Die politische Karriere von Thomas Bareiß, Mitglied des Deutschen Bundestages und Vertreter des Wahlkreises Zollernalb-Sigmaringen der Christlich-Demokratischen Union (CDU), ist nach einem schweren Autounfall im Juli ernsthaft bedroht. Am 12. Juli kollidierte Bareiß' Volkswagen Tiguan mit einem anderen Fahrzeug auf der B27-Autobahn in der Nähe von Hechingen, wodurch beide Autos überrollten. Bareiß erlitt schwere Verletzungen und wurde ins Krankenhaus eingeliefert, während drei weitere Personen ebenfalls schwer verletzt wurden. Laut Staatsanwälten enthüllte ein Bluttest Spuren synthetischer Betäubungsmittel in seinem System, was zu Ermittlungen wegen potenzieller Anklagen wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs und fahrlässiger Körperverletzung führte.
Der Bundestag hat die parlamentarische Immunität von Bareiß aufgehoben, wodurch ein Gerichtsverfahren gegen ihn eingeleitet werden kann. Bareiß stieg durch die Reihen der CDU auf, nachdem er 2011 die ehemalige Umweltministerin Tanja Gönner für die Führung der CDU-Bezirksvereinigung Württemberg-Hohenzollern knapp besiegt hatte. Sein Aufstieg setzte sich mit Rollen fort, darunter der parlamentarische Sekretär im Bundeswirtschaftsministerium von 2018 bis 2021, in der Zeit diente er als Tourismusbotschafter der Bundesregierung und kurzzeitig als Vertreter für kleine Unternehmen.
In den vergangenen Jahren stand Bareiß häufig in den Schlagzeilen. 2019 war er gegen die Einführung einer Kohlenstoffsteuer inmitten des wachsenden Klimaschutzes in Deutschland. 2020 wurde er öffentlich kritisiert, weil er enge Beziehungen zum Regime in Aserbaidschan unterhielt, obwohl er die Vorwürfe leugnete.
Vor den bevorstehenden Bundestagswahlen im Jahr 2025 machte Bareiß eine Pause in einem Kloster in Israel, eine Entscheidung, die er öffentlich machte. Trotz dieser Herausforderungen blieb Bareiß bis zum Unfall in seiner Rolle als Bundestagsabgeordneter aktiv. Jetzt, angesichts potenzieller strafrechtlicher Anklagen, kündigte er durch seinen Anwalt an, dass er Urlaub nehmen und als Leiter des Bezirksverbandes zurücktreten würde. Er wird sich nicht um die Wiederwahl für die Position bemühen. Bareiß bedauerte die Folgen des Unfalls und entschuldigte sich öffentlich. Trotz seiner Ankündigung sind die Forderungen nach seinem Rücktritt von seinem Parlamentssitz lauter geworden.
Der lokale Zweig des Jugendflügels der CDU, die Junge Union, hat Bareiß aufgefordert, sein Mandat im Bundestag aufzugeben, mit dem Argument, dass er das Vertrauen seiner Wähler verloren hat. Sie zitierten seine hartnäckige Haltung gegen die Legalisierung von Cannabis, die es jüngeren Mitgliedern der Partei schwer macht, seinem Beispiel zu folgen.
Bareiß könnte der erste amtierende Abgeordnete werden, der seinen Sitz wegen Drogenmissbrauchs verliert. Dies wäre ein bedeutender Wandel in der deutschen Politik, insbesondere angesichts der langjährigen Präsenz Bareißs im Parlament und seines Einflusses in der CDU. Die Untersuchung geht weiter, wobei die Staatsanwälte weitere Beweise für die Art und Menge der synthetischen Substanz suchen, die in Bareißs Blutkreislauf gefunden wurde.
Die Polizei hat bestätigt, dass Bareißs Führerschein beschlagnahmt wurde, obwohl sie ihn noch nicht offiziell als den Fahrer benannt hat, der an der Kollision beteiligt war. Bareißs potenzieller Sturz kommt zu einer Zeit, in der es eine interne Debatte innerhalb der CDU gibt, wie man mit Skandalen umgeht, an denen ihre Mitglieder beteiligt sind.
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