Nach Angaben des Branchenverbands Ines hat der deutsche Gasvorrat einen historischen Tiefstand erreicht, der vor möglichen Versorgungsengpässen im kommenden Winter warnt. Anfang September waren die Gasvorrattanks auf etwa 53 Prozent gefüllt, dem niedrigsten Stand der letzten 15 Jahre. Technisch ist es möglich, bis zum 1. November etwa 77 Prozent zu erreichen, dies würde jedoch eine erhebliche Erhöhung der Abfüllrate erfordern. Laut Ines wäre ein Abfüllstand von 77 Prozent bei normalen Wintertemperaturen ausreichend, könnte aber bei extremer Kälte zu Verlusten führen. Der Verband führt den langsamen Abfüllprozess auf wirtschaftliche Faktoren zurück, die vom anhaltenden Iran-Konflikt beeinflusst werden, darunter steigende Gaspreise und eine negative Sommer-Winter-Preisspreisdifferenz, was die Gasvorrattanke für Marktteilnehmer weniger attraktiv macht. Das Bundeswirtschaftsministerium hat Aufrufe nach staatlichem Eingreifen abgelehnt und neue Flüssigerdgas-Terminals und Vertrauenspipelines aus Norwegen als Gründe für die Energiesicherheit zurückgeführt.
Tendenz-Einschätzung (Mitte): Der Artikel präsentiert sachliche Informationen über die Gaslagerstufen und ihre Auswirkungen auf die Energiesicherheit, ohne offen eine politische Haltung zu vertreten, und enthält sowohl die Perspektiven des Industrieverbandes Ines als auch des Bundesministeriums für Wirtschaft, wodurch eine ausgewogene Sichtweise auf das Thema gegeben wird.




