Hitze-Check
Diese österreichischen Städte leiden besonders unter Hitze
Greenpeace ermittelte den Grünflächenanteil in Österreichs Hitzehotspots. Kühlendes Grün macht die Hitze erträglich, fehlt aber in manchen Städten
Wien ist eine der in Österreich am meisten von Hitze betroffenen Städte.
Hitze ist nicht gleich Hitze. Im Schatten von Bäumen eines Parks lässt es sich auch bei tropischen Temperaturen gut aushalten, während es in unbegrünten Straßenschluchten schnell unerträglich werden kann. Die Umweltorganisation Greenpeace hat nun die Hitzebelastung der 80 bevölkerungsreichsten Städte Österreichs im Hinblick auf deren Grünflächenanteil untersucht. Sechs litten im Vorjahr unter sehr großer Hitzebelastung, weitere 21 unter großer Belastung. Einige untersuchte Zentren sind durch viel Grün schon gut gerüstet, andere müssten dringend grüner werden, hieß es am Freitag.
Melanie Ebner von Greenpeace Österreich sagt: "Bäume und Grünflächen sind das beste Mittel gegen Hitze, denn sie kühlen ihre Umgebung spürbar." In zahlreichen Städten würde es oft unerträglich heiß. Beton und Asphalt verstärken diesen Effekt. Bäume, Hecken und Blühflächen könnten hier Abkühlung bringen.
Der "Hitze-Check" baut auf einer Satellitendaten-Analyse auf, bei der Greenpeace die Grünflächen der 80 Städte unter die Lupe genommen hat. Die Zusammenführung dieser Daten mit der Anzahl der Hitzetage im Vorjahr würde verdeutlichen, wo der Bedarf für Begrünung am akutesten ist. Besonders viele Hitzetage hatten im Vorjahr Städte im Süden und Osten.
Wolfsberg betroffen
Mit einer sehr hohen Belastung durch zahlreiche Hitzetage mit 30 Grad und mehr stechen Wolfsberg, St. Veit, Völkermarkt, Wien, Eisenstadt und Leibnitz hervor. Während das Zentrum von Leibnitz einen Grünanteil von rund 36,8 Prozent aufweist, sei die Lage vor allem in Wolfsberg kritisch: Hier trifft die höchste Hitzebelastung (40 Hitzetage) auf den mit Abstand geringsten Grünanteil im Stadtzentrum (17,5 Prozent).
Innsbruck, Feldkirchen, Villach und Seiersberg-Pirka verzeichneten 2025 eine hohe Hitzebelastung. Innsbruck hatte 32 Hitzetage, die 25 Prozent Grünflächenanteil im Zentrum brächten kaum ausreichende Abkühlung. Klosterneuburg (29 Hitzetage) und Groß-Enzersdorf (31 Hitzetage), erlebten zwar ebenso eine vergleichsweise hohe Anzahl an Hitzetagen, dort würde jedoch ein Grünanteil von über 45 Prozent im Stadtkern zum Teil Kühlung verschaffen.
Eine vergleichsweise moderate Anzahl an Hitzetagen verzeichnete Krems an der Donau (28), gefolgt von Tulln, Stockerau und Strasshof an der Nordbahn (je 27). Während die Stadtzentren von Lustenau, Bad Vöslau und Ebreichsdorf bei mittlerer Hitzebelastung einen Grünanteil von über 45 Prozent erreichen, bestünde in Wörgl, Lienz und Vöcklabruck noch deutlicher Begrünungsbedarf.
Greenpeace versucht, in den besonders betroffenen Städten Veränderungen anzustoßen: Mit der "NaturStadt-Garantie" werden Metropolen eingeladen, ihren Bewohnerinnen und Bewohnern eine Erhöhung des Grünflächenanteils zuzusichern. (red, APA, 19.6.2026)
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