G7 und der Globale Süden : Klammern an eine alte Weltordnung
Die sieben größten Industrienationen des Westens wollen mehr Rohstoffe und mehr Partner. Sie selbst machen aber nur dürftige Angebote und haben eigentlich ein anderes Ziel.
Nur noch ein Scheinriese: die G7 mit ihren Gästen
Dominique Jacovides/ap
D ie G7 hätten schon längst in der Bedeutungslosigkeit verschwinden müssen. Die G20, bei der auch China, Indien und Brasilien mitmischen, spiegeln die heutigen globalen Machtverhältnisse besser wider. Im französischen Évian zeigte sich, wozu die G7 noch dient: als der verzweifelte Versuch Europas, die Partnerschaft mit den USA zu retten.
Europa bietet sich als Reinigungsfachkraft an, die hinter den USA aufräumt und dabei schlechte Arbeitsbedingungen akzeptiert. Parallel zum Gipfel hat Europa nun dem US-Handelsdeal zugestimmt, wonach europäische Hersteller ihre Produkte in den USA mit Zollaufschlag verkaufen müssen, während Waren aus den USA für null Euro Zoll auf den EU-Markt kommen können.
Das Klammern an eine alte Weltordnung zeigt sich besonders in dem Wunsch Europas, neue Partner zu finden. Hier geht es um diplomatisches Gewicht und um Rohstoffe. Europa braucht mehr davon und will gleichzeitig die Abhängigkeit von China reduzieren. Doch Europas Angebote an diese Partner sind mehr als dürftig. Ressourcenreiche Staaten mit niedrigem BIP wollen von ihren Ressourcen profitieren, sie selbst verarbeiten. [Link auf https://presse-augsburg.de/g7-wollen-entwicklungshilfe-grundlegend-reformieren/1170752/]
Die G7 versprechen „vorteilhafte Partnerschaften“ – das sind leere Worthülsen, solange es keine konkreten Angebote gibt. Gleichzeitig hält Europa an den massiven Kürzungen der Entwicklungsgelder fest – es soll mehr auf private Investitionen von Unternehmen in Industriestaaten gesetzt werden. Die Aussicht auf günstige Kredite für Partnerländer sinkt damit weiter.
Gleichzeitig verschärft sich die Schuldenkrise in vielen Ländern dramatisch. Viele private Geber haben bereits ein Vielfaches ihres Einsatzes erhalten, während mehr als die Hälfte der afrikanischen Staaten mehr für Zinszahlungen als für Gesundheit und Bildung zusammen ausgibt. Gerade die afrikanischen Staaten wurden von der G7 vor den Kopf gestoßen, die am bisherigen System festhalten will.
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Leila van Rinsum
Redakteurin
ist Redakteurin im Ressort Wirtschaft & Umwelt. Dort schreibt sie über Internationalen Handel und Entwicklungspolitik. Sie war zuvor freie Journalistin in Nairobi und Berlin und schrieb über Nord-Süd Beziehungen, Kapitalismus und Queeres.
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4 reports
Al Jazeera EnglishState / PublicCenter3 days ago Is the G7 hearing the Global South?The article discusses the shifting dynamics of global power structures, focusing on the competition between the G7, BRICS, and emerging middle powers. It highlights how the G7, historically dominant in shaping the global economic order, now faces challenges from BRICS, which represents a significant portion of the world's population and resources. Additionally, the article notes the rise of middle powers that are positioning themselves independently.
Bias read (Center): The article presents an objective overview of the geopolitical and economic shifts without overtly favoring any particular group. It mentions both the G7 and BRICS without evaluative language, providing a balanced perspective on their roles and the emergence of middle powers.
The NationalState / PublicCenter3 days ago How the GDPs of the G7 and Brics measure upThe article compares the GDP figures of the G7 and Brics countries, highlighting the G7's larger overall GDP but noting that Brics nations have shown higher growth rates in 2025. It mentions specific GDP values for individual countries within both groups and discusses the limitations of using nominal GDP as a sole indicator of economic health.
Bias read (Center): The article presents factual data on GDP comparisons between G7 and Brics countries without overtly favoring one group over the other. It acknowledges both the current economic size of the G7 and the growth rates of Brics nations, providing a balanced view without biased language or selective ommisn
Official sources cited
- government G7 Summit
- organisation United Nations Statistics
Times of IndiaIndependentCenter3 days ago Can't ask Global South to bear Iran war brunt alone: PM Modi at G7Prime Minister Narendra Modi emphasized during a G7 outreach session that the Global South should not be solely responsible for bearing the consequences of the crisis in West Asia. He highlighted the ongoing disruptions in fuel, fertilizer, and food supply chains affecting developing nations and proposed initiatives such as a global skills partnership and an International Mobilisation Partnership for Accelerating Connectivity and Trade (IMPACT). Modi urged international financial institutions to provide support mechanisms to help developing countries withstand economic shocks and maintain resi
Bias read (Center): The article presents PM Modi's statements without overtly biased language or selective emphasis. It reports his proposals and concerns neutrally, focusing on policy suggestions rather than taking a stance on the geopolitical implications of the West Asia crisis.
Official sources cited
- government PM Narendra Modi's speech at G7 outreach session
taz – die tageszeitungIndependentLeft4 days ago G7 and the Global South: Clinging to an Old World OrderThe article discusses the G7 summit and Europe's attempts to maintain influence by seeking new partners in the Global South. It criticizes the G7 for clinging to an outdated world order and highlights Europe's efforts to reduce dependence on China while offering inadequate incentives to resource-rich countries with low GDP.
Bias read (Left): The article frames the G7 as clinging to an 'old world order' and portrays Europe as acting in self-interest by accepting poor working conditions and unfavorable trade terms. The tone is critical of Western powers and emphasizes the need for more equitable partnerships, suggesting a preference for a