Durchgesickerte interne Kommunikationen zeigen, dass die britische Inlandsgeheimdienst-Agentur MI5 versucht hat, Damon Buffini, einen ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden der BBC, zu rekrutieren, während einer Zeit intensiver Kontrolle über die Berichterstattung des staatlichen Rundfunks über die Agentur.
Damon Buffini trat im Juni aus seiner Funktion als stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Vorstands der BBC und Vorsitzender des Geschäftsbereichs zurück. Während seiner Amtszeit wurde ihm die Aufsicht über Rekordgewinne für die kommerziellen Abteilungen des Rundfunks zugeschrieben.
Das Timing dieser Interaktionen ist angesichts des anhaltenden Streits um einen investigativen Dokumentarfilm, den der MI5 aggressiv blockierte, besonders bemerkenswert. Die Bemühungen der Agentur beinhalteten kostspielige Rechtsstreitigkeiten, die in einem direkten Telefonanruf von MI5-Generaldirektor Ken McCallum an BBC-Chef Tim Davie gipfelten und ihn drängten, das Projekt aufgrund seiner angeblichen Ungenauigkeiten und Rücksichtslosigkeit aufzugeben.
Manningham-Buller, die zuvor den Vorsitz der Wellcome Trust, einer biomedizinischen Wohltätigkeitsorganisation von Buffini unterstützt, bot eine glänzende Einschätzung des Geschäftsmanns. Sie beschrieb Buffini als "scharf, lustig und herausfordernd", und bemerkte seine Bereitschaft, den Status Quo herauszufordern, wenn er dem Vorstand der Wohltätigkeitsorganisation beitritt.
Keast-Butler wurde beauftragt, als Resonanztisch für Buffini zu fungieren und McCallum diskret Feedback zu geben. Manningham-Buller bestätigte ihre Unterstützung für die Initiative und gab an, dass sie McCallum über die Entwicklungen informieren würde. Bis September 2020 schienen die Diskussionen über Buffinis potenzielle Rekrutierung voranzugehen. McCallum stellte fest, dass Buffini in Vorgespräche mit Keast-Butler eingegangen war und die Hoffnung auf einen weiteren Dialog zum Ausdruck brachte.
Trotz dieser Bemühungen gibt es keinen Hinweis darauf, dass Buffini die Position letztendlich akzeptiert hat, was die Art ihrer endgültigen Kommunikation unklar macht. Die Auswirkungen dieser Enthüllungen gehen über die individuellen Beziehungen hinaus. Sie unterstreichen das komplexe Zusammenspiel zwischen Medieninstitutionen und Geheimdienste, insbesondere in Kontexten, in denen journalistische Untersuchungen sich mit nationalen Sicherheitsinteressen kreuzen.
Die Situation wirft breitere Fragen über die Grenzen zwischen Journalismus und Geheimdienstarbeit auf, insbesondere wenn einflussreiche Persönlichkeiten Positionen innehaben, die sich auf beide Sektoren auswirken könnten.
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