Der Bundes-Krisenkoordinator Peter Vorhofer hat bestätigt, dass die anhaltende Hitzewelle trotz der Bemühungen, die Situation zu bewältigen, für Österreich weiterhin eine ernsthafte Herausforderung darstellt. Am Donnerstag forderte Vorhofer während einer Pressekonferenz nach einem interministeriellen Treffen auf Beamtenebene die Bürger auf, Wasser zu sparen und offene Brände in Wäldern zu vermeiden. Er betonte, dass die langfristigen Aussichten für die Dürrebedingungen düster bleiben, wobei kein Anzeichen von Erleichterung im Laufe des Jahres erwartet wird, außer möglicherweise im November.
Nach Vorhofer weisen alle Wettermodelle darauf hin, dass die Temperaturen und Niederschlagsmengen hoch bleiben werden, was es unwahrscheinlich macht, dass das Land vor Weihnachten eine wesentliche Verbesserung erfahren wird. Vorhofer stellte fest, dass es zwar keine unmittelbare Gefahr für die Trinkwasserversorgung gibt, aber 90 Prozent der Überwachungsstationen sehr niedrige Grundwassermengen zeigen. Dies könnte zu lokalisierten Mangeln in einigen Gemeinden führen, die durch Kompensationsmaßnahmen behoben werden können.
Die Energieversorgungssicherheit bleibt unberührt, obwohl einige Kraftwerke aufgrund von unzureichendem Kühlwasser mit betrieblichen Schwierigkeiten konfrontiert sind. Solarenergie spielt derzeit eine entscheidende Rolle, und Vorhofer erklärte, dass mittelfristige Probleme nicht erwartet werden. In einigen Fällen könnten Nachbarländer Hilfe leisten. Er warnte, dass die Ernteerträge wahrscheinlich unter dem Durchschnitt fallen würden, was die Gesamtproduktion im Vergleich zu den Vorjahren erheblich verringern würde.
Er zitierte Statistiken, die zeigen, dass 85 Prozent der Waldbrände in Österreich von Menschen verursacht werden und die Gefahr, dass sich diese Brände in Wohngebiete ausbreiten, zunimmt. Trotz der Herausforderungen äußerte Vorhofer vorsichtigen Optimismus und erklärte, dass die Situation vor Ort zwar schwerwiegend sei, die nationale Situation aber stabil bleibe. Er räumte ein, dass dies die dritte Hitzewelle des Jahres für Österreich sei und dass das Land mit einer Dürre zu tun habe, die nach den Überschwemmungen von 2024 begann.
Die Grünen-Führerin Leonore Gewessler wies darauf hin, dass die Regierung trotz der schrecklichen Bedingungen, mit denen die Bevölkerung konfrontiert ist, nicht an ihrem eigenen Krisengipfel teilgenommen hat.
Die Vertreterin von Greenpeace, Jasmin Duregger, betonte die Schwere der Situation und stellte fest, dass Wälder brennen, Häuser aufgrund der extremen Hitze unerträglich werden und sogar Kraftwerke aufgrund des niedrigen Wasserstands geschlossen werden müssen.
Der Landwirt Rudolf Buchner erklärte, dass seine Herde von rund 70 Kühen bereits erhebliche Verluste erlitten habe, mit einem Ertragsverlust von bis zu 50 Prozent während des ersten Rasenschnitts im Frühjahr. Seit Juni wurden keine weiteren Schnitte mehr vorgenommen, und die Winterfutterreserven werden bereits verwendet. Buchner beschrieb die aktuelle Situation als beispiellos und stellte fest, dass normalerweise die Weide direkt in der Nähe der Scheune stattfinden würde, aber in diesem Jahr müssen sie Futter und sogar Mais aus den umliegenden Gebieten kaufen, was zu zusätzlichen Kosten von 40.000 bis 50.000 Euro pro Betrieb führt.
Die Landwirte erleben aufgrund niedrigerer Erträge und niedriger Erzeugerpreise reduzierte Einnahmen, während die Kosten für Inputs wie Düngemittel und Energie weiter steigen. Als Reaktion darauf erwähnte Totschnig die laufenden Arbeiten an Maßnahmen wie subventionierten Darlehen für Geschäftsgeräte, während Pernkopf die Aussetzung der Sozialversicherungsbeiträge für Landwirte forderte. Einige Betriebe greifen aufgrund von Futtermangel bereits auf die frühzeitige Schlachtung von Vieh zurück, wobei besonders schwere Auswirkungen in Greenfield-Bereichen zu beobachten sind.
Die Ernte von Getreide, Mais, Kürbis, Sojabohnen und Kartoffeln wird voraussichtlich erhebliche Verluste erleiden, wobei erste Schadensberichte der österreichischen Hagelversicherungsagentur einen Rückgang der Erträge von bis zu 20 Prozent auf nationaler Ebene und bis zu 70 bis 80 Prozent in Teilen Ostösterreichs anzeigen.
Während die inländische Nahrungsmittelversorgung sicher bleibt, werden die Auswirkungen der Dürre zunehmend sichtbar, da viele Landwirte Schwierigkeiten haben, ihre Betriebe unter diesen extremen Bedingungen aufrechtzuerhalten.
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