Seada Killinger, die die Einrichtung in Simmering leitet, betonte in einem Interview mit Der Standard, dass zwar Herausforderungen bestehen, aber seit der Eröffnung des Zentrums Fortschritte erzielt wurden.
Killinger beschrieb ihre tägliche Arbeit als positiv, angetrieben von ihrem Engagement für die Arbeit mit jungen Straftätern. Sie sprach über die Bedenken der Medien, die die Einrichtung in einem schlechten Licht darstellten, einschließlich der Behauptungen über übermäßiger Häftlingszahlen, unzureichendem Personal und häufigen Auseinandersetzungen.
Killinger stellte fest, dass das Zentrum schrittweise gebaut wurde, wobei anfängliche Gruppen von Insassen dabei halfen, die Politik basierend auf ihrem Input zu gestalten. Die ersten Tage der Einrichtung waren von logistischen Schwierigkeiten geprägt. Zum Beispiel wurde das Sportfeld im Innenhof erst später fertiggestellt, was die Insassen dazu zwang, vorübergehend eine nahegelegene Einrichtung zu nutzen. Killinger verteidigte die Entscheidung, früher als geplant zu öffnen, und erklärte, dass der Prozess des Aufbaus einer Organisation von Natur aus komplex und dynamisch ist.
Trotz der operativen Verbesserungen der Einrichtung räumte Killinger ein, dass der Personalmangel ein dringendes Anliegen bleibt. Ein Wachmann erwähnte, dass er seine Schicht um fünf Uhr anstelle der üblichen sieben Uhr begann, was die Belastung des Personals hervorhob. Killinger erläuterte nicht weiter, inwieweit die Unterbeschäftigung war, sondern bekräftigte, dass das Team seit ihrer Ankunft im April 2025 allmählich gewachsen war. Die öffentliche Kontrolle der Einrichtung stammt in erster Linie aus dem Büro des Bürgerbeauftragten, insbesondere von Gaby Schwarz, einem Beamten der österreichischen Volkspartei.
Während des Standard-Besuchs erschien die Atmosphäre in der Einrichtung ruhig, obwohl die Wachen den anhaltenden Druck auf die Ressourcen anerkannten. Killinger blieb der Richtung der Institution zuversichtlich und betonte, dass der Schwerpunkt auf der Schaffung eines strukturierten und unterstützenden Umfelds für junge Straftäter lag.
Sie hob Initiativen hervor, wie das Belohnen von gutem Verhalten mit Privilegien wie dem Zugang zu Spielkonsolen, Toastern und Übernacht-Telefonaten, mit dem Ziel, Zusammenarbeit und Disziplin unter den Häftlingen zu fördern. Killinger's Führungsstil betont Engagement und Respekt, wobei Mitarbeiter in Zivilkleidung gekleidet sind, um gleichberechtigt mit den Häftlingen zu interagieren. Dieser Ansatz zielt darauf ab, Vertrauen aufzubauen und positives Verhalten zu fördern. Trotz der anfänglichen Kämpfe der Einrichtung behauptet Killinger, dass der Grundstein für ein funktionierendes Jugendstrafensystem gelegt wurde, auch wenn Herausforderungen im Zusammenhang mit Personal und Infrastruktur weiterhin Aufmerksamkeit erfordern.
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