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GermanyBusiness6 days ago

Federal Youth Games: Only Participation Certificate for Politics

The article discusses the ongoing debate around the Bundesjugendspiele (German youth sports games), noting that they have not been abolished despite discussions between reformers and traditionalists. It criticizes politicians for failing to adequately address the issue of school sports and for not earning even a participation certificate for their handling of the matter. The piece argues that competition is neither inherently harmful nor necessary to enforce, as children naturally engage in competitive activities during physical education and recess.

Bundesjugendspiele gab es auch in den vergangenen Jahren, sie waren nie abgeschafft, auch wenn die Debatte zwischen vermeintlich fortschrittlichen Reformern und konservativen Verteidigern des Leistungsgedankens diesen Eindruck bei vielen hinterlassen hat. Die Politik hat in genau der Debatte um Schulsport, die in den vergangenen Jahren die größte Aufmerksamkeit erzielt hat, versagt und sich damit eigentlich nicht mal die Teilnehmerurkunde verdient.

Während die Reformer sich mit einer jeder sprachlichen Vernunft spottenden Unterscheidung zwischen dem vermeintlich zu harten Wettkampf und dem sanfteren Begriff Wettbewerb befasst und darüber den Sportsgeist vergessen haben, ließen konservative Verteidiger zehntelexakter Sekundenangaben und zentimetergenauer Messungen unbedacht, welchen Schaden sie mit ihrer Häme gegenüber durchaus berechtigten Reformbemühungen angerichtet haben.

Wettkampf ist weder zu verbieten noch zu verordnen: Kinder untereinander wissen sowieso ziemlich genau, wer der Schnellste ist, wer besser springen und weiter werfen kann. In jeder Sportstunde und auch auf dem Pausenhof gibt es Sieger und Verlierer. Und die Kinder kommen erstaunlich gut damit zurecht.

Gemeinsam weinen, gemeinsam gratulieren

Die Politik hätte die vergeudete Zeit besser genutzt, um über wesentliche Aspekte des Sports gerade in der Grundschule zu debattieren und in einen Ideenwettstreit zu treten. Statt über die tatsächlich wichtigen Aspekte wie ein Mindestmaß an Bewegung im Lernalltag, am besten in sinnvoller Ergänzung zum Lernstoff, nachzudenken, blieb selbst aus dem Bundestagswahlkampf der Sport nur in einer Bemerkung des späteren Kanzlers Friedrich Merz in Erinnerung. Dieser blies ins Horn jener, die dem Sport eine Tendenz zur Aufweichung des Leistungsgedankens unterstellten. Er vermengte gerne den angeblichen Verzicht auf Wettkampf bei den Bundesjugendspielen mit einem angeblichen Verzicht aufs Torezählen bei den kleinsten Fußballern, um den Eindruck zu untermauern, dass in Deutschland Leistung nichts mehr zähle.

Genau das Gegenteil aber wäre im Sportunterricht oft festzustellen, wenn man die Mühe auf sich nähme, in Grundschulen zu gehen, die aus der Not des Betreuungsschlüssels beispielsweise Spiele wie Gefängnisball oder den guten alten Völkerball (Reformer mögen gerne einen anderen, weniger verfänglichen Namen dafür in die Sprache einführen) kultivieren, bei denen wirklich jedes Kind zum Zuge kommt.

Bei diesen Spielen herrscht Leistungsdenken pur, bei der Niederlage wird hemmungslos gemeinsam im Kreis des eigenen Teams geweint und nur eine halbe Minute später dem Sieger gratuliert. Die Sportpolitik sollte abgehobene Debatten beenden und lieber mit Entscheidungen jene stärken, die den Sportunterricht pragmatisch an die Gegebenheiten anpassen und den Kindern Spaß an Bewegung vermitteln, ganz gleich ob mit dem Maßband gemessen oder durch spielerischen Ehrgeiz angestachelt.

Read the full article at Frankfurter Allgemeine (FAZ)

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Frankfurter Allgemeine (FAZ)Independent🔒Center6 days ago
Federal Youth Games: Only Participation Certificate for Politics

The article discusses the ongoing debate around the Bundesjugendspiele (German youth sports games), noting that they have not been abolished despite discussions between reformers and traditionalists. It criticizes politicians for failing to adequately address the issue of school sports and for not earning even a participation certificate for their handling of the matter. The piece argues that competition is neither inherently harmful nor necessary to enforce, as children naturally engage in competitive activities during physical education and recess.

Bias read (Center): The article presents a balanced critique of both reformers and conservatives in the debate over school sports without overtly favoring one side. It uses critical but neutral language toward political actors and does not exhibit clear ideological bias in its framing or sourcing.