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Wer sich für moderne und zeitgenössische Kunst interessiert, pilgert dieser Tage womöglich zur Art Basel. Jener seit Jahrzehnten wichtigsten internationalen Kunstmesse, die aktuell wieder stattfindet. Art-Basel-Direktorin Maike Cruse gibt einen Einblick in die Messe, deren internationale Expansion und was eine gute Art Basel für sie ausmacht.
Maike Cruse
Direktorin der Art Basel
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Maike Cruse ist die Direktorin der Kunstmesse Art Basel in Basel. Zuvor war sie als Festivalleiterin das Gesicht des Berliner Kunstmarkts. Cruse wurde 1975 in Bielefeld geboren und studierte Kunst in London. Von 2012 bis 2016 organisierte sie die Art Berlin Contemporary, ein experimentelles Format zwischen Kunstmesse und kuratierter Verkaufsausstellung, und von 2016 bis 1019 die Art Berlin. Bei der Art Basel war Cruse in den Jahren 2008 bis 2011 bereits für die Kommunikation verantwortlich.
SRF: Wir leben in volatilen Zeiten. Kein Stein bleibt auf dem anderen. Wird das auch in der Kunst an der Art Basel sichtbar?
Maike Cruse: Ja, Kunst ist immer ein Spiegel unserer Zeit. Viele Künstlerinnen und Künstler beschäftigen sich natürlich mit politischen Themen und auch sozialen Themen. Ich denke da zum Beispiel an die Arbeit von Chris Burden mit LAPD-Uniformen, die die Unlimited-Ausstellung eröffnet. Das sind so leicht vergrösserte Polizeiuniformen aus Los Angeles. Die hat er in den 90er-Jahren gemacht, als Antwort auf Polizeigewalt nach rassistischen Übergriffen. Diese Arbeit ist natürlich sehr aktuell, obwohl sie schon 30 Jahre alt ist.
Die Art Basel expandiert seit Jahren, zuletzt nach Katar. Es gab nicht nur positive Reaktionen, sondern auch Sorgen und Ängste von hiesigen Galeristen, der Politik und der Tourismusbranche. Bleibt die Art Basel längerfristig in Basel?
Ja, die Art Basel in Basel ist unsere Muttermesse, unsere zentralste Messe. Das ist unser Zuhause. Hier kommen wir her, und von hier aus führen wir den Namen Basel und die Stadt Basel in die Welt hinaus. Die weiteren Messen vergrössern natürlich unser Netzwerk und bestätigen auch unsere Marktführerschaft. Ich kann sicher bestätigen, dass wir auf jeden Fall in Basel bleiben.
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Gross, grösser, «Unlimited»: Vom 18. bis zum 21. Juni zeigt die Ausstellung der Art Basel wieder Kunstwerke im Extraformat – wie das monumentale «Panorama» von Eva Jospin: Eine fantasievolle Naturlandschaft aus Pappe schickt Betrachtende in einen Wald voller Bäume.
Bildquelle: Art Basel.
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Isa Genzken macht aus einem Symbol für Sicherheit ein Objekt der Gefahr. Ihr «Window» ist ein echtes Flugzeugfenster, doch ohne den schützenden Rumpf wirkt es plötzlich isoliert und fragil.
Bildquelle: Art Basel.
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Ed RuschasTrio aus grossen, halbkreisförmigen Leinwände «A, B, C» spiegelt die Faszination des Künstlers für Sprache und Typografie wider.
Bildquelle: Art Basel.
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Bruchstückartig kommt Bruce Naumans kolossale Skulptur «Dead End Tunnel Folded into Four Arms with Common Walls» daher. Ist das Architektur?
Bildquelle: Art Basel.
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Auch raumgreifende Videoprojektionen gehören zur «Unlimited 2026». Mit «Writing A Play» entführt die britische Künstlerin Helen Marten das Publikum in eine Welt zwischen Traumlandschaft und Psychodrama.
Bildquelle: Art Basel.
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Auch Live-Performances sind dabei. Die Mixed-Media-Installation «Exhibition M: A Re-Enactment» der polnisch-britischen Künstlerin Goshka Macuga erweckt «Skulpturen» zum Leben.
Bildquelle: KEYSTONE/Georgios Kefalas.
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Vanessa Beecroft setzt zumindest auf ein lebendiges Tableau. In «Untitled (Izanami)» verschmelzen Performance, Skulptur und Ritual.
Bildquelle: Art Basel.
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Mit 1000 Sake-Flaschen auf Holzregalen schafft der US-Künstlers Theaster Gates ein monumentales Stillleben wie ein Altar: «A Libation in Uncertain Times».
Bildquelle: Art Basel.
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Flauschig und meditativ: Zahrah Alghamdis Werk «Streams Move Oceans» verbindet lackierte Webstoffe zu einer weitläufigen Landschaft.
Bildquelle: KEYSTONE/Georgios Kefalas.
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Krankenhausbettlaken als sanfte Hügel oder putzige Monster:
Das Werk «Cairns» des französischen Künstlers Benoît Piérons ist unheimlich und herzig zugleich.
Bildquelle: KEYSTONE/Georgios Kefalas.
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Intime Begegnung auf Augenhöhe: In der monumentalen «Unlimited»-Ausstellung kommt Ryan Ganders animatronische monologisierende Maus in einem Wandloch umso mehr zur Geltung.
Bildquelle: Art Basel.
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Natürlich zieht die «Unlimited» auch Prominenz an die Art Basel. Mit dabei: Emil Steinberger vor dem Werk «Drama» des Schweizer Künstlers Tobias Spichtig – ein Raum zwischen Hotelzimmer und privatem Salon mit mehreren Gemälden.
Bildquelle: KEYSTONE/Georgios Kefalas.
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Die Art Basel Paris ist gleich um die Ecke…
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