Eine kürzlich im Internet zirkulierende Behauptung deutet darauf hin, dass der häufige Einsatz von Sonnenschutzmitteln das Risiko für die Entwicklung von Melanomen erhöht. Diese Behauptung wurde jedoch von wissenschaftlichen Experten und Faktenprüfungsorganisationen weitgehend widerlegt. Laut Daten des National Institute of Public Health (NIJZ) erreichen die meisten Menschen 80% ihrer lebenslangen Sonnenexposition im Alter von 18 Jahren. Diese Statistik unterstreicht die frühe und umfangreiche Natur der menschlichen Exposition gegenüber Sonnenlicht im Laufe des Lebens.
Es wurde behauptet, dass häufige Sonnencreme-Benutzer das Risiko für die Entwicklung von Melanom, Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom signifikant erhöht hätten. Diese Ergebnisse wurden später durch eine klinische Studie bestätigt, die am 1. November 2023 in der von Experten begutachteten Zeitschrift Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention veröffentlicht wurde. Diese Studie basierte auf Daten der UK Biobank, stammte aber nicht direkt von der Biobank selbst. Die Forscher analysierten die Zusammenhänge zwischen Hautkrebs und genetischen und Umweltfaktoren.
Sie fanden heraus, dass Geschlecht, Hautfarbe (und Haarfarbe), Methoden der Sonneneinstrahlung und die Verwendung von Sonnenschutz am stärksten mit dem Auftreten aller vier untersuchten Hautkrebsarten, Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom, Melanom in situ und invasivem Melanom, verbunden waren. Die Ergebnisse stimmen mit den Ergebnissen früherer Studien überein, die konsequent gezeigt haben, dass DNA-Schäden durch UV-Strahlung eine Hauptursache für die meisten Hautkrebsarten sind. Die Autoren der Studie stellten fest, dass die Verwendung von Sonnenschutzmitteln zwar schützend erscheinen mag, es jedoch alternative Erklärungen für die beobachtete Korrelation geben könnte.
Eine Möglichkeit ist, dass Personen, die häufig Sonnencreme verwenden, dazu neigen, mehr Zeit in der Sonne zu verbringen, wodurch ihre allgemeine UV-Exposition erhöht wird. Eine andere Erklärung ist, dass einige Benutzer Sonnencreme unzureichend auftragen oder sie nicht regelmäßig während des Tages auftragen. Darüber hinaus schlugen sie vor, dass einige Personen ihre Sonnencreme-Nutzung erhöhen könnten, nachdem bei ihnen Hautkrebs diagnostiziert wurde, was möglicherweise zu einer Fehlinterpretation der Kausalität führen könnte. Die Schlussfolgerungen der Studie wurden nicht von den üblichen Warnhinweisen begleitet, die typischerweise in solchen Forschungen zu finden sind.
Die Autoren betonten beispielsweise nicht die Bedeutung einer ordnungsgemäßen und regelmäßigen Anwendung von Sonnenschutzmitteln oder die Notwendigkeit, die UV-Exposition zu reduzieren, insbesondere bei hellhäutigen Personen. Im Gegensatz dazu stellten Onkologen eines dermatologischen Instituts klar, dass aktuelle wissenschaftliche Beweise die Vorstellung nicht unterstützen, dass die korrekte Verwendung von ordnungsgemäß getesteten und regulierten Sonnenschutzmitteln das Risiko für Hautkrebs erhöht. Laut diesen Spezialisten wird die Entwicklung eines bösartigen Melanoms durch mehrere Faktoren beeinflusst.
Umweltbelastung ist ein weiterer kritischer Faktor, diejenigen, die in der Nähe des Äquators oder in Regionen mit reduziertem Schutz der Ozonschicht leben, sind anfälliger. Verhaltensgewohnheiten, wie häufige Sonnenbrände, tragen ebenfalls zum Risiko bei. Sozialer und wirtschaftlicher Status kann als indirekter Einfluss wirken, da Personen mit höherem Status oft moderne riskante Verhaltensweisen annehmen, einschließlich gelegentlicher intensiver Sonneneinstrahlung während Aktivitäten wie Skifahren in Hochgebirgen oder längeren Urlaub in der Nähe des Äquators.
Beide haben festgestellt, dass der ursprünglichen Behauptung keine ausreichende wissenschaftliche Unterstützung fehlt und irreführend ist. Ihre Analysen unterstreichen die Wichtigkeit der Unterscheidung zwischen Korrelation und Kausalität in gesundheitsbezogenen Studien. Während die Studie interessante Fragen aufwirft, liefert sie keine schlüssigen Beweise dafür, dass die Verwendung von Sonnenschutzmitteln zu einem erhöhten Risiko für Hautkrebs führt. Stattdessen verstärkt sie die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Aufklärung der Öffentlichkeit über sichere Sonnenschutzpraktiken und die Bedeutung der korrekten Verwendung von Sonnenschutzmitteln.
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