Burnham plans to step down as mayor of Greater Manchester to focus on his new role as an MP.
Bias read (Center): The article presents factual information about the election results and their implications without overtly biased language or selective sourcing. It reports on Burnham's potential challenge to Starmer but does not take a stance on either candidate or the broader political situation.
ORF NewsState / PublicCenter2 days ago Rival Burnham can take on Starmer .In the recent by-election in the Makerfield constituency, Andy Burnham, a prominent Labour politician and mayor of Greater Manchester, has won a parliamentary seat. This victory positions him as a potential challenger to Prime Minister Keir Starmer within the Labour Party. Burnham emphasized his commitment to driving change and restoring hope in his speech following the win. He received 24,927 votes, significantly more than Reform UK candidate Robert Kenyon, who secured 15,696 votes. The voter turnout was 58.78 percent.
Bias read (Center): The article presents factual information about the election results and quotes Burnham's statements without overtly favoring either side. It does not employ biased language or selectively omit perspectives. The framing remains neutral, focusing on the electoral outcome and its implications without a
ORF NewsState / PublicCenter2 days ago GB: Starmer rival wins re-electionIn the by-election in the Makerfield constituency, Andy Burnham of the Labour Party has won the parliamentary seat previously held by a member of the Reform UK party. This result could force Prime Minister Keir Starmer into a leadership contest within his party. Burnham, who will resign as mayor of Greater Manchester, received nearly 10,000 more votes than Reform UK candidate Robert Kenyon. The voter turnout was 58.78 percent. Starmer faces increasing pressure following recent losses in local elections and several high-profile departures from his cabinet.
Bias read (Center): The article presents factual results of the election and quotes official outcomes without overtly biased language or selective sourcing. It reports on the implications for Starmer’s leadership but does so neutrally, without taking a stance on whether Starmer should remain in power or if Burnham’s re