ON
← Back to feed
GermanyTechnology3 days ago

The US deal with Iran: Trump crowns his failure

The article discusses the U.S.-Iran deal under President Trump, noting that while many world leaders have congratulated him despite the uncertainty of the final outcome of ongoing negotiations, the focus remains on ending violence and restoring trade through the Strait of Hormuz. The piece critiques Trump's attempt to frame the agreement as a personal success, contrasting it with his earlier promises to avoid prolonged wars like those in Afghanistan and Iraq. It also highlights the irony in Trump's rhetoric, pointing out that he had previously demanded an unconditional surrender from Iran.

Es ist nicht verwunderlich, dass viele Staats- und Regierungschefs, darunter Bundeskanzler Merz, dem amerikanischen Präsidenten zu dem „Deal“ mit Iran gratulierten, obwohl noch nicht klar ist, was das endgültige Ergebnis der jetzt beginnenden Verhandlungen sein wird. Doch das Töten und Zerstören, nicht nur in Iran, hört – hoffentlich wirklich – auf. Und die Straße von Hormus, diese Lebensader der Weltwirtschaft, wird wieder passierbar für die Tanker und Frachter mit Öl, Gas, Dünger und anderen Gütern, die der Welt fehlten.

Verstehen kann man auch, dass Trump versucht, die Vereinbarung als einen, seinen Erfolg zu verkaufen. Den Amerikanern hatte er versprochen, ihr Land werde nie wieder deprimierende Niederlagen am Ende eines Krieges wie in Afghanistan oder Irak erleben – weil er keine Kriege mehr führen, sondern nur noch im Handumdrehen beenden werde. Da er nun doch einen Feldzug unternahm, dem auch amerikanische Soldaten zum Opfer fielen, muss der natürlich wenigstens glorreich enden.

Das ist nicht die bedingungslose Kapitulation, die Trump gefordert hatte

Freilich sieht jeder, der Augen im Kopf hat, dass es sich auch bei diesem Selbstlob Trumps um Realsatire handelt. Dazu braucht man sich nur in Erinnerung zu rufen, welche Kriegsziele Trump genannt hatte.

Eine Woche nach Beginn des Angriffs forderte er die „bedingungslose Kapitulation“ Irans; ein Abkommen mit Teheran zur Beendigung des Konflikts schloss er kategorisch aus. Er wollte das Atomprogramm ausradieren (was ihm angeblich schon mit den Luftangriffen im Juni 2025 gelungen war), die Raketenstreitkräfte in Staub verwandeln und nicht nur die oberste Führung Irans liquidieren, sondern das Regime stürzen.

Was davon ist der von Trump geführten Supermacht gelungen? Die mächtigste Marine und die modernste Luftwaffe der Welt schafften es nicht einmal, Iran davon abzuhalten, die Straße von Hormus zu sperren und damit die Weltwirtschaft auf Talfahrt zu schicken. Iran konnte weiter Israel und die amerikanischen Verbündeten am Golf mit Raketen beschießen. Dass Netanjahu Trump am Nasenring durch den Krieg führte, blieb auch niemandem verborgen.

Merz hatte recht: Iran hat Amerika gedemütigt

Statt zu einer Machtdemonstration ist Trumps Feldzug zu einer nicht nur von Russland und China registrierten Demonstration der Grenzen amerikanischer Macht und der grenzenlosen strategischen Naivität des US-Präsidenten geworden. Bundeskanzler Merz hätte nicht unbedingt öffentlich davon sprechen müssen, dass Iran Amerika gedemütigt habe, das ohne einen durchdachten Plan in diesen Krieg gezogen sei. Doch der Befund war zutreffend. Trumps beleidigte Reaktion sprach Bände.

Wer diese Reparationen zahlen soll, lässt Trump offen. Jedenfalls werde das „kein amerikanisches Geld“ sein, ruft er mit Blick auf die Zwischenwahlen seinen Anhängern zu. Nicht noch mehr amerikanisches Geld, hätte er sagen müssen: Einer Schätzung der Ratingagentur Moody’s nach hat Trumps Abenteuer am Golf die amerikanischen Steuerzahler und Konsumenten schon mehr als 130 Milliarden Dollar gekostet. Trumps Kriegsminister Hegseth wollte vom Kongress zusätzliche 200 Milliarden bewilligt haben, weil es „offensichtlich Geld kostet, die bösen Typen zu töten“.

Die Ukraine hätte sich mit einem Bruchteil besser verteidigen können

Das nun unterzeichnete Abkommen liest sich freilich wie ein Förder- und Stabilisierungsprogramm für das Teheraner Regime. Und man mag erst gar nicht daran denken, wie wirksam die Ukraine sich gegen Russlands Terrorkrieg hätte wehren können, wenn den Ukrainern nur ein Bruchteil der Milliarden und Raketen überlassen worden wäre, die Amerika und seine Verbündeten am Golf verpulverten.

Die Golfstaaten wissen jetzt, wie löchrig der Schutz ist, den die USA ihnen zugesagt hatten. Sie – und auch Israel – haben es nun mit einem iranischen Regime zu tun, das ein Stahlgewitter überlebte und sich in mancher Hinsicht sogar in einer besseren Position befindet als vor dem amerikanisch-israelischen Angriff.

Den Europäern aber bleibt wieder nichts anderes übrig, als im Kielwasser Washingtons durch die Straße von Hormus zu segeln, die mit Trumps Hilfe zur Geisel Teherans geworden ist. Eine fortgesetzte oder neuerliche Sperrung hätte verhängnisvolle wirtschaftliche und politische Folgen. Auch aus Trumps Debakel am Golf kann Europa aber nur den Schluss ziehen, dass es seine zu hohen Abhängigkeiten von anderen Mächten und Regionen verringern muss, ob es um die sichere Versorgung mit Energie geht oder um die Verteidigung der eigenen Freiheit und Souveränität.

Read the full article at Frankfurter Allgemeine (FAZ)

1 reports

Frankfurter Allgemeine (FAZ)Independent🔒Center3 days ago
The US deal with Iran: Trump crowns his failure

The article discusses the U.S.-Iran deal under President Trump, noting that while many world leaders have congratulated him despite the uncertainty of the final outcome of ongoing negotiations, the focus remains on ending violence and restoring trade through the Strait of Hormuz. The piece critiques Trump's attempt to frame the agreement as a personal success, contrasting it with his earlier promises to avoid prolonged wars like those in Afghanistan and Iraq. It also highlights the irony in Trump's rhetoric, pointing out that he had previously demanded an unconditional surrender from Iran.

Bias read (Center): The article presents a balanced critique of Trump's rhetoric without overtly favoring either side. It acknowledges both the potential benefits of the deal and the contradictions in Trump's messaging, using neutral language and avoiding strong endorsements or condemnations.