53 Tage nach dem, was die Beamten als "kurzen privaten Aufenthalt" bezeichnen, ist der 93-jährige Präsident Paul Biya von Kamerun weiterhin nicht in der Öffentlichkeit zu sehen, was Spekulationen über seine Gesundheit und Regierungsführung anheizt.
In den letzten Jahren verbrachte er viel Zeit im InterContinental Hotel in Genf, einem Ort, der oft mit seinen Auslandsaufenthalten in Verbindung gebracht wird. Diese jüngste Abwesenheit hat jedoch aufgrund ihrer beispiellosen Dauer besondere Aufmerksamkeit erregt. Regierungsbeamte haben unterschiedliche Erklärungen gegeben, die Verwirrung in der Öffentlichkeit verursacht haben. René Emmanuel Sadi, der Kommunikationsminister, erklärte, dass Biya bei guter Gesundheit ist und aus Genf aus der Ferne arbeitet. " In der Zwischenzeit behauptete Jacques Fame Ndongo, ein hochrangiges Mitglied der regierenden CPDM-Partei und Hochschulminister, dass Biya weiterhin Dokumente überprüft, die von seinen Mitarbeitern eingereicht werden, was darauf hindeutet, dass er weiterhin aktiv in der Regierungsführung tätig ist.
Der Arbeitsminister Grégoire Owona stellte die Abwesenheit als Routine dar und erklärte, dass Biya, wie andere Arbeitnehmer, das Recht hat, jährlichen Urlaub zu nehmen. Er stellte fest, dass der Präsident seinen "Arbeitgeber", einen metaphorischen Verweis auf den Staat, vor der Abreise informiert hatte und dies bei seiner Rückkehr wieder tun würde. Solche Kommentare haben wenig dazu beigetragen, die öffentliche Besorgnis zu unterdrücken, insbesondere angesichts vergangener Fälle, in denen ähnliche Abwesenheiten zu Spekulationen über Biyas Gesundheit geführt haben.
"Die Opposition hat die Situation ergreifen und die wachsende institutionelle Leere hervorgehoben". Er kritisierte die Vorstellung, eine Nation mit Fernbedienung zu regieren, insbesondere inmitten drängender sozioökonomischer Probleme wie Arbeitslosigkeit, Inflation und unzureichender Infrastruktur. Diese Probleme betreffen die Mehrheit der Bevölkerung Kameruns, die überwiegend jung ist. Biyas Wiederwahl im Oktober letzten Jahres erfolgte nach einer umstrittenen Abstimmung, die von Vorwürfen von Unregelmäßigkeiten und Wählerunterdrückung geprägt war. Während der Verfassungsrat Beschwerden von Oppositionsgruppen ablehnte, weigerten sich viele, die Ergebnisse zu akzeptieren, und zitierten eine weitere Erosion des Vertrauens in demokratische Prozesse.
Seit seinem Amtsantritt für die achte Amtszeit in Folge hat Biya noch keine neue Regierung ernannt, was Fragen zur Stabilität der Verwaltung vor den für Anfang 2027 geplanten bevorstehenden Parlaments- und Kommunalwahlen aufwirft. Die Unsicherheit um Biyas Aufenthaltsort und Gesundheit hat die Besorgnis über mögliche Störungen des Wahlkalenders verstärkt. Kamerun, Heimat der größten Wirtschaft Zentralafrikas, steht unter zunehmendem Druck, die Jugendarbeitslosigkeit und die wirtschaftliche Stagnation zu bekämpfen. Kritiker argumentieren, dass die regierende CPDM-Partei der Aufrechterhaltung der Macht gegenüber der Bewältigung dieser Herausforderungen Priorität einräumt.
Kohtem Sambit, Generalsekretär der Oppositionsbewegung für Patriotismus und Wohlstand des Volkes, beschuldigte die Regierung der Missbrauch öffentlicher Gelder. Er verwies auf ein Darlehen von mehr als 21 Milliarden zentralafrikanischen Franken, das angeblich von Biya genehmigt wurde, und stellte in Frage, wie solche Entscheidungen ohne die sichtbare Beteiligung des Führers gerechtfertigt werden können. Der Mangel an Transparenz in finanziellen Angelegenheiten hat die Skepsis der Öffentlichkeit gegenüber der Rechenschaftspflicht der Regierung vertieft.
Die Nation schaut unsicher zu, was noch bevorsteht, während die Abwesenheit ihres am längsten amtierenden Präsidenten einen langen Schatten auf ihre politische Landschaft wirft.
★
Halte die Nachrichten ehrlich.
ObjectiveNews ist leserfinanziert und werbefrei – wir zeigen dir den Bias, statt ihn zu verstecken. Unterstütze unabhängigen Journalismus für 4 €/Monat.
Unterstützer werden