András Szigetvari
Den Agrardiesel für Landwirte sollte die Regierung wieder vergessen
Wenn der Krieg im Iran tatsächlich zu Ende ist, gibt es keine sachliche Rechtfertigung, den Spritverbrauch der Landwirte bis 2027 zusätzlich zu subventionieren
Kommentar
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András Szigetvari
Beim Sparpaket der Regierung ist nicht nur diskussionswürdig, wo der Rotstift angesetzt wird. Fast noch interessanter ist, welche Bereiche von Kürzungen verschont bleiben oder wo die Koalition mehr ausgeben möchte. Kurzum, wo das Geld eher locker sitzt.
100 Millionen Euro über zwei Jahre gibt es für den Agrardiesel
Ein Beispiel für Spendierfreudigkeit findet sich bei Landwirten. Dort ist eine Neuauflage der Agrardieselsubvention geplant. 100 Millionen Euro sollen dafür 2026 und 2027 fließen. Die Förderung war eine Forderung der ÖVP, die damit einen Wunsch der Landwirte umgesetzt hat. Doch derzeit sieht es so aus, dass diese Gelder fließen werden, obwohl die Landwirte gar keine höheren Dieselkosten treffen.
Subvention für Flächen
Das Problem ist, dass der Agrardiesel in der Landwirtschaft im Kern nur eine Flächensubvention ist: Bezuschusst wird auf Basis der bewirtschafteten Flächen. Der tatsächliche Spritverbrauch der Betriebe und damit auch deren Kosten spielen kaum eine Rolle. Weil sich nun ein Ende des Irankriegs abzeichnet, fallen die Öl- und Dieselpreise. Das Vorkriegsniveau ist bald in greifbarer Nähe. Dennoch gibt es keinen Mechanismus, der dafür sorgen würde, dass die Agrarsubvention zumindest 2027 gestoppt wird, sollten die Preise wirklich dauerhaft sinken.
Das lässt sich sachlich nicht rechtfertigen und passt auch so gar nicht in die Erzählung der Regierung, die Schluss mit Förderungen per Gießkanne machen will. Auch das Argument, das Landwirtschaftsministerium finanziere sich den Agrardiesel selbst, weil bei anderen Förderungen gekürzt wird, zieht nicht. Lieber keine Subvention statt einer sinnlosen. Die Budgetnöte sind ohnehin groß genug. (András Szigetvari, 18.6.2026)
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