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GermanyCulture3 days ago

Bremen street magazine celebrates its birthday: more than just a newspaper

The Bremer Straßenmagazin 'Zeitschrift der Straße' celebrates its 15th anniversary. Founded by students, homeless individuals, journalists, professors, and social workers, it focuses on specific locations in Bremen, offering critical, contemporary journalism. The magazine faces challenges such as digital transformation and rising paper costs.

Bremer Straßenmagazin feiert Geburtstag : Mehr als nur eine Zeitung

Die Bremer „Zeitschrift der Straße“ feiert ihr 15-jähriges Bestehen. Doch auch sie hat mit dem Sprung ins Digitale und Papierpreisen zu kämpfen.

Lebt davon, ein hochwertiges Print-Produkt zu sein: Zeitschrift der Straße

Eckhard Stengel/imago

Das Bremer Straßenmagazin Zeitschrift der Straße wird 15 Jahre alt. Seit Februar 2011 wird die Zeitschrift von wohnungs- und obdachlosen Menschen verkauft. Sie gründeten die Zeitschrift gemeinsam mit Studierenden, Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen, Journalist*innen, Hochschuldozierenden und Streetworker*innen.

In ihren Ursprüngen war die Zeitschrift der Straße ein Projekt der Hochschule Bremerhaven, der Hochschule für Künste Bremen (HfK) und dem Verein für Innere Mission in Bremen: Studierende der HfK haben die Gestaltung entwickelt, angehende Jour­na­lis­t*in­nen die Texte geschrieben, wohnungs- und obdachlose Menschen das fertige Produkt dann verkauft.

Design und Typografie der Zeitschrift wurden mehrfach ausgezeichnet. Die Texte sollten von Beginn an kritisch, jung und zeitgemäß, aber eben auch journalistisch hochwertig sein.

Jede Ausgabe der Zeitschrift widmet sich einem konkreten Ort in Bremen: einer Straße, einem Platz oder einem Stadtteil, als eine Art zeitgeschichtliche Bestandsaufnahme. In der ersten Ausgabe der Zeitschrift geht es um den Sielwall, mit Interviews, Reportagen, Fotostrecken, Essays und Prosa über die ehemals illegale Schule am Körnerwall, über das Leben eines Heroindealers, über die Bürgerinitiative, die den Abriss des Viertels gerade noch so stoppen konnte.

Viele bekannte Namen

Als regelmäßige taz-Leser*in müsste man beim Durchblättern der ersten Ausgaben auf einige bekannte Namen stoßen – über die Jahre haben viele aktuelle und ehemalige taz-Redakteur*innen Texte für die Zeitschrift der Straße geschrieben.

In der ersten Ausgabe schreibt Friederike Gräff beispielsweise über eine blinde Kochlehrerin, in der zweiten Henning Bleyl über den Umbau des Bahnhofvorplatzes, in der dritten Klaus Irler über die „Alte Bürger“ in Bremerhaven. Die aktuelle Chefredaktion teilen sich Karolina Meyer-Schilf und Jan-Paul Koopmann .

Heute wird die Zeitschrift zum Großteil von Ehrenamtlichen getragen. Verkauft wird sie seit Beginn von wohnungs- und obdachlosen Menschen. Diese registrieren sich im Vertriebsbüro, erhalten einen Ausweis und haben einen festen Verkaufsort, den man online einsehen kann. Die Hälfte des Erlöses jeder verkauften Zeitschrift geht an sie.

In Bremen leben schätzungsweise 600 bis 700 wohnungs- oder obdachlose Menschen. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein. Gründe für Wohnungs- und Obdachlosigkeit gibt es viele: „Jede*r kann in eine solche Situation geraten“, sagt Moritz Cavigelli, Pressesprecher der Inneren Mission. Wohnungs- und obdachlose Menschen seien Teil unserer Gesellschaft. Jeder Mensch habe ein Recht auf Teilhabe. „Es gibt nicht die eine Geschichte und es ist kein individuelles Versagen“, sagt Cavigelli.

Es gibt nicht die eine Geschichte und es ist kein individuelles Versagen.

Moritz Cavigelli, Pressesprecher der Inneren Mission

Bundesweit steigt die Gewalt gegen sie : 2025 wurden in Deutschland neun wohnungs- und obdachlose Menschen bei gewalttätigen Angriffen getötet. Obwohl die Ver­käu­fe­r*in­nen der Zeitschrift der Straße angemeldete Verkaufsorte haben, erschwert die zunehmende Verdrängung den Verkauf.

Doch die Zeitschrift steht auch vor weiteren Herausforderungen. Denn: Papier wird teurer, die Druckkosten steigen, immer weniger Menschen lesen Print . Gleichzeitig haben auch immer weniger Menschen Bargeld dabei. „Die Verkaufszahlen sinken seit Jahren – ein Trend, den viele Straßenzeitungen beobachten“, sagt Cavigelli.

Den Trend ins Digitale könne eine Straßenzeitschrift schwer mitgehen, die Idee der Zeitschrift sei es schließlich, „ein hochwertiges, schönes Produkt auf die Straße zu bringen, das Menschen anspricht und gleichzeitig Teilhabe ermöglicht“, sagt Cavigelli. „Es geht darum, Menschen in eine Form von Handel einzubinden.“

Damit steht die Bremer Zeitschrift vor denselben Problemen, wie viele andere Straßenzeitungen auch. Das Hamburger Straßenmagazin Hinz&Kunzt erscheint mittlerweile nicht nur als Printzeitung, sondern auch digital , bargeldloses Bezahlen ist ebenfalls möglich. Und auch die Bremer Zeitschrift der Straße suche bereits nach Lösungen.

Doch jetzt wolle man erst mal gemeinsam das 15. Jubiläum feiern „und das Bestehen der Zeitschrift würdigen“. Am Sonntag, dem 21. Juni, lädt die Zeitschrift der Straße deshalb zur Geburtstagsparty am Güterbahnhof ein: Neben Konzerten, Tombola und Essensangeboten wird es für alle Altersgruppen Gesprächsrunden mit Verkäufer*innen, Re­dak­teu­r*in­nen und Street­wor­ke­r*in­nen geben.

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taz – die tageszeitungIndependentCenter3 days ago
Bremen street magazine celebrates its birthday: more than just a newspaper

The Bremer Straßenmagazin 'Zeitschrift der Straße' celebrates its 15th anniversary. Founded by students, homeless individuals, journalists, professors, and social workers, it focuses on specific locations in Bremen, offering critical, contemporary journalism. The magazine faces challenges such as digital transformation and rising paper costs.

Bias read (Center): The article provides factual information about the magazine's history, founding members, design achievements, and current challenges without taking a political stance or using biased language.