Eine Altenpflegeeinrichtung in Wien hat zugegeben, dass 20 Bewohner über einen längeren Zeitraum falsche Medikamente erhalten haben, so eine Erklärung des Fonds Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser (KWP), Häuser zum Leben. Der Vorfall ereignete sich in einer der Einrichtungen der Organisation im Stadtteil Leopoldstadt. Das KWP kündigte das Problem am Montag in einer Pressemitteilung an und enthüllte, dass der Fehler durch interne Ermittlungen identifiziert wurde. Die österreichische Staatsanwaltschaft in Wien überprüft derzeit eine sachliche Beschreibung der Situation, wie die Sprecherin des Büros Nina Bussek erklärte. Sie gab keine weiteren Details zur Verfügung.
Eine Sprecherin des Häusers zum Leben bestätigte, dass die Sachbeschreibung freiwillig an die Staatsanwaltschaft übermittelt wurde. Nach Angaben der Nachrichtenagentur APA wurden die betroffenen Bewohner und ihre Familien über die Situation informiert.
Zwei Personen werden noch Laboruntersuchungen unterzogen, um gesundheitliche Folgen auszuschließen, insbesondere hinsichtlich des Schmerzmittels Seractil. In diesem Fall wurde die Dosierung von drei Mal täglich auf zweimal täglich geändert, was von der vorgeschriebenen Therapie abweicht. Zusätzlich wurde anstelle einer Vitamin-D-Präparate eine andere Variante des gleichen Produkts in flüssiger Form verabreicht. Ein anderes Medikament zur Behandlung einer überaktiven Blase wurde trotz eines ärztlichen Rezepts nicht verabreicht. Einige Medikamente wurden auch zu anderen Zeiten als geplant verabreicht, wie z. B. Mittag statt Abend, oder wurden auch nach Absetzen weiter verabreicht.
Die Häuser zum Leben haben sich verpflichtet, die geplanten Schritte zur Klärung so schnell und gründlich wie möglich umzusetzen. Christian Hennefeind, der Geschäftsführer der Organisation, bedauerte die Vorfälle und erklärte, dass die Sicherheit der Bewohner immer oberste Priorität haben sollte. Er betonte, dass solche Vorfälle niemals passieren sollten. Er bekräftigte, dass die Organisation die geplanten Maßnahmen zur Klärung umgehend und umfassend durchführen muss. Dies ist das erste Mal, dass ein solcher Vorfall seit März 2025 auftritt, als eine Beschwerde in Bezug auf ähnliche Probleme eingereicht wurde.
Zu diesem Zeitpunkt untersuchte die Organisation die Angelegenheit, stellte aber fest, dass die bisherigen Maßnahmen unzureichend waren, wie die Sprecherin enthüllte. Die Vorfälle kamen während der Abwesenheit des Direktors der Leopoldau-Einrichtung ans Licht. Der stellvertretende Direktor wurde auf Unregelmäßigkeiten bei der Verabreichung von Medikamenten aufmerksam gemacht, was zu einer sofortigen Überprüfung des Medikamentenversorgungsprozesses führte. Nach der Entdeckung dieser Probleme in der Leopoldau-Einrichtung wurde eine zusätzliche Kontrollstufe eingeführt. Ab sofort wird jedes einzelne Medikament einer zusätzlichen Kontrolle unterzogen.
Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Qualitätssicherungsprozesse für das Arzneimittelmanagement in der Leopoldau-Einrichtung in Übereinstimmung mit den in anderen Häusern angewandten Verfahren wiederherzustellen. Ob die Mitarbeiter strafrechtlichen Konsequenzen ausgesetzt sind, bleibt unklar. Ein Auskunftsersuchen des Pressedienstes des Häusers zum Leben stand am Montag noch aus. Die zugrunde liegenden Ursachen der Vorfälle sind noch nicht vollständig ermittelt. Eine umfangreiche externe Untersuchung der Vorfälle, einschließlich aller relevanten Unterlagen, ist bereits im Gange.
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